Wissensartikel · DE
Internes Hämorrhoid (I84.2): Diagnostik, Differenzialdiagnosen & Therapie‑Standard
Stärkste Quellenart: Übersichtsarbeit
- Übersichtsarbeit: 5
Einordnung nach dem Studientyp der zitierten Quellen laut PubMed bzw. Leitlinienregister. Sie bewertet nicht, ob einzelne Aussagen des Artikels durch diese Quellen belegt sind. Zurückgezogene und nicht bestätigte Quellenangaben zählen nicht.
In diesem Artikel
Übersicht
Das innere Hämorrhoid ist eine vaskuläre Ausstülpung der oberen Analzone, die primär aus venösen Gefäßbündeln und Bindegewebe besteht. Epidemiologisch tritt es häufig im mittleren Lebensalter auf; Prävalenzangaben variieren stark, da viele Betroffene asymptomatisch bleiben. Klinisch relevant ist das innere Hämorrhoid wegen seiner Neigung zu Blutungen, Prolaps und möglicher Komplikationen wie Thrombose oder Entzündung, die die Lebensqualität beeinträchtigen können.
Klinisches Erscheinungsbild
Typische Leitsymptome des inneren Hämorrhoids sind schmerzlose, makuläre Blutungen bei Stuhlgang sowie das Auftreten von Schleim. In fortgeschrittenen Stadien (nach der Klassifikation nach Goligher) kann ein prolapsierender Polypus entstehen, der sich selbst zurückziehen lässt (Grade I‑II) oder dauerhaft prolapst (Grade III‑IV). Der Verlauf ist häufig episodisch, wobei Beschwerden mit erhöhtem intraabdominalem Druck (z. B. bei Verstopfung) zusammenhängen.
Diagnostik
Die Anamnese fokussiert auf rektale Blutungen, Stuhlgänge, Ernährung und Begleiterkrankungen des Gastrointestinaltrakts. Die digitale Rektalanalyse ermöglicht die Beurteilung von Lage, Größe und Beweglichkeit des Hämorrhoids; bei Verdacht auf Prolaps wird eine proktologische Inspektion im Steißlage‑ oder Vierfüßlerstand durchgeführt. Laboruntersuchungen sind primär zur Ausschlussdiagnostik von Blutungsursachen (z. B. Anämie, Entzündungsparameter) indiziert. Bildgebende Verfahren finden selten Anwendung, außer bei komplizierten Fällen.
Differenzialdiagnosen
Wichtige abzugrenzende Diagnosen umfassen Analfissuren (schmerzhafte Blutungen), rektale Polypen oder Tumoren (blutend, evtl. massiver), entzündliche Darmerkrankungen wie Colitis ulcerosa (chronische Blutungen, Schleim) sowie Analkrebs. Die Unterscheidungsmerkmale liegen in der Schmerzlokalisation, dem Auftreten von Prolaps und den endoskopischen Befunden.
Therapie
Die leitliniengerechte Standardtherapie beginnt mit konservativen Maßnahmen: Erhöhung der Ballaststoffzufuhr, ausreichende Flüssigkeitsaufnahme und Sitzbäder zur Reduktion des intraabdominalen Drucks. Bei anhaltenden Beschwerden kommen medikamentöse Optionen zum Einsatz, die lokal wirksam sind und Entzündungs- sowie Gefäßreaktionen modulieren. Sollte eine symptomatische Besserung ausbleiben, wird ein interventionsbasierter Ansatz empfohlen, der minimalinvasive Techniken wie Gummibandligatur oder Infrarotkoagulation umfasst. Operative Verfahren (z. B. Stapler-Hämorrhoidektomie) werden für hochgradige Prolapsstadien und therapieresistente Fälle reserviert.
Besondere Populationen
Zu diesem Aspekt liegt in den geprüften Quellen keine belastbare Evidenz vor.
Sonderfälle & aktuelle Studienlage
Zu diesem Aspekt liegt in den geprüften Quellen keine belastbare Evidenz vor.
Verwandte Codes
Zu diesem Aspekt liegt in den geprüften Quellen keine belastbare Evidenz vor.
Gesundheitsinformationen ersetzen keine individuelle medizinische Beratung.