Zum Inhalt

HealthOSArtikel A–Z

Arbeitsbereiche

Nachschlagen

Wissensartikel · DE

Monteggia-Fraktur (S52.0) – Diagnostik, Differenzialdiagnosen & Therapie‑Standard

Stärkste Quellenart: Übersichtsarbeit
  • Übersichtsarbeit: 1

Einordnung nach dem Studientyp der zitierten Quellen laut PubMed bzw. Leitlinienregister. Sie bewertet nicht, ob einzelne Aussagen des Artikels durch diese Quellen belegt sind. Zurückgezogene und nicht bestätigte Quellenangaben zählen nicht.

HOS-004997

In diesem Artikel
  1. Übersicht
  2. Klinisches Erscheinungsbild
  3. Diagnostik
  4. Differenzialdiagnosen
  5. Therapie
  6. Besondere Populationen
  7. Sonderfälle & aktuelle Studienlage
  8. Verwandte Codes

Übersicht

Die Monteggia‑Fraktur bezeichnet die Kombination aus einer proximalen ulna‑diaphysären Fraktur und einer dislozierten radialen Kopflage, meist des Kopfes oder des Oberarms. Sie tritt überwiegend bei Kindern auf, wobei das Verletzungsmuster im Erwachsenenalter seltener ist. Die klinische Relevanz liegt in der potenziellen Fehlstellung des Radiuskopfes, die zu Funktionsverlust, Persistenz von Schmerzen und langfristiger Einschränkung des Ellenbogengelenks führen kann, wenn nicht adäquat therapiert wird.

Klinisches Erscheinungsbild

Typisch sind akute Schmerzen im proximalen Unterarm nach einem stumpfen oder fallbedingten Trauma, häufig begleitet von einer sichtbaren Deformität der Ulna. Der betroffene Arm ist meist geschwollen und die Beweglichkeit des Ellenbogens eingeschränkt, insbesondere die Pronation‑Supination. Oft wird ein Hinweis auf die radiale Kopfdyslokation durch einen auffälligen „Popeye“-Effekt oder eine Fehlstellung im Bereich des Ellenbogengelenks gegeben. Der Verlauf kann variieren; bei unerkannter Dislokation besteht das Risiko einer chronischen Instabilität.

Diagnostik

Die Anamnese fokussiert auf das Trauma, die Schmerzintensität und die funktionelle Einschränkung. Klinisch wird die Palpation der Ulna‑Fraktur sowie die Untersuchung des Ellenbogengelenks durchgeführt; ein fehlender oder abgeschwächter Radiuskopf‑Palpationspunkt kann auf eine Dislokation hinweisen. Bildgebend ist zunächst eine anteroposteriore Röntgenaufnahme des Unterarms (AP und lateral) erforderlich, um sowohl die ulna‑diaphysäre Fraktur als auch die Lage des Radiuskopfes zu beurteilen. In Zweifelsfällen können zusätzlich seitliche Aufnahmen oder ein CT zur genauen Darstellung der Kopfdyslokation herangezogen werden.

Differenzialdiagnosen

Wichtige abzugrenzende Diagnosen umfassen isolierte ulna‑Frakturen ohne radiale Dislokation, distale Radiusfrakturen mit sekundärer Ellenbogenbeteiligung sowie Luxationen des Ellenbogengelenks ohne Fraktur. Eine Monteggia‑ähnliche Läsion kann auch durch eine komplexe forearm‑Fraktur (z. B. Galeazzi‑Fraktur) imitiert werden; hier liegt die Dislokation jedoch am distalen Radius. Die Unterscheidung erfolgt primär über das Vorhandensein einer proximalen ulna‑Fraktur kombiniert mit einer radialen Kopfdyslokation.

Therapie

Die leitliniengerechte Therapie richtet sich nach dem Alter des Patienten und der Frakturbeschaffenheit. Bei Kindern wird häufig eine geschlossene Reposition der Ulna gefolgt von einer stabilisierenden Fixierung (z. B. Gips) angestrebt; die korrekte Anatomie des Radiuskopfes sollte dabei wiederhergestellt werden, um sekundäre Fehlstellungen zu vermeiden. Bei nicht reduzierbaren oder instabilen Frakturen kann eine operative Versorgung mit Plattenosteosynthese in Erwägung gezogen werden. Im Erwachsenenalter wird meist ein primäres operatives Vorgehen bevorzugt, um die anatomische Wiederherstellung beider Strukturen sicherzustellen und Komplikationen zu minimieren.

Besondere Populationen

Zu diesem Aspekt liegt in den geprüften Quellen keine belastbare Evidenz vor.

Sonderfälle & aktuelle Studienlage

Zu diesem Aspekt liegt in den geprüften Quellen keine belastbare Evidenz vor.

Verwandte Codes

Zu diesem Aspekt liegt in den geprüften Quellen keine belastbare Evidenz vor.

Gesundheitsinformationen ersetzen keine individuelle medizinische Beratung.