Zum Inhalt

HealthOSArtikel A–Z

Arbeitsbereiche

Nachschlagen

Wissensartikel · DE

Intussuszeption bei Kindern – Diagnostik, Differenzialdiagnosen & Therapie‑Standard (K56.1)

Stärkste Quellenart: Fallbericht oder Meinungsbeitrag
  • Fallbericht oder Meinungsbeitrag: 1
  • Fachartikel ohne Angabe des Studientyps: 2

Einordnung nach dem Studientyp der zitierten Quellen laut PubMed bzw. Leitlinienregister. Sie bewertet nicht, ob einzelne Aussagen des Artikels durch diese Quellen belegt sind. Zurückgezogene und nicht bestätigte Quellenangaben zählen nicht.

HOS-024085

In diesem Artikel
  1. Übersicht
  2. Klinisches Erscheinungsbild
  3. Diagnostik
  4. Differenzialdiagnosen
  5. Therapie
  6. Besondere Populationen
  7. Sonderfälle & aktuelle Studienlage
  8. Verwandte Codes

Übersicht

Intussuszeption bezeichnet das Eindringen eines proximalen Darmsegments in ein distaleres Segment, wodurch eine telescopierende Konfiguration entsteht. Während die Erkrankung bei Kindern häufig idiopathisch und benign verläuft, ist sie beim Erwachsenen selten (Inzidenz < 5 % aller Intussuszeptionen) und meist sekundär zu einer pathologischen Lead‑Point‑Lesion. Klinisch relevant ist die Gefahr von Darmobstruktion, Ischämie und Perforation, was eine rasche Diagnostik und Therapie erfordert.

Klinisches Erscheinungsbild

Erwachsene Patienten präsentieren sich häufig mit unspezifischen abdominalen Beschwerden: kolikartige Schmerzen, Übelkeit, Erbrechen und intermittierender Stuhl- oder Blutverlust. Der Verlauf ist oft episodisch, wobei die Symptome bei spontaner Reduktion des Intussuszeptums abklingen können. Bei Tumor‑assoziierten Fällen kann ein lokaler Schmerz mit einem tastbaren massiven Abdomen einhergehen. Das klinische Bild unterscheidet sich von der typischen pädiatrischen Präsentation, in der das Erbrechen und die „Zieh‑und‑Schub“-Symptomatik dominieren.

Diagnostik

Die Anamnese fokussiert auf akute abdominale Schmerzepisoden, vorherige Bauchoperationen oder bekannte Tumorerkrankungen. Die körperliche Untersuchung kann ein druckschmerzhaftes Abdomen mit möglicher Palpation einer massiven, beweglichen Struktur ergeben. Laborparameter sind unspezifisch; Entzündungsmarker können erhöht sein, weisen jedoch keine Differenzierung auf. Bildgebend ist die Sonographie bei Erwachsenen weniger sensitiv, während die Computertomografie (CT) das diagnostische Mittel der Wahl darstellt: Sie zeigt das charakteristische „Target‑“ bzw. „Mickey‑Mouse“-Signal, das die telescopierende Darmwand visualisiert und gleichzeitig mögliche Lead‑Points wie Tumoren identifiziert. Endoskopie kann ergänzend eingesetzt werden, insbesondere bei kolikaler Lokalisation im Kolon, um eine direkte Sicht auf die Läsion zu ermöglichen und ggf. therapeutisch zu intervenieren.

Differenzialdiagnosen

Wichtige abzugrenzende Diagnosen umfassen mechanische Darmobstruktionen durch adhäsive Strikturen, Tumor‑assoziierte Stenosen, entzündliche Darmerkrankungen mit strikten Segmenten (z. B. Morbus Crohn) sowie akute mesenteriale Ischämie. Charakteristisch für die Intussuszeption ist das kombinierte Vorhandensein von telescopierenden Darmsegmenten und häufig einer identifizierbaren Lead‑Point-Läsion, was in der Bildgebung deutlich erkennbar ist.

Therapie

Bei Erwachsenen gilt eine leitliniengerechte Therapie, die primär chirurgisch ausgerichtet ist. Der operative Ansatz richtet sich nach Lokalisation und vermuteter Pathologie: Bei kolikaler Intussuszeption im Kolon wird häufig ein resektiver Eingriff mit Primäranastomose empfohlen, um das Risiko einer malignen Läsion zu adressieren. In ausgewählten Fällen kann eine endoskopische Reduktion versucht werden, insbesondere wenn die Lead‑Point-Läsion eindeutig benigne erscheint und keine Zeichen von Ischämie vorliegen. Die Entscheidung für konservative versus operative Therapie muss individuell anhand der klinischen Stabilität, Bildgebungsergebnisse und des Verdachts auf Malignität getroffen werden.

Besondere Populationen

Zu diesem Aspekt liegt in den geprüften Quellen keine belastbare Evidenz vor.

Sonderfälle & aktuelle Studienlage

Zu diesem Aspekt liegt in den geprüften Quellen keine belastbare Evidenz vor.

Verwandte Codes

Zu diesem Aspekt liegt in den geprüften Quellen keine belastbare Evidenz vor.

Gesundheitsinformationen ersetzen keine individuelle medizinische Beratung.