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Infektiöse Mononukleose – Diagnostik, Differenzialdiagnosen & Therapie‑Standard
Stärkste Quellenart: Übersichtsarbeit
- Übersichtsarbeit: 2
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In diesem Artikel
Übersicht
Die infektiöse Mononukleose (IM) ist eine primär virale Erkrankung, die durch das Epstein‑Barr‑Virus (EBV) ausgelöst wird. Sie tritt weltweit auf und betrifft vor allem Jugendliche und junge Erwachsene; jedoch können auch Kinder und ältere Personen infiziert sein. Klinisch relevant ist die häufige Kombination aus exanthematischer Pharyngitis, Lymphadenopathie und hepatosplenischer Beteiligung, wobei Komplikationen wie Splenomegalie mit Rupturrisiko oder seltenere malignitätsassoziierte Entwicklungen (z. B. Burkitt‑Lymphom) beachtet werden müssen.
Klinisches Erscheinungsbild
Typische Leitsymptome der IM umfassen plötzlich einsetzende Halsschmerzen, ausgeprägte tonsilläre Hyperplasie mit grauen Belägen, generalisierte schmerzhafte Lymphadenopathie (vor allem zervikal) und eine moderate bis hohe fieberhafte Erkrankung. Weitere häufige Befunde sind Müdigkeit, Kopfschmerz, Myalgien sowie ein makuläres Exanthem in einem Teil der Fälle. Der Krankheitsverlauf ist meist selbstlimitierend: nach einer akuten Phase von etwa 1–2 Wochen folgt eine Erholungsphase, die mehrere Wochen bis Monate dauern kann. In seltenen Fällen entwickelt sich eine Hepatomegalie oder Splenomegalie; das Risiko einer Milzruptur steigt mit zunehmender Splenengröße.
Diagnostik
Die Anamnese fokussiert auf den typischen prodromalen Verlauf, Kontakt zu infizierten Personen und die zeitliche Entwicklung der genannten Leitsymptome. Klinisch wird eine palpatorische Untersuchung der zervikalen Lymphknoten sowie eine Inspektion des Rachens durchgeführt. Laborchemisch zeigen sich meist eine lymphozytäre Blutbildveränderung mit atypischen, großzelligen Lymphozyten („Downey‑Zellen“) und moderate Transaminasenerhöhungen. Der Nachweis von EBV-spezifischen Antikörpern (heterophile Antikörpertest) ist ein bewährtes Screening‑Instrument; bei negativem Ergebnis kann eine serologische Differenzierung zwischen akuter, früherer oder persistierender Infektion durch Bestimmung von VCA‑IgM, VCA‑IgG und EBNA‑Antikörpern erfolgen. Bildgebende Verfahren (Ultraschall) dienen zur Kontrolle der Splenomegalie.
Differenzialdiagnosen
Wichtige abzugrenzende Diagnosen umfassen bakterielle Tonsillitis (z. B. Streptococcus pyogenes), akute HIV-Serokonversion, andere virale Pharyngitiden (z. B. Cytomegalovirus, Adenovirus) sowie hämophagozytische Lymphohistiozytose. Charakteristisch für die IM ist das Vorhandensein atypischer Lymphozyten und ein positives heterophile Antikörpertest, während bakterielle Infektionen typischerweise mit fokaler Tonsillenexsudation und Nachweis von bakteriellen Erregern korrelieren. Bei HIV-Serokonversion können ähnliche mononukleotische Befunde auftreten, jedoch meist begleitet von einer ausgeprägten generalisierten Lymphadenopathie und anderen systemischen Zeichen.
Therapie
Die Behandlung der infektiösen Mononukleose ist primär symptomatisch und orientiert sich an leitliniengerechten Standards. Schmerz- und Fieberkontrolle erfolgt durch nicht‑steroidale Antirheumatika oder Paracetamol; antipyretische Maßnahmen sollten individuell angepasst werden. Aufgrund des Risikos einer Splenomegalie wird von körperlicher Anstrengung (insbesondere Kontaktsport) für mehrere Wochen abgeraten, bis eine klinisch stabile Größe der Milz bestätigt ist. Bei schweren Verläufen mit ausgeprägter Hepatitis oder komplizierten Manifestationen kann ein gezieltes antivirales Vorgehen erwogen werden; jedoch gibt es keine allgemein empfohlene medikamentöse Standardtherapie, da die Evidenzlage für spezifische Antivirale begrenzt ist.
Besondere Populationen
Bei Schwangeren besteht grundsätzlich das Risiko einer vertikalen Transmission von EBV, wobei klinisch meist milde Verläufe beobachtet werden; eine spezielle Therapie wird nicht empfohlen. Kinder zeigen häufig ein weniger ausgeprägtes exanthematisches Bild und können asymptomatisch verlaufen. Ältere Patienten haben tendenziell ein erhöhtes Komplikationsrisiko, insbesondere für hepatische Beteiligungen. Bei eingeschränkter Nieren- oder Leberfunktion ist die Dosierung von symptomatischen Medikamenten (z. B. NSAIDs) anzupassen, wobei parenterale Optionen zu bevorzugen sind.
Sonderfälle & aktuelle Studienlage
Seltene Konstellationen wie eine gleichzeitige Infektion mit anderen Herpesviren oder das Auftreten eines Burkitt‑Lymphoms im Kontext einer chronischen EBV-Infektion werden in der Literatur nur sporadisch beschrieben; die Evidenz für spezifische therapeutische Interventionen bleibt unzureichend. Aktuelle Studien untersuchen immunmodulierende Ansätze und neue antivirale Substanzen, jedoch liegen bislang keine belastbaren Daten vor, die eine Änderung der bestehenden symptomatischen Therapie rechtfertigen.
Verwandte Codes
Zu diesem Aspekt liegt in den geprüften Quellen keine belastbare Evidenz vor.
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