Zum Inhalt

HealthOSArtikel A–Z

Arbeitsbereiche

Nachschlagen

Wissensartikel · DE

Hyphaema (H21.0) – Differenzialdiagnostik und Therapie‑Standard (Stufe 2)

Stärkste Quellenart: Übersichtsarbeit
  • Übersichtsarbeit: 3

Einordnung nach dem Studientyp der zitierten Quellen laut PubMed bzw. Leitlinienregister. Sie bewertet nicht, ob einzelne Aussagen des Artikels durch diese Quellen belegt sind. Zurückgezogene und nicht bestätigte Quellenangaben zählen nicht.

HOS-013582

In diesem Artikel
  1. Übersicht
  2. Klinisches Erscheinungsbild
  3. Diagnostik
  4. Differenzialdiagnosen
  5. Therapie
  6. Besondere Populationen
  7. Sonderfälle & aktuelle Studienlage
  8. Verwandte Codes

Übersicht

Das Hyphema bezeichnet das Vorhandensein von Blut im vorderen Augenkammerraum (Anteriorsegment). Es ist eine ophthalmologische Notfallsituation, die häufig durch traumatische Ereignisse ausgelöst wird. In der Literatur finden sich wenige epidemiologische Daten; das Auftreten wird jedoch vor allem bei Verletzungen des Auges und selten bei systemischen Gerinnungsstörungen beschrieben. Klinisch relevant ist das Risiko einer sekundären Glaukomentwicklung sowie von Komplikationen wie Syphilis‑ oder Entzündungsreaktionen, die den Sehwert gefährden können.

Klinisches Erscheinungsbild

Typische Leitsymptome eines Hyphemas sind plötzliches Auftreten von Schmerzen, Lichtempfindlichkeit (Photophobie) und eine verminderte Sehschärfe. Das klinische Bild zeigt häufig ein rotes Auge mit einer klaren, aber blutbefleckten Vorderkammer, die als „flüssiges Blut“ sichtbar ist. Der intraokulare Druck kann zu Beginn normal sein, steigt jedoch im Verlauf bei unkontrolliertem Blutabbau häufig an. Der Krankheitsverlauf lässt sich in drei Phasen einteilen: akutes Auftreten mit voller Blutmenge, allmähliche Auflösung des Blutes und mögliche Spätkomplikationen wie sekundäres Glaukom oder Irisadhäsionen.

Diagnostik

Die Anamnese fokussiert auf das zeitnahe Auftreten nach Trauma, mögliche Antikoagulanzien oder Gerinnungsstörungen. Die klinische Untersuchung umfasst die Sichtbarmachung des Blutes mittels Spaltlampenspiegelung und Gonioskopie zur Beurteilung der Kammerwinkel. Eine Messung des intraokularen Drucks ist essenziell, um ein sekundäres Glaukom frühzeitig zu erkennen. Laboruntersuchungen (Blutgerinnungsprofil) werden bei Verdacht auf systemische Ursachen durchgeführt. Bildgebende Verfahren wie Ultraschallbiomikroskopie können eingesetzt werden, wenn die Sicht auf das Innenleben des Auges eingeschränkt ist.

Differenzialdiagnosen

Wichtige abzugrenzende Diagnosen umfassen das „Vitreushyphema“ (Blut im Glaskörper), das klinisch durch eine tiefere Lage des Blutes gekennzeichnet ist, sowie das „Iritis‑/Uveitis‑Syndrom“, bei dem Entzündungszeichen dominieren. Ein akuter Winkelblockglaukom kann ähnliche Schmerzen und Druckerhöhung verursachen, jedoch fehlt die Blutansammlung im Vorderkammerraum. Bei Kindern muss zudem ein Retinoblastom als mögliche Ursache für intraokulare Blutungen berücksichtigt werden.

Therapie

Die leitliniengerechte Ersttherapie richtet sich nach der Schwere des Hyphemas und dem Vorhandensein eines erhöhten Augeninnendrucks. Ziel ist die Reduktion von Schmerz, Entzündung und Druck sowie die Verhinderung einer Neubildung von Blutgerinnseln im Kammerwinkel. Konservative Maßnahmen umfassen das Anlegen eines Augenschutzes, Kopfhochlagerung und ggf. topische antientzündliche Therapie. Bei erhöhtem intraokulärem Druck wird eine drucksenkende Behandlung eingeleitet; diese kann medikamentös oder, bei unzureichender Wirkung, chirurgisch erfolgen (z. B. parazentrische Paracentesen). Der Abbau des Blutes erfolgt meist spontan über mehrere Tage bis Wochen; in schweren Fällen kann ein chirurgischer Eingriff zur Blutentfernung indiziert sein.

Besondere Populationen

Zu diesem Aspekt liegt in den geprüften Quellen keine belastbare Evidenz vor.

Sonderfälle & aktuelle Studienlage

Zu diesem Aspekt liegt in den geprüften Quellen keine belastbare Evidenz vor.

Verwandte Codes

Zu diesem Aspekt liegt in den geprüften Quellen keine belastbare Evidenz vor.

Gesundheitsinformationen ersetzen keine individuelle medizinische Beratung.