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Mesenterialinfarkt (K55.9) – Diagnostik, Differenzialdiagnosen & Therapie‑Standard

Stärkste Quellenart: Übersichtsarbeit
  • Übersichtsarbeit: 2

Einordnung nach dem Studientyp der zitierten Quellen laut PubMed bzw. Leitlinienregister. Sie bewertet nicht, ob einzelne Aussagen des Artikels durch diese Quellen belegt sind. Zurückgezogene und nicht bestätigte Quellenangaben zählen nicht.

HOS-039574

In diesem Artikel
  1. Übersicht
  2. Klinisches Erscheinungsbild
  3. Diagnostik
  4. Differenzialdiagnosen
  5. Therapie
  6. Besondere Populationen
  7. Sonderfälle & aktuelle Studienlage
  8. Verwandte Codes

Übersicht

Der Mesenterialinfarkt bezeichnet einen akuten Verschluss der arteriellen Versorgung des Dünn- oder Dickdarms, welcher zu einem ischämischen Nekroseprozess führt. Er ist selten, jedoch mit einer hohen Morbidität und Mortalität verbunden, da die klinische Präsentation unspezifisch sein kann und ein rasches therapeutisches Eingreifen erforderlich ist.

Klinisches Erscheinungsbild

Typische Leitsymptome eines akuten Mesenterialinfarkts sind plötzlich einsetzende, schwere abdominale Schmerzen, die häufig disproportional zur initialen körperlichen Untersuchung erscheinen. Begleitend können Übelkeit, Erbrechen und ein abnormales Darmgeräuschmuster auftreten. Der klinische Verlauf ist meist progressiv; unbehandelt führt der Infarkt zu transmuraler Nekrose, Perforation und sekundärer Sepsis.

Diagnostik

Die Anamnese fokussiert auf Risikofaktoren für vaskuläre Ereignisse (z. B. Atherosklerose, Vorhofflimmern) sowie akute Schmerzcharakteristika. Die körperliche Untersuchung zeigt häufig einen weichen, aber schmerzhaften Abdomen ohne eindeutige Abwehrspannung im Frühstadium. Laborparameter können unspezifisch sein; erhöhte Laktatwerte und Leukozytose weisen jedoch auf Gewebeschädigung hin. Bildgebend ist die Computertomographie mit Kontrastmittel (CT-Angiografie) das bevorzugte Verfahren, um den Gefäßverschluss zu visualisieren und sekundäre Komplikationen auszuschließen. Die Diagnose wird gestellt, wenn ein arterieller Verschluss nachgewiesen wird und klinische Zeichen einer Ischämie vorliegen.

Differenzialdiagnosen

Wichtige abzugrenzende Diagnosen umfassen akute Appendizitis, perforierte Ulkuskrankheit, akute Pankreatitis, Darmobstruktion durch Tumor oder Adhäsionen sowie andere Ursachen für akuten Bauchschmerz wie mesenteriale Venenthrombose. Charakteristische Unterschiede liegen in der Schmerzlokalisation, dem Vorhandensein von Peritonismus und den bildgebenden Befunden (z. B. fehlende arteriellen Verschluss bei anderen Pathologien).

Therapie

Die leitliniengerechte Therapie besteht aus einer sofortigen hämodynamischen Stabilisierung, gefolgt von einer raschen revascularisierenden Maßnahme. Bei einem embolischen oder thrombotischen Verschluss wird in der Regel eine endovaskuläre Intervention (Thrombektomie, Stentimplantation) bevorzugt, sofern die anatomische Situation dies zulässt. In Fällen, in denen ein sofortiger Gefäßzugang nicht möglich ist oder bereits eine transmurale Nekrose vorliegt, ist eine chirurgische Exploration mit Resektion des nekrotischen Darmabschnitts indiziert. Der Einsatz eines vaskulären Chirurgen wird insbesondere dann empfohlen, wenn die Bildgebung einen komplexen Gefäßbefund zeigt.

Besondere Populationen

Zu diesem Aspekt liegt in den geprüften Quellen keine belastbare Evidenz vor.

Sonderfälle & aktuelle Studienlage

Zu diesem Aspekt liegt in den geprüften Quellen keine belastbare Evidenz vor.

Verwandte Codes

Zu diesem Aspekt liegt in den geprüften Quellen keine belastbare Evidenz vor.

Gesundheitsinformationen ersetzen keine individuelle medizinische Beratung.