Wissensartikel · DE
Herpetische Vulvovaginitis – Diagnostik, Differenzialdiagnose & Therapie‑Standard (ICD‑10 A60.04)
Stärkste Quellenart: Leitlinie oder Konsensus
- Leitlinie oder Konsensus: 1
- Übersichtsarbeit: 2
- Fallbericht oder Meinungsbeitrag: 1
- Fachartikel ohne Angabe des Studientyps: 1
Einordnung laut PubMed bzw. Leitlinienregister. Zurückgezogene und nicht bestätigte Quellenangaben zählen nicht.
Die Quellenart sagt nicht aus, ob die Aussagen dieses Artikels geprüft und belegt sind.
In diesem Artikel
Übersicht
Herpetische Vulvovaginitis bezeichnet eine akute oder chronisch rezidivierende Entzündung der Vulva und Vagina, die durch das Herpes‑simplex‑Virus (HSV) Typ 1 oder Typ 2 verursacht wird. Sie ist weltweit verbreitet; insbesondere HSV‑2 ist die häufigste Ursache von genitalen Herpesinfektionen bei erwachsenen Frauen. Klinisch relevant ist die Erkrankung wegen ihrer schmerzhaften Läsionen, des Risikos einer sekundären bakteriellen Superinfektion und der Möglichkeit einer neonatalen Transmission bei werdenden Müttern.
Klinisches Erscheinungsbild
Typische Leitsymptome sind plötzlich auftretende, brennende Schmerzen im Genitalbereich, gefolgt von gruppierten vesikulären Läsionen, die rasch zu ulzerierenden Makeln werden. Begleitend können Fieber, Lymphadenopathie und allgemeines Krankheitsgefühl auftreten. Der Verlauf ist meist monophytisch mit einer Erstinfektion, danach folgen häufig rezidivierende Schübe, die kürzer und milder verlaufen. Bei immunsupprimierten Patienten, etwa bei Good‑Syndrom, kann das klinische Bild besonders ausgeprägt und ulcerativ sein.
Diagnostik
Die Anamnese erfasst den zeitlichen Zusammenhang von Symptombeginn, mögliche Erstinfektion sowie wiederkehrende Episoden. Klinisch wird die typische Vesikel‑zu‑Ulkus‑Entwicklung beurteilt. Zur Bestätigung dient der Nachweis von HSV-DNA mittels Polymerase‑Kettenreaktion (PCR) aus Abstrichen der Läsionen; dieser Test gilt als Goldstandard. Zusätzlich kann ein direkter Antigen-Nachweis (Tzanck‑Abstrich) eingesetzt werden, wobei die Sensitivität geringer ist. Serologische Tests zur Differenzierung von HSV‑1 und HSV‑2 können bei Erstinfektion hilfreich sein, sind jedoch für die akute Diagnostik weniger relevant.
Differenzialdiagnosen
Wichtige abzugrenzende Erkrankungen umfassen bakterielle Vaginose, Candida‑Infektionen, nicht‑herpetische Ulzera (z. B. Behçet‑Syndrom), syphilitische Chancre und andere virale Exantheme wie das Varizella‑Zoster-Virus. Charakteristisch für die Herpesinfektion ist das Vorhandensein von gruppierten Vesikeln, die innerhalb weniger Tage ulcerieren, sowie ein positiver PCR-Nachweis. Bei bakterieller Vaginose fehlt der vesikuläre Befund; Candida‑Infektionen zeigen typischerweise weißlich‑cremige Plaques und keinen vesikulären Verlauf.
Therapie
Die leitliniengerechte Standardtherapie besteht aus einer antiviralen medikamentösen Behandlung, die zu einer Beschleunigung der Abheilung und Schmerzlinderung führt. Bei Erstinfektion wird eine systemische Therapie empfohlen; bei rezidivierenden Episoden kann eine suppressive Therapie in Erwägung gezogen werden, um die Häufigkeit von Ausbrüchen zu reduzieren. Zusätzlich sollte auf Schmerzmanagement geachtet und sekundäre bakterielle Infektionen behandelt werden. Patientinnen sollten über das Risiko einer Transmission aufgeklärt und zu Schutzmaßnahmen (z. B. Kondome) beraten werden.
Besondere Populationen
Zu diesem Aspekt liegt in den geprüften Quellen keine belastbare Evidenz vor.
Sonderfälle & aktuelle Studienlage
Zu diesem Aspekt liegt in den geprüften Quellen keine belastbare Evidenz vor.
Verwandte Codes
Zu diesem Aspekt liegt in den geprüften Quellen keine belastbare Evidenz vor.
Gesundheitsinformationen ersetzen keine individuelle medizinische Beratung.