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Leberinfarkt (K76.3) – Diagnostik, Differenzialdiagnostik und Therapie-Standard
Stärkste Quellenart: Beobachtungs- oder Vergleichsstudie
- Beobachtungs- oder Vergleichsstudie: 1
- Fallbericht oder Meinungsbeitrag: 1
- Fachartikel ohne Angabe des Studientyps: 1
Einordnung nach dem Studientyp der zitierten Quellen laut PubMed bzw. Leitlinienregister. Sie bewertet nicht, ob einzelne Aussagen des Artikels durch diese Quellen belegt sind. Zurückgezogene und nicht bestätigte Quellenangaben zählen nicht.
In diesem Artikel
Übersicht
Der Leberinfarkt beschreibt ein lokales nekrotisches Geschehen im parenchymalen Lebergewebe infolge einer akuten Gefäßobstruktion. Die Inzidenz ist sehr gering, da die Leber über ein umfangreiches kollaterales Blutversorgungssystem verfügt; Fälle werden meist im Kontext chirurgischer Eingriffe oder seltener vaskulärer Ereignisse berichtet. Klinisch relevant wird der Leberinfarkt durch das Risiko einer sekundären Infektion, Sepsis und möglicher Leberversagenskomplikationen.
Klinisches Erscheinungsbild
Typische Leitsymptome eines Leberinfarkts umfassen plötzlich einsetzende rechtsseitige Oberbauchschmerzen, die häufig mit einem drückenden Charakter beschrieben werden. Begleitend können Übelkeit, Erbrechen und allgemeines Unwohlsein auftreten. In den beschriebenen Fällen nach größeren abdominalen Operationen wurde zudem eine milde Ikterusentwicklung beobachtet. Der klinische Verlauf ist meist akut, wobei sich innerhalb weniger Tage ein Abklingen der Schmerzen mit gleichzeitigem Anstieg von Entzündungsparametern im Labor zeigen kann.
Diagnostik
Die Anamnese fokussiert auf kürzlich erfolgte abdominale Eingriffe, insbesondere gastrektomieähnliche oder Whipple-Operationen, da diese als häufigste Auslöser genannt werden. Klinisch wird ein lokaler Abwehrspannungsbefund über dem rechten Oberbauch gesucht. Laborchemisch zeigen sich meist erhöhte transaminasen sowie eine milde Erhöhung der alkalischen Phosphatase; Leukozytose kann vorhanden sein, ist jedoch nicht spezifisch. Bildgebend sind Sonographie und Computertomografie (CT) die zentralen Verfahren: In den Fallbeschreibungen zeigte die CT ein hypodenses Areal im Leberparenchym ohne Kontrastaufnahme, das dem klinischen Befund entspricht. Die Kombination aus typischer Anamnese, charakteristischem Bildbefund und Laborveränderungen ermöglicht die Diagnose eines Leberinfarkts.
Differenzialdiagnosen
Wichtige abzugrenzende Diagnosen umfassen eine akute Hepatitis, intrahepatischer Abszess, fokale nekrotisierende Cholangitis sowie tumoröse Läsionen. Im Unterschied zur Hepatitis zeigen sich bei einem Infarkt meist segmental begrenzte Bildveränderungen ohne diffuse Leberparenchymbeteiligung. Ein Abszess weist häufig eine rimartige Kontrastanreicherung und klinische Zeichen einer Infektion auf, während ein Tumor typischerweise progressive Wachstumsmuster und unterschiedliche Kontrastdynamik präsentiert.
Therapie
Die Behandlung richtet sich nach den Prinzipien der Gefäßrekonstruktion und der Vermeidung sekundärer Komplikationen. In den beschriebenen Fällen wurde eine leitliniengerechte Therapie mit antithrombotischen Maßnahmen kombiniert, um die weitere Thromboseausbreitung zu verhindern. Zusätzlich wird eine supportive Therapie mit Flüssigkeits- und Elektrolytausgleich sowie engmaschiger Überwachung von Leberfunktionstests empfohlen. Bei Anzeichen einer bakteriellen Superinfektion ist ein breites antibiotisches Spektrum indiziert.
Besondere Populationen
Zu diesem Aspekt liegt in den geprüften Quellen keine belastbare Evidenz vor.
Sonderfälle & aktuelle Studienlage
Zu diesem Aspekt liegt in den geprüften Quellen keine belastbare Evidenz vor.
Verwandte Codes
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