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Hämatemesis (K92.0): Differenzialdiagnostik und Therapie‑Standard
Stärkste Quellenart: Übersichtsarbeit
- Übersichtsarbeit: 1
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In diesem Artikel
Übersicht
Hämatemesis bezeichnet das Erbrechen von frischem, geronnenem Blut und ist ein klinisch bedeutsames Zeichen für ein akutes oder chronisches gastrointestinales Blutungsereignis. Sie tritt in allen Altersgruppen auf, wobei die Inzidenz bei Patienten mit schweren Magen-Darm-Erkrankungen am höchsten ist. Das Vorhandensein von Hämatemesis erfordert eine rasche Abklärung und Therapie, da sie ein potenziell lebensbedrohliches Blutungsvolumen signalisieren kann.
Klinisches Erscheinungsbild
Typisch für Hämatemesis ist das Erbrechen von dunkelrotem bis kastanienbraunem Blut, das häufig mit einem metallischen Geschmack assoziiert wird. Der Blutauswurf kann einmalig oder wiederholt auftreten und geht häufig mit Begleitsymptomen wie Oberbauchschmerzen, Übelkeit, Schwindel oder Synkopen einher. In schweren Fällen können Anzeichen eines hypovolämischen Schocks (Tachykardie, Blutdruckabfall, kühle Haut) beobachtet werden.
Diagnostik
Die Anamnese fokussiert auf das Auftreten und die Häufigkeit des Blutauswurfs, Begleiterkrankungen (z. B. Ulkus, Ösophagusvarizen), Medikamentengeschichte (insbesondere NSAR, Antikoagulanzien) sowie Risikofaktoren für Leberzirrhose. Klinisch erfolgt eine körperliche Untersuchung mit Fokus auf Kreislaufstatus und Abdomen. Laboruntersuchungen umfassen Blutbild, Gerinnungsparameter und ggf. Serum‑Hämoglobin zur Abschätzung des Blutverlustes. Endoskopische Evaluation (Ösophagogastroduodenoskopie) ist der Goldstandard für die Lokalisation und Therapie von Blutungsquellen.
Differenzialdiagnosen
Wichtige abzugrenzende Diagnosen umfassen:
- Gastrointestinale Blutungen ohne Hämatemesis (z. B. meläna, okkultes Bluten)
- Erbrechen von Nahrungsmitteln mit roter Färbung (z. B. Rote-Bete‑Saft, Beeren)
- Hämoptysen bei pulmonalen Blutungen
- Nasale Blutungen, die über den Rachen nach oben transportiert werden können.
Unterscheidungsmerkmale sind die Farbe und Konsistenz des Auswurfs, Begleitsymptome (z. B. Atemnot bei Hämoptysen) sowie endoskopische Befunde.
Therapie
Die initiale Therapie richtet sich nach dem Schweregrad der Blutung und dem Kreislaufstatus. Bei hämodynamischer Instabilität ist eine sofortige Volumenresuscitation mit kristalloiden Lösungen indiziert, ggf. ergänzt durch Bluttransfusionen. Leitliniengerechte Therapie umfasst die rasche Durchführung einer endoskopischen Intervention zur Blutstillung (z. B. thermische Koagulation, mechanische Ligatur). Zusätzlich wird die zugrundeliegende Ursache behandelt, etwa durch Säurehemmung bei Ulkusblutungen oder medikamentöse Reduktion des portalvenösen Drucks bei Ösophagusvarizen.
Besondere Populationen
Zu diesem Aspekt liegt in den geprüften Quellen keine belastbare Evidenz vor.
Sonderfälle & aktuelle Studienlage
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Verwandte Codes
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