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Lungenentzündung (Pneumonie) – Diagnostik, Differenzialdiagnostik & Therapie‑Standard (ICD‑10 J18.9)
Stärkste Quellenart: Übersichtsarbeit
- Übersichtsarbeit: 2
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In diesem Artikel
Übersicht
Die Lungenentzündung (Pneumonie) ist eine akute entzündliche Erkrankung des Lungenparenchyms, die durch infektiöse Erreger oder selten nicht‑infektiöse Ursachen ausgelöst werden kann. In Deutschland stellt sie nach Herz‑Kreislauf-Erkrankungen und Krebs eine der häufigsten Todesursachen bei hospitalisierten Patienten dar. Die hohe Morbidität und Mortalität begründen die Notwendigkeit einer schnellen Diagnostik und zielgerichteten Therapie, insbesondere in Risikogruppen wie älteren Menschen oder immunsupprimierten Patienten.
Klinisches Erscheinungsbild
Typische Leitsymptome einer akuten Lungenentzündung umfassen plötzlich auftretenden Husten, oft mit produktivem Auswurf, fieberhafte Temperaturerhöhung und pleurische Brustschmerzen. Atemnot kann variabel sein und ist bei schweren Verläufen oder Begleiterkrankungen ausgeprägter. Klinisch zeigt sich häufig eine Tachypnoe, erhöhte Atemfrequenz sowie Rasselgeräusche über den betroffenen Lungenabschnitten. Der Krankheitsverlauf beginnt meist abrupt, kann jedoch innerhalb weniger Tage zu einer Verschlechterung führen, insbesondere wenn Komorbiditäten vorliegen.
Diagnostik
Die Anamnese richtet sich nach typischen Symptomen und Risikofaktoren wie Alter, Immunsuppression oder vorheriger Antibiotikatherapie. Die körperliche Untersuchung konzentriert sich auf Atemgeräusche, Auskultation von Rassel‑ bzw. Giemen und die Beurteilung der Sauerstoffsättigung. Laborparameter zeigen häufig eine Leukozytose mit Linksverschiebung sowie erhöhte Entzündungsmarker (CRP, Procalcitonin). Bildgebend ist das Thorax‑Röntgen ein zentrales Werkzeug; es ermöglicht den Nachweis von Infiltraten, die typischerweise lobär oder segmental verteilt sind. Bei Unsicherheit kann eine Computertomographie (CT) ergänzend eingesetzt werden, um komplexere Befunde zu klären. Die Diagnose wird anhand einer Kombination aus klinischem Bild, Laborwerten und radiologischen Befunden gestellt.
Differenzialdiagnosen
Wichtige abzugrenzende Diagnosen umfassen chronisch obstruktive Lungenerkrankungen mit Exazerbation, interstitielle Lungenkrankheiten, Lungenembolie sowie Herzinsuffizienz mit pulmonalem Ödem. Bei exazerbierter COPD liegt häufig ein produktiver Husten vor, jedoch sind die radiologischen Muster (z. B. hyperinflierte Lungenfelder) und das Vorhandensein von Emphysem charakteristisch. Interstitielle Erkrankungen zeigen meist ein diffuses Grundgeräusch ohne fokale Infiltrate. Eine Lungenembolie kann ähnliche Atemnot verursachen, jedoch fehlt typischerweise der infiltrative Befund im Röntgenbild; stattdessen können Zeichen wie Westermark‑ oder Hampton‑Humps auftreten.
Therapie
Die Behandlung orientiert sich an einer leitliniengerechten, pathogenbezogenen Antibiotikatherapie, die nach Erhebung von Erregerverdachtsbildern und lokaler Resistenzlage ausgewählt wird. Bei unkomplizierten Verläufen ist eine orale Therapie ausreichend, während bei schweren Fällen oder Hospitalisierung intravenöse Substanzen bevorzugt werden. Zusätzlich zur antimikrobiellen Therapie sind supportive Maßnahmen wie ausreichende Flüssigkeitszufuhr, Sauerstoffgabe bei Hypoxämie und ggf. Atemphysiotherapie integraler Bestandteil des Managements. Impfungen gegen Pneumokokken und Influenza gelten als präventive Kernstrategien zur Reduktion von Morbidität und Mortalität.
Besondere Populationen
Zu diesem Aspekt liegt in den geprüften Quellen keine belastbare Evidenz vor.
Sonderfälle & aktuelle Studienlage
Zu diesem Aspekt liegt in den geprüften Quellen keine belastbare Evidenz vor.
Verwandte Codes
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