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Hydronephrose durch Ureterstein (ICD‑10 N13.21): Diagnostik, Differenzialdiagnosen & Therapie‑Standard

Stärkste Quellenart: Fallbericht oder Meinungsbeitrag
  • Fallbericht oder Meinungsbeitrag: 4

Einordnung nach dem Studientyp der zitierten Quellen laut PubMed bzw. Leitlinienregister. Sie bewertet nicht, ob einzelne Aussagen des Artikels durch diese Quellen belegt sind. Zurückgezogene und nicht bestätigte Quellenangaben zählen nicht.

HOS-026473

In diesem Artikel
  1. Übersicht
  2. Klinisches Erscheinungsbild
  3. Diagnostik
  4. Differenzialdiagnosen
  5. Therapie
  6. Besondere Populationen
  7. Sonderfälle & aktuelle Studienlage
  8. Verwandte Codes

Übersicht

Hydronephrose entsteht durch eine Obstruktion des Harnabflusses, wobei ein Ureterstein (Urolithiasis) einer der häufigsten mechanischen Ursachen ist. Die Prävalenz von Nierensteinen in Deutschland liegt im niedrigen zweistelligen Prozentbereich; ein signifikanter Teil dieser Patienten entwickelt sekundär eine Hydronephrose, insbesondere bei distal gelegenen Steinen, die den Ureter verengen. Klinisch relevant ist die mögliche Progression zu parenchymaler Schädigung und Verlust der Nierenfunktion, wenn die Obstruktion nicht zeitnah entlastet wird.

Klinisches Erscheinungsbild

Patienten mit hydronephrotischer Obstruktion durch einen Ureterstein berichten typischerweise über kolikartige Flankenschmerzen, die plötzlich auftreten und in ihrer Intensität variabel sein können. Begleitende Symptome umfassen Übelkeit, Erbrechen und gelegentlich mikroskopisches oder makroskopisches Hämaturie. Im körperlichen Befund kann eine tastbare seitliche Druckempfindlichkeit der betroffenen Niere sowie ein positiver „Castañeda“-Test (Schmerzverstärkung bei Druck auf die Flanke) festgestellt werden. Der Verlauf ist häufig episodisch, wobei Schmerzepisoden mit Steinbewegungen korrelieren.

Diagnostik

Die Anamnese fokussiert auf typische steinassoziierte Beschwerden, vorherige Urolithiasis und Risikofaktoren wie Dehydratation oder metabolische Störungen. Die körperliche Untersuchung ergänzt die Befunde aus der Anamnese. Bildgebend wird primär eine unkontrastierte Computertomographie (CT) des Abdomens eingesetzt, da sie sowohl den Stein als auch das Ausmaß der Hydronephrose zuverlässig darstellt. Ultraschall kann ergänzend zur Beurteilung der Nierenparenchymdicke und zum Screening bei Schwangerschaft verwendet werden. Laborchemisch sind Serumkreatinin und eGFR wichtig zur Bewertung der Nierenfunktion; ein Anstieg kann auf eine beginnende funktionelle Beeinträchtigung hinweisen.

Differenzialdiagnosen

Wichtige abzugrenzende Diagnosen umfassen:

  • Ureterale Strikturen ohne Stein, z. B. post‑traumatisch oder iatrogen, die ebenfalls zu Hydration führen können.
  • Urotheliale Tumoren im Ureter, die als Raumforderung erscheinen und einen ähnlichen klinischen Verlauf haben.
  • Extrinsische Kompression durch retroperitoneale Masse (z. B. Lymphome), die den Harnabfluss behindert.

Unterscheidungsmerkmale liegen in der Bildgebung (Stein sichtbar vs. Weichgewebsmasse) und im klinischen Kontext (z. B. bekannte Steinvorgeschichte).

Therapie

Die leitliniengerechte Therapie zielt auf schnelle Entlastung des Harnabflusses und Vermeidung von Nierenschäden ab. Bei akuter Obstruktion wird zunächst eine temporäre Ableitung mittels Double‑J‑Stent oder perkutane Nephrostomie empfohlen, um die Hydronephrose zu reduzieren. Definitive Steinentfernung erfolgt je nach Größe und Lage des Steins durch endoskopische Methoden (Ureterorenoskopie mit Laserfragmentierung) oder, in komplexen Fällen, durch laparoskopisch‑assistierte Ureterolithotomie. Die Wahl der Methode orientiert sich an den individuellen anatomischen Gegebenheiten und dem Vorhandensein von Begleiterkrankungen.

Besondere Populationen

Zu diesem Aspekt liegt in den geprüften Quellen keine belastbare Evidenz vor.

Sonderfälle & aktuelle Studienlage

Zu diesem Aspekt liegt in den geprüften Quellen keine belastbare Evidenz vor.

Verwandte Codes

Zu diesem Aspekt liegt in den geprüften Quellen keine belastbare Evidenz vor.

Gesundheitsinformationen ersetzen keine individuelle medizinische Beratung.