Zum Inhalt

HealthOSArtikel A–Z

Arbeitsbereiche

Nachschlagen

Wissensartikel · DE

Androgenresistenz‑Syndrom (ICD‑10 E34.51): Differenzialdiagnostik & Therapie‑Standard

Stärkste Quellenart: Fachartikel ohne Angabe des Studientyps
  • Fachartikel ohne Angabe des Studientyps: 1
  • Sonstige Quelle: 2

Einordnung laut PubMed bzw. Leitlinienregister. Zurückgezogene und nicht bestätigte Quellenangaben zählen nicht.

Die Quellenart sagt nicht aus, ob die Aussagen dieses Artikels geprüft und belegt sind.

In diesem Artikel
  1. Übersicht
  2. Klinisches Erscheinungsbild
  3. Diagnostik
  4. Differenzialdiagnosen
  5. Therapie
  6. Besondere Populationen
  7. Sonderfälle & aktuelle Studienlage
  8. Verwandte Codes

Übersicht

Das komplette Androgenresistenz‑Syndrom (CAIS) ist eine seltene genetische Störung, bei der trotz eines 46,XY‑Karyotyps die Zielzellen für Testosteron und Dihydrotestosteron nicht mehr ansprechen. Die Prävalenz liegt im Bereich von wenigen Fällen pro 100 000 Lebendgeburten. Klinisch führt dies zu einer weiblichen äußeren Genitalentwicklung trotz männlicher Gonaden, was erhebliche psychosoziale und medizinische Implikationen mit sich bringt.

Klinisches Erscheinungsbild

Betroffene werden in der Regel im Kindesalter oder bei der Pubertät vorgestellt. Typisch ist das Fehlen von sekundären männlichen Merkmalen wie Körperbehaarung, tiefere Stimme und Muskelmasse trotz normaler oder erhöhter Testosteronspiegel. Die äußeren Genitalien erscheinen weiblich, jedoch fehlt die Gebärmutter, und die Gonaden sind intraabdominale oder inguinale Keimdrüsen, die ein erhöhtes Risiko für Malignität besitzen. In der Pubertät kommt es zu einer Brustentwicklung durch Östrogen‑Umwandlung, jedoch bleibt die Menstruation aus.

Diagnostik

Die Diagnose basiert auf einer Kombination aus klinischer Befunderhebung, bildgebender Diagnostik und genetischer Analyse. Anamnese erfasst das Fehlen von Menstruation und mögliche familiäre Fälle von Geschlechtsentwicklungsstörungen. Die körperliche Untersuchung zeigt fehlende mütterliche Strukturen und intraabdominale Gonaden. Ultraschall oder Magnetresonanztomographie bestätigt das Fehlen einer Uterus‑Vagina‑Anlage und lokalisieren die Keimdrüsen. Der definitive Nachweis erfolgt durch molekulargenetische Identifikation von Mutationen im Androgenrezeptor‑Gen (AR). Diese Befunde erfüllen die diagnostischen Kriterien für CAIS.

Differenzialdiagnosen

Wichtige abzugrenzende Diagnosen umfassen das Mayer‑Rokitansky‑Küster‑Hauser‑Syndrom, bei dem eine normale weibliche Gonadensituation mit fehlender Uterus‑Vagina‑Anlage besteht, sowie das Polyzystische Ovarialsyndrom, das hormonell bedingt ist und typischerweise eine ovarielle Funktion aufweist. Weitere Differenzialdiagnosen sind andere Formen der partiellen Androgenresistenz, 5‑α‑Reduktase‑Mangel und intersexuelle Varianten mit XY‑Karyotyp und unterschiedlicher Gonadensituation.

Therapie

Die therapeutische Grundstrategie umfasst ein interdisziplinäres Management. Chirurgisch wird häufig eine Gonadenektomie nach Erreichen der Pubertät empfohlen, um das Malignitätsrisiko zu reduzieren, wobei die Entscheidung individuell getroffen werden sollte. Hormonell erfolgt eine Östrogen‑Substitutionstherapie, um die sekundären weiblichen Geschlechtsmerkmale zu erhalten und den Knochenstoffwechsel zu unterstützen. Psychosoziale Betreuung ist integraler Bestandteil, um Identitätsfragen und soziale Integration zu adressieren.

Besondere Populationen

Zu diesem Aspekt liegt in den geprüften Quellen keine belastbare Evidenz vor.

Sonderfälle & aktuelle Studienlage

Zu diesem Aspekt liegt in den geprüften Quellen keine belastbare Evidenz vor.

Verwandte Codes

Zu diesem Aspekt liegt in den geprüften Quellen keine belastbare Evidenz vor.

Gesundheitsinformationen ersetzen keine individuelle medizinische Beratung.