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Greater Trochanteric Pain Syndrome (M70.6) – Diagnostik, Differenzialdiagnosen & Therapie-Standard
Stärkste Quellenart: Übersichtsarbeit
- Übersichtsarbeit: 3
Einordnung laut PubMed bzw. Leitlinienregister. Zurückgezogene und nicht bestätigte Quellenangaben zählen nicht.
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In diesem Artikel
Übersicht
Das Greater Trochanteric Pain Syndrome (GTPS) bezeichnet ein schmerzhaftes Syndrom im lateralen Hüftbereich, das durch entzündliche oder degenerative Veränderungen der Strukturen rund um den großen Rollhügel gekennzeichnet ist. Es tritt vor allem bei Frauen mittleren Alters auf und ist eine häufige Ursache für seitlichen Hüftschmerz, der oft fälschlich als Trochanterbursitis klassifiziert wird. Die klinische Relevanz liegt in der hohen Prävalenz unter Patienten mit chronischen Hüftbeschwerden sowie in der Gefahr von Fehlinterpretationen bei bildgebenden Verfahren, die zu inadäquaten Therapieentscheidungen führen können.
Klinisches Erscheinungsbild
Typisch für GTPS ist ein dumpfer bis stechender Schmerz im lateralen Hüftbereich, der häufig beim Liegen auf der betroffenen Seite, beim Aufstehen aus dem Sitzen oder bei seitlichen Belastungen wie Gehen und Treppensteigen verstärkt wird. Patienten berichten häufig über Druckempfindlichkeit über dem großen Rollhügel sowie über Schmerzen bei Palpation der Trochanterbursa und der angrenzenden Sehnenansätze (M. gluteus medius/minimus). Der Schmerz kann in die laterale Oberschenkelregion ausstrahlen, jedoch selten distal bis zum Knie. In fortgeschrittenen Fällen kann eine Schwäche der Hüftabduktoren auftreten, was zu einer veränderten Gangmechanik führt. Der Verlauf ist meist chronisch mit Phasen akuter Verschlimmerung.
Diagnostik
Die Diagnose beruht primär auf einer sorgfältigen Anamnese und klinischen Untersuchung. Wesentliche Anamnesepunkte sind das Auftreten von seitlichem Hüftschmerz, belastungsabhängige Verstärkung sowie die Dauer der Beschwerden. Die körperliche Untersuchung umfasst die Palpation des Trochanterbereichs, den Trendelenburg-Test zur Beurteilung der Abduktorfunktion und spezifische Provokationsmanöver wie den Faber-Test. Bildgebende Verfahren dienen der Ausschlussdiagnostik: Ultraschall kann Tendinopathien oder Bursitis sichtbar machen, während die Magnetresonanztomographie (MRT) detaillierte Informationen über Sehnen, Muskeln und Knochen liefert. Laboruntersuchungen sind in der Regel nicht erforderlich, können jedoch zur Differenzierung von infektiösen Prozessen herangezogen werden. Die Diagnosekriterien umfassen seitlichen Hüftschmerz, Druckempfindlichkeit über dem Trochanter major sowie den Nachweis pathologischer Befunde an Sehnen oder Bursa im Bildgebungsmodus.
Differenzialdiagnosen
Wichtige abzugrenzende Diagnosen sind:
- Trochanterbursitis: reine Entzündung der Bursa ohne begleitende Tendinopathie, häufig klinisch schwer zu unterscheiden.
- Hip Osteoarthritis: Schmerzen meist mehr diffus und mit Bewegungseinschränkung verbunden; radiologische Befunde zeigen Gelenkspaltverschmälerung.
- Lumbo‑sakrale Radikulopathie: ausstrahlender Schmerz in das Bein, oft begleitet von neurologischen Ausfällen.
- Meralgia paresthetica: neuropathischer Schmerz mit Taubheitsgefühl entlang des lateralen Oberschenkels, verursacht durch Kompression des Nervus cutaneus femoris lateralis.
- Gluteus medius/minimus Tendinopathie ohne Bursitis: kann ähnliche Symptome erzeugen, jedoch meist weniger ausgeprägte Druckempfindlichkeit über der Bursa.
Therapie
Die leitliniengerechte Therapie von GTPS beginnt mit konservativen Maßnahmen. Physiotherapeutische Interventionen fokussieren auf Kräftigung und Dehnung der Hüftabduktoren sowie auf Verbesserung der Bewegungskoordination. Manuelle Techniken zur Mobilisation des Trochanterbereichs können die Schmerzsymptomatik reduzieren. Analgetische und entzündungshemmende Medikamente werden nach Bedarf eingesetzt, wobei die Auswahl an nicht‑steroidalen Antirheumatika (NSAR) den allgemeinen Empfehlungen für muskuloskelettale Schmerzen folgt. Bei persistierenden Beschwerden trotz Erstlinientherapie kann eine gezielte Injektion von Kortikosteroiden in die Trochanterbursa oder das betroffene Sehnenansatzgebiet erwogen werden, wobei die Evidenzlage auf wenigen kontrollierten Studien basiert. Für refraktäre Fälle wird die Möglichkeit einer endoskopischen Bursectomie bzw. Tendinoplastik diskutiert; operative Eingriffe sollten jedoch erst nach gründlicher konservativer Therapie in Betracht gezogen werden.
Besondere Populationen
Zu diesem Aspekt liegt in den geprüften Quellen keine belastbare Evidenz vor.
Sonderfälle & aktuelle Studienlage
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Verwandte Codes
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