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Hypoplastisches Linksherzsyndrom (ICD‑10 Q23.4) – Differenzialdiagnostik & Therapie‑Standard

Stärkste Quellenart: Fallbericht oder Meinungsbeitrag
  • Fallbericht oder Meinungsbeitrag: 3

Einordnung nach dem Studientyp der zitierten Quellen laut PubMed bzw. Leitlinienregister. Sie bewertet nicht, ob einzelne Aussagen des Artikels durch diese Quellen belegt sind. Zurückgezogene und nicht bestätigte Quellenangaben zählen nicht.

HOS-056854

In diesem Artikel
  1. Übersicht
  2. Klinisches Erscheinungsbild
  3. Diagnostik
  4. Differenzialdiagnosen
  5. Therapie
  6. Besondere Populationen
  7. Sonderfälle & aktuelle Studienlage
  8. Verwandte Codes

Übersicht

Das hypoplastische Linksherzsyndrom (HLHS) ist eine komplexe kongenitale Fehlbildung des Herzens, bei der die linke Herzseite stark unterentwickelt ist. Die Prävalenz liegt im Bereich von wenigen Fällen pro 10 000 Lebendgeburten, wobei das Überleben bis ins Erwachsenenalter trotz moderner Therapie deutlich verbessert wurde. Klinisch relevant ist das Syndrom vor allem wegen seiner hohen Morbidität und Mortalität in der frühen Kindheit sowie der lebenslangen Notwendigkeit einer palliativen Rekonstruktionsstrategie.

Klinisches Erscheinungsbild

Patienten mit HLHS präsentieren sich bereits im Neugeborenenalter mit schwerer zyanotischer Herzinsuffizienz, da die systemische Durchblutung ausschließlich über den rechten Ventrikel erfolgt. Typisch sind ein systolisches Herzgeräusch, eine reduzierte periphere Perfusion und ein erhöhtes Atemanstrengungsniveau. Ohne operative Intervention führt das Syndrom in der Regel innerhalb weniger Tage zum kardiovaskulären Kollaps. Bei Überlebenden bis ins Jugend- oder Erwachsenenalter zeigen sich häufig ein gestörter Belastungstoleranzbereich, pulmonale Hypertension und Zeichen einer rechtsventrikulären Dysfunktion.

Diagnostik

Die Diagnose stützt sich auf eine Kombination aus Anamnese, klinischer Untersuchung und bildgebender Verfahren. Die Anamnese umfasst perinatale Faktoren sowie das Vorhandensein von Zyanose und Herzgeräuschen. Echokardiographie ist das zentrale Bildgebungsinstrument und ermöglicht die Beurteilung der Unterentwicklung des linken Ventrikels, der Aortenklappe und der Mitralklappe sowie die Darstellung der abhängigen Shuntsysteme (offenes Atriumseptum, ductus arteriosus). Ergänzend können kardiale Magnetresonanztomographie oder Computertomographie zur präoperativen Planung eingesetzt werden. Laborparameter zeigen häufig eine erhöhte Laktatkonzentration und Zeichen einer endorganen Perfusionsstörung.

Differenzialdiagnosen

Wichtige abzugrenzende Diagnosen umfassen andere Formen der kongenitalen Linksherzinsuffizienz, wie die kritische Aortenstenose mit linksventrikulärer Dysfunktion, das kritische pulmonale Stenosesyndrom mit sekundärem Rechts‑zu‑Links-Shunt sowie das isolierte Atriumseptumdefekt. Die Unterscheidung erfolgt primär über die strukturelle Beurteilung mittels Echokardiographie: Beim HLHS ist der linke Ventrikel stark hypoplastisch, während bei einer kritischen Aortenstenose ein grundsätzlich vorhandenes linksventrikuläres Volumen vorhanden bleibt.

Therapie

Die therapeutische Strategie beruht auf einem palliativen dreistufigen Rekonstruktionsverfahren, das in den ersten Lebenswochen beginnt. Das initiale Norwood‑Verfahren stellt die systemische Durchblutung über einen rekonstruierten Aortenbogen und ein Shuntsystem sicher. In der Interimsphase folgt das Glenn‑Kreuzungsoperation (oben‑körperseitiger Shunt), gefolgt von der Fontan‑Operation, bei der die venöse Rückführung direkt in den pulmonalen Kreislauf geleitet wird. Diese palliativen Maßnahmen gelten als leitliniengerechte Standardtherapie und zielen darauf ab, das rechte Ventrikel dauerhaft für die systemische Zirkulation zu nutzen. Medikamentös werden postoperativ Herzinsuffizienz- und Pulmonalarteriendruck‑modulierende Therapien eingesetzt, wobei die genaue Auswahl individuell nach klinischem Befinden erfolgt.

Besondere Populationen

Zu diesem Aspekt liegt in den geprüften Quellen keine belastbare Evidenz vor.

Sonderfälle & aktuelle Studienlage

Zu diesem Aspekt liegt in den geprüften Quellen keine belastbare Evidenz vor.

Verwandte Codes

Zu diesem Aspekt liegt in den geprüften Quellen keine belastbare Evidenz vor.

Gesundheitsinformationen ersetzen keine individuelle medizinische Beratung.