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HPV‑Infektion (ICD‑10 B97.7): Diagnostik, Differenzialdiagnostik & Therapie‑Standard
Stärkste Quellenart: Leitlinie oder Konsensus
- Leitlinie oder Konsensus: 1
- Beobachtungs- oder Vergleichsstudie: 1
- Übersichtsarbeit: 3
Einordnung laut PubMed bzw. Leitlinienregister. Zurückgezogene und nicht bestätigte Quellenangaben zählen nicht.
Die Quellenart sagt nicht aus, ob die Aussagen dieses Artikels geprüft und belegt sind.
In diesem Artikel
Übersicht
Humanes Papillomavirus (HPV) ist ein DNA‑Virus, das in der Haut und den Schleimhäuten persistieren kann. Die Prävalenz von HPV‑Infektionen liegt weltweit im zweistelligen Prozentbereich, wobei die Mehrheit asymptomatisch verläuft. Klinisch relevant werden insbesondere Hochrisiko‑Genotypen, die mit malignen Transformationen assoziiert sind, sowie Low‑Risk‑Typen, die kutane und genitale Warzen verursachen. Die Infektion stellt damit sowohl eine häufige, meist benigne Erkrankung als auch einen bedeutenden onkologischen Risikofaktor dar.
Klinisches Erscheinungsbild
Die akute HPV‑Infektion ist oft unspezifisch und kann asymptomatisch bleiben. Bei Low‑Risk‑Genotypen führt die Infektion zu kutanen oder genitalen Warzen, die typischerweise als papillomatöse, hyperkeratotische Läsionen erscheinen und einen schleichenden Verlauf zeigen. Hochrisiko‑Typen können persistieren und über Jahre hinweg dysplastische Veränderungen im Zervixepithel hervorrufen, die sich klinisch durch abnormale Zellveränderungen beim Pap‑Test manifestieren. Bei fortgeschrittener Dysplasie oder Karzinom kann es zu Blutungen, Schmerzen und in seltenen Fällen zu invasiven Tumoren kommen.
Diagnostik
Die Anamnese umfasst Fragen nach sexuellen Risikofaktoren, früheren HPV‑Impfungen und vorherigen Läsionen. Klinisch erfolgt die Inspektion von Haut- und Schleimhautflächen, wobei Warzen charakteristisch aussehen. Der Nachweis des Virus erfolgt molekular durch PCR‑basierte Methoden, die Genotypisierung ermöglichen und damit zwischen Low‑Risk‑ und High‑Risk‑Typen unterscheiden. Bei zervikalen Veränderungen wird das Pap‑Abstrichverfahren eingesetzt, ergänzt durch HPV‑DNA‑Testung zur Risikoabschätzung.
Differenzialdiagnosen
Wichtige abzugrenzende Diagnosen sind andere virale Hauterkrankungen wie Molluscum contagiosum, kutane Pilzinfektionen und seborrhoische Keratose. Genitale Läsionen können von Kondylom‑ähnlichen Darstellungen anderer sexuell übertragbarer Infektionen (z. B. Syphilis) unterschieden werden. Bei zervikalen Dysplasien sind andere Ursachen für Zellveränderungen, wie hormonelle Einflüsse oder chronische Entzündungen, zu berücksichtigen.
Therapie
Die Behandlung orientiert sich an leitliniengerechten Standards und unterscheidet zwischen symptomatischer Therapie von Warzen sowie präventiver bzw. therapeutischer Intervention bei Hochrisiko‑Infektionen. Für kutane und genitale Warzen stehen lokale physikalische Verfahren (Kryotherapie, Laser) sowie immunmodulierende topische Präparate zur Verfügung. Bei persistierenden Hochrisiko‑Infektionen wird ein engmaschiges Monitoring empfohlen, um dysplastische Veränderungen frühzeitig zu erkennen und ggf. chirurgisch oder mit ablativtherapeutischen Methoden zu behandeln.
Besondere Populationen
Zu diesem Aspekt liegt in den geprüften Quellen keine belastbare Evidenz vor.
Sonderfälle & aktuelle Studienlage
Zu diesem Aspekt liegt in den geprüften Quellen keine belastbare Evidenz vor.
Verwandte Codes
Zu diesem Aspekt liegen in den geprüften Quellen keine belastbaren Informationen zu benachbarten ICD‑10‑Codes vor.
Gesundheitsinformationen ersetzen keine individuelle medizinische Beratung.