Zum Inhalt

HealthOSArtikel A–Z

Arbeitsbereiche

Nachschlagen

Wissensartikel · DE

Multifokale Fibrose (M35.5): Differenzialdiagnostik und Therapie‑Standard

Stärkste Quellenart: Übersichtsarbeit
  • Übersichtsarbeit: 5

Einordnung nach dem Studientyp der zitierten Quellen laut PubMed bzw. Leitlinienregister. Sie bewertet nicht, ob einzelne Aussagen des Artikels durch diese Quellen belegt sind. Zurückgezogene und nicht bestätigte Quellenangaben zählen nicht.

HOS-023282

In diesem Artikel
  1. Übersicht
  2. Klinisches Erscheinungsbild
  3. Diagnostik
  4. Differenzialdiagnosen
  5. Therapie
  6. Besondere Populationen
  7. Sonderfälle & aktuelle Studienlage
  8. Verwandte Codes

Übersicht

Multifokale Fibrosklerose ist ein seltenes, systemisches fibroinflammatorisches Krankheitsbild, das durch simultane oder sukzessive Bildung von fibrotischen Läsionen in mehreren Organen gekennzeichnet ist. Die Erkrankung wird häufig im Kontext einer IgG4-assoziierten Erkrankung diskutiert, wobei jedoch nicht alle Fälle serologische Kriterien erfüllen. Epidemiologisch liegen nur vereinzelte Fallberichte und kleine Fallserien vor; die Prävalenz bleibt unbekannt, was auf eine mögliche Unterdiagnose hinweist. Klinisch relevant ist das potenziell schwere Organbeteiligungen, insbesondere im zentralen Nervensystem, den großen Gefäßen und der Thoraxregion, welche zu funktionellen Einschränkungen oder lebensbedrohlichen Komplikationen führen können.

Klinisches Erscheinungsbild

Patient*innen präsentieren sich typischerweise mit unspezifischen Schmerzen oder Druckgefühlen in betroffenen Regionen. Häufige Leitsymptome umfassen Kopfschmerzen und neurologische Defizite bei pachymeningitischer Beteiligung, thorakale Beschwerden oder Dyspnoe bei mediastinalen bzw. perivaskulären Läsionen sowie unspezifische Allgemeinsymptome wie Müdigkeit und Gewichtsverlust. Der Krankheitsverlauf ist meist chronisch‑progressiv, kann aber Phasen akuter Verschlechterung aufweisen, insbesondere wenn entzündliche Aktivität zunimmt oder Kompression von Strukturen vorliegt.

Diagnostik

Die Diagnose beruht auf einer Kombination aus Anamnese, bildgebender Untersuchung und histopathologischer Bestätigung. Klinisch wird nach systemischen Beschwerden und Hinweisen auf multiple Organbeteiligungen gefragt. Bildgebung (CT, MRT) zeigt typischerweise homogene, gut abgrenzbare Weichteilmassen mit möglicher Kontrastmittelanreicherung; bei pachymeningitischer Beteiligung erscheint eine verdickte Dura mater. Endgültig ist die histologische Identifikation von dichtem Fibrosegewebe mit lymphoplasmacytärer Infiltration und ggf. IgG4‑positiven Plasmazellen erforderlich, um die Diagnose zu sichern.

Differenzialdiagnosen

Wichtige abzugrenzende Diagnosen umfassen solitäre fibroplastische Erkrankungen (z. B. retroperitoneale Fibrose), malignen Tumoren mit desmoplastischer Reaktion, entzündliche Granulomatoseformen sowie andere IgG4‑assoziierte Erkrankungen, die jedoch meist einseitig organbezogen auftreten. Bildgebende Merkmale und das Fehlen von Malignitätszeichen (z. B. invasives Wachstum, Metastasen) unterstützen die Differenzierung, während die Immunhistochemie den Nachweis von IgG4‑positiven Zellen liefert.

Therapie

Die Behandlung richtet sich nach dem Ausmaß der Organbeteiligung und dem Aktivitätsgrad der Entzündung. Leitliniengerechte Therapie beinhaltet zunächst eine immunsuppressive Grundtherapie, häufig mit Kortikosteroiden als Erstlinientherapie, um die entzündliche Komponente zu kontrollieren. Bei unzureichendem Ansprechen oder rezidivierenden Läsionen wird in der Regel auf steroid‑sparende Immunsuppressiva umgestellt. In ausgewählten Fällen können gezielte B‑Zell-Depletionsstrategien zum Einsatz kommen, insbesondere wenn ein IgG4‑assoziiertes Muster vorliegt. Operative Eingriffe sind reserviert für symptomatische Kompression oder diagnostische Biopsie.

Besondere Populationen

Zu diesem Aspekt liegt in den geprüften Quellen keine belastbare Evidenz vor.

Sonderfälle & aktuelle Studienlage

Zu diesem Aspekt liegt in den geprüften Quellen keine belastbare Evidenz vor.

Verwandte Codes

Zu diesem Aspekt liegt in den geprüften Quellen keine belastbare Evidenz vor.

Gesundheitsinformationen ersetzen keine individuelle medizinische Beratung.