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Lebertransplantation – Indikationen, Diagnostik‑Algorithmus & Therapie‑Standard

Stärkste Quellenart: Beobachtungs- oder Vergleichsstudie
  • Beobachtungs- oder Vergleichsstudie: 1
  • Übersichtsarbeit: 3
  • Fachartikel ohne Angabe des Studientyps: 2

Einordnung nach dem Studientyp der zitierten Quellen laut PubMed bzw. Leitlinienregister. Sie bewertet nicht, ob einzelne Aussagen des Artikels durch diese Quellen belegt sind. Zurückgezogene und nicht bestätigte Quellenangaben zählen nicht.

HOS-041483

In diesem Artikel
  1. Übersicht
  2. Klinisches Erscheinungsbild
  3. Diagnostik
  4. Differenzialdiagnosen
  5. Therapie
  6. Besondere Populationen
  7. Sonderfälle & aktuelle Studienlage
  8. Verwandte Codes

Übersicht

Die Lebertransplantation ist die definitive Therapie für das terminale Versagen der Leber und ausgewählte hepatische Malignome. In Deutschland werden jährlich mehrere tausend Transplantationen durchgeführt, wobei sowohl Lebendspender als auch verstorbene Spender zum Einsatz kommen. Die Indikationsstellung orientiert sich an einer Kombination aus klinischer Verschlechterung, objektiven Prognosemodellen und Tumorkriterien. Die steigende Nachfrage nach Organen hat zu einer vermehrten Integration von Lebendspendern geführt, um das Defizit zwischen Angebot und Bedarf zu verringern.

Klinisches Erscheinungsbild

Patientinnen und Patienten mit fortgeschrittener Leberzirrhose präsentieren sich typischerweise mit Aszites, hepatischer Enzephalopathie, varikösen Blutungen und einer zunehmenden Müdigkeit. Laborchemisch zeigen sie eine progressive Erhöhung der Bilirubinwerte, verlängerte Prothrombinzeit und ein Absinken des Albumins. Bei hepatozellulären Karzinomen (HCC) können zusätzlich Tumormarker wie Alpha‑Fetoprotein erhöht sein; bildgebend finden sich hypervaskuläre Läsionen im arterialen Phase‑CT oder -MRI. Der klinische Verlauf ist häufig durch akute Dekompensationen gekennzeichnet, die eine dringende Transplantationsbewertung auslösen.

Diagnostik

Die Diagnosestellung beruht auf einer strukturierten Anamnese (z. B. Alkoholmissbrauch, virale Hepatitis, Autoimmunerkrankungen) und einer körperlichen Untersuchung zur Erfassung von Zeichen der Portal‑Hypertension. Laboruntersuchungen umfassen Leberfunktionstests, Gerinnungsstatus und renale Parameter. Bildgebende Verfahren (Ultraschall, CT, MRI) dienen der Bewertung von Tumorgröße, -zahl und -ausdehnung sowie der Ausschluss von extrahepatischen Metastasen. Zur objektiven Einschätzung des Mortalitätsrisikos werden etablierte Scores wie MELD‑Na verwendet. Für die Kandidatenauswahl bei HCC gelten spezifische morphologische Kriterien (z. B. Tumorgröße ≤5 cm oder bis zu drei Läsionen ≤3 cm).

Differenzialdiagnosen

Wichtige abzugrenzende Erkrankungen umfassen akutes Leberversagen infolge von Medikamententoxizität, schwere cholestatische Erkrankungen wie primär sklerosierende Cholangitis und fokale hepatische Läsionen (z. B. benigne Adenome). Bei Aszites muss zwischen portalvenöser Hypertension und nephrotischem Syndrom differenziert werden; die Analyse des Aszites (Serum‑Aszites‑Gradient) liefert hierzu Hinweise.

Therapie

Die Indikation zur Lebertransplantation wird gestellt, wenn trotz optimaler medikamentöser Standardtherapie ein MELD‑Na ≥15 erreicht ist oder bei Tumoren, die die definierten morphologischen Kriterien erfüllen und keine Kontraindikationen bestehen. Die Transplantationsstrategie kann entweder über einen verstorbenen Spender (orthotopisch) oder mittels Lebendspende erfolgen; Letzteres hat in den letzten Jahren an Bedeutung gewonnen, um das Organdefizit zu kompensieren. Prä‑transplantativ wird eine umfassende Optimierung der kardialen und pulmonalen Funktion sowie ein Management von Infektionen angestrebt. Postoperativ steht die immunsuppressive Therapie im Vordergrund, wobei das Ziel die Verhinderung einer akuten Abstoßung bei gleichzeitiger Minimierung von Nebenwirkungen ist.

Besondere Populationen

Zu diesem Aspekt liegt in den geprüften Quellen keine belastbare Evidenz vor.

Sonderfälle & aktuelle Studienlage

Aktuelle Analysen zeigen, dass Unterschiede in der Versorgung von pädiatrischen Patientinnen und Patienten bestehen, insbesondere hinsichtlich des Zugangs zu Lebendspendern. Internationale Registerdaten aus Japan verdeutlichen regionale Variabilitäten bei Indikationskriterien für hepatische Malignome. Darüber hinaus wird ein Zusammenhang zwischen dem Darmmikrobiom und postoperativen Infektionen diskutiert, wobei weitere Forschung nötig ist, um klinische Implikationen abzuleiten.

Verwandte Codes

Zu diesem Aspekt liegt in den geprüften Quellen keine belastbare Evidenz vor.

Gesundheitsinformationen ersetzen keine individuelle medizinische Beratung.