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Mikrovaskuläre Angina pectoris (ICD‑10 I20.8): Diagnostik, Differenzialdiagnosen & Therapie‑Standard

Stärkste Quellenart: Übersichtsarbeit
  • Übersichtsarbeit: 2

Einordnung laut PubMed bzw. Leitlinienregister. Zurückgezogene und nicht bestätigte Quellenangaben zählen nicht.

Die Quellenart sagt nicht aus, ob die Aussagen dieses Artikels geprüft und belegt sind.

In diesem Artikel
  1. Übersicht
  2. Klinisches Erscheinungsbild
  3. Diagnostik
  4. Differenzialdiagnosen
  5. Therapie
  6. Besondere Populationen
  7. Sonderfälle & aktuelle Studienlage
  8. Verwandte Codes

Übersicht

Mikrovaskuläre Angina pectoris (MVA) beschreibt eine ischämische Brustschmerzsymptomatik, die trotz unauffälliger epicardialer Koronararterien auf eine Funktionsstörung der koronaren Mikrozirkulation zurückzuführen ist. Epidemiologisch wird MVA insbesondere bei Patientinnen und Patienten mit kardiovaskulären Risikofaktoren wie Hypertonie und Diabetes mellitus beobachtet; sie macht einen relevanten Anteil der akuten Brustschmerzsyndrome aus, wobei Frauen überproportional häufig betroffen sind. Die klinische Relevanz liegt in der hohen Symptomlast, dem erhöhten Risiko für kardiovaskuläre Ereignisse und der Herausforderung, die Erkrankung eindeutig zu diagnostizieren und zu therapieren.

Klinisches Erscheinungsbild

Typisch ist ein brennender oder drückender Brustschmerz, häufig ausgelöst durch körperliche Belastung oder Stress, jedoch mit normalen Befunden in der Koronarangiographie. Der Schmerz kann auch in Ruhephasen auftreten und ist häufig von einer verminderten Belastbarkeit begleitet. Objektiv zeigen sich meist keine Zeichen einer Myokardischämie im EKG; bei provokativen Tests (z. B. Ergometrie) können jedoch ST‑Depressionen oder symptomatische Angina ohne objektive Koronarobstruktion nachgewiesen werden.

Diagnostik

Die Diagnose beruht auf einer strukturierten Anamnese, die typische Anginasymptome trotz unauffälliger epicardialer Befunde erfasst. Klinisch‑physikalische Untersuchung und Basislabor (Blutbild, Lipidprofil, Nierenfunktion) dienen der Risikobewertung. Bildgebende Verfahren wie die Koronarangiographie schließen eine epicardiale Obstruktion aus. Funktionelle Tests zur Bewertung der Mikrozirkulation – zum Beispiel die Messung des koronaren Durchblutungsreserve (CFR) oder des Indexes für mikrovaskuläre Resistenz (IMR) mittels invasiver Druck‑ und Thermodilutionstechniken – gelten als diagnostische Schlüsselparameter. Nichtinvasive Methoden wie Stress‑MRT oder Myokard-Perfusions‑SPECT können ergänzend eingesetzt werden, wobei ihre Sensitivität für Mikrodysfunktion begrenzt ist.

Differenzialdiagnosen

Wichtige abzugrenzende Diagnosen umfassen:

  • Stabile koronare Herzkrankheit mit nicht signifikanter Stenose – hier liegt eine epikardiale Obstruktion vor, die in der Angiographie sichtbar wäre.
  • Prinzmetal‑Angina (vasospastische Angina) – gekennzeichnet durch reversible Koronarspasmen, häufig im Ruhezustand und nach Nitroglycerin reversibel.
  • Nichtkardiogene Brustschmerzen (z. B. gastroösophagealer Reflux, muskuloskelettale Ursachen) – typischerweise nicht mit Belastung assoziiert und zeigen keine kardiale Ischämie bei provokativen Tests.
  • Herzinsuffizienz mit Belastungsdyspnoe – unterscheidet sich durch ausgeprägte Dyspnoe, reduzierte Ejektionsfraktion und häufig Befunde im Echokardiogramm.

Therapie

Die Behandlung orientiert sich an leitliniengerechten Prinzipien zur Verbesserung der Mikrozirkulation und Reduktion von Risikofaktoren. Blutdruckkontrolle ist zentral; antihypertensive Therapien, insbesondere solche mit vasodilatatorischer Wirkung, werden empfohlen. Die Optimierung des Lipidprofils, Rauchstopp und Gewichtsreduktion sind integrale Bestandteile. Bei persistierender Symptomatik kommen medikamentöse Strategien zum Einsatz, die auf Verbesserung der Endothelfunktion und Reduktion von Entzündungen abzielen; hierzu zählen Medikamente mit nachgewiesener Wirkung auf die Mikrozirkulation. Zusätzlich wird körperliches Training empfohlen, da regelmäßige moderate Belastung die koronare Mikrozirkulationsreserve verbessern kann. Bei refraktärer Angina können invasive Verfahren wie die transkoronare Mikrovaskuläre Stimulation oder neuere interventionelle Techniken in Betracht gezogen werden, wobei die Evidenzlage hierfür noch begrenzt ist.

Besondere Populationen

Zu diesem Aspekt liegt in den geprüften Quellen keine belastbare Evidenz vor.

Sonderfälle & aktuelle Studienlage

Zu diesem Aspekt liegt in den geprüften Quellen keine belastbare Evidenz vor.

Verwandte Codes

Zu diesem Aspekt liegt in den geprüften Quellen keine belastbare Evidenz vor.

Gesundheitsinformationen ersetzen keine individuelle medizinische Beratung.