Zum Inhalt

HealthOSArtikel A–Z

Arbeitsbereiche

Nachschlagen

Wissensartikel · DE

Leptospirose – Differenzialdiagnostik und Therapie‑Standard (Stufe 2)

Stärkste Quellenart: Systematische Übersicht oder Metaanalyse
  • Systematische Übersicht oder Metaanalyse: 1
  • Übersichtsarbeit: 4

Einordnung nach dem Studientyp der zitierten Quellen laut PubMed bzw. Leitlinienregister. Sie bewertet nicht, ob einzelne Aussagen des Artikels durch diese Quellen belegt sind. Zurückgezogene und nicht bestätigte Quellenangaben zählen nicht.

HOS-040000

In diesem Artikel
  1. Übersicht
  2. Klinisches Erscheinungsbild
  3. Diagnostik
  4. Differenzialdiagnosen
  5. Therapie
  6. Besondere Populationen
  7. Sonderfälle & aktuelle Studienlage
  8. Verwandte Codes

Übersicht

Leptospirose ist eine zoonotische Infektion, die durch spiralige Bakterien der Gattung Leptospira verursacht wird. Sie tritt weltweit auf, wobei besonders tropische und subtropische Regionen mit hoher Niederschlagsmenge ein erhöhtes Risiko aufweisen. In gemäßigten Klimazonen kommt die Erkrankung vor allem bei beruflicher Exposition (z. B. Landwirte, Tierärzte) oder nach Naturkatastrophen wie Überschwemmungen vor. Die klinische Relevanz liegt in der potenziell schweren Verläufe mit hepatischer, renaler und pulmonaler Beteiligung, die ohne adäquate Therapie zu Mortalität führen können.

Klinisches Erscheinungsbild

Das Krankheitsbild ist heterogen. Typischerweise folgt nach einer kurzen Inkubationszeit von 5–14 Tagen ein abruptes Fieber, begleitet von Kopfschmerzen, Myalgien und Schüttelfrost. Häufig treten Konjunktivitis, exanthematische Hautveränderungen sowie gastrointestinal‑ und urogenitale Symptome auf. In schweren Verläufen kann eine icterische Leberbeteiligung mit Gelbsucht, akutes Nierenversagen oder hämorrhagische Lungenentzündung entstehen. Der Verlauf lässt sich grob in zwei Phasen unterteilen: eine initiale leptospireme Phase mit unspezifischen Inflationszeichen und anschließend eine immunologische Phase, in der Organmanifestationen dominieren.

Diagnostik

Die Anamnese fokussiert auf Kontakt zu potenziellen Reservoirtieren (Ratten, Nutztiere) oder Aufenthalt in Endemiegebieten sowie Exposition gegenüber kontaminiertem Wasser. Klinisch wird die Kombination aus Fieber, Myalgien und möglicher Ikterus‑ bzw. pulmonaler Symptome als Hinweis gewertet. Laborchemisch zeigen sich häufig eine erhöhte Leukozytose mit linksverschobener Differenzierung, transaminase Erhöhungen sowie ein Anstieg der Serumbilirubinwerte. Die serologische Bestätigung erfolgt durch den Nachweis von Antikörpern mittels Mikrotiteragglutinationstest (MAT). In frühen Stadien kann die direkte Identifikation von Leptospira im Blut oder Urin mittels Polymerase‑Kettenreaktion (PCR) hilfreich sein.

Differenzialdiagnosen

Wichtige abzugrenzende Erkrankungen umfassen andere akute fieberhafte Infektionen wie Dengue, Malaria, Typhus und Rickettsiosen. Hepatotropie Erkrankungen (z. B. virale Hepatitis), akutes Nierenversagen durch andere Ursachen sowie pulmonale Hämorrhagien bei Vaskulitis müssen berücksichtigt werden. Die Unterscheidung basiert auf spezifischen Anamnese‑Merkmalen, serologischen Profilen und organbezogenen Laborbefunden.

Therapie

Die Behandlung richtet sich nach den Empfehlungen für eine leitliniengerechte Therapie von bakteriellen Infektionen mit möglicher schwerer Organbeteiligung. In der akuten Phase wird ein breites antibakterielles Spektrum eingesetzt, das gegen gramnegative Spirochäten wirksam ist und sowohl in der Blut‑ als auch in der Urinphase aktiv bleibt. Bei schweren Verläufen, insbesondere bei pulmonaler Hämorrhagie oder Niereninsuffizienz, sollte die Therapie unverzüglich begonnen werden, um Organversagen zu verhindern.

Besondere Populationen

Zu diesem Aspekt liegt in den geprüften Quellen keine belastbare Evidenz vor.

Sonderfälle & aktuelle Studienlage

Zu diesem Aspekt liegt in den geprüften Quellen keine belastbare Evidenz vor.

Verwandte Codes

Zu diesem Aspekt liegt in den geprüften Quellen keine belastbare Evidenz vor.

Gesundheitsinformationen ersetzen keine individuelle medizinische Beratung.