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Nasenbohren (Rhinotillexomanie) – Diagnostik, Differenzialdiagnostik & Therapie‑Standard

Stärkste Quellenart: Sonstige Quelle
  • Sonstige Quelle: 3

Einordnung laut PubMed bzw. Leitlinienregister. Zurückgezogene und nicht bestätigte Quellenangaben zählen nicht.

Die Quellenart sagt nicht aus, ob die Aussagen dieses Artikels geprüft und belegt sind.

In diesem Artikel
  1. Übersicht
  2. Klinisches Erscheinungsbild
  3. Diagnostik
  4. Differenzialdiagnosen
  5. Therapie
  6. Besondere Populationen
  7. Sonderfälle & aktuelle Studienlage
  8. Verwandte Codes

Übersicht

Nasenbohren bezeichnet das wiederholte Einführen von Fingern oder anderen Gegenständen in die Nasenhöhle zum Entfernen von Sekret oder Krusten. Epidemiologisch ist das Verhalten verbreitet, insbesondere bei Kindern und Jugendlichen, jedoch fehlen belastbare Prävalenzdaten aus deutschen Bevölkerungsstudien. Klinisch relevant wird das Nasenbohren, wenn es zu lokalen Komplikationen wie Schleimhautverletzungen, Epistaxis oder sekundären Infektionen führt; zudem kann das Verhalten im Kontext von respiratorischen Erkrankungen, etwa COVID-19, als potenzielles Risiko für virale Transmission betrachtet werden.

Klinisches Erscheinungsbild

Typische Leitsymptome bei pathologischem Nasenbohren sind wiederkehrende Blutungen aus der Nasenschleimhaut (Epistaxis), lokale Schmerzen, Rötung und Schwellung sowie das Vorhandensein von Krusten oder Blutresten. Bei chronischem oder zwanghaftem Verhalten können sich Nasenseptumdefekte entwickeln, die zu persistierenden Luftstromstörungen führen. Der Verlauf ist häufig episodisch, wobei akute Blutungen meist nach intensivem Bohrvorgang auftreten und spontan abklingen.

Diagnostik

Die Anamnese umfasst Fragen zum Häufigkeitsgrad des Nasenbohrens, Begleitumständen (z. B. Stress, Langeweile), Auftreten von Blutungen sowie zu Vorerkrankungen wie Hypertonie. Die körperliche Untersuchung konzentriert sich auf die Inspektion der Nasenschleimhaut, Identifikation von Septumdefekten, Schleimhautschäden und aktiven Blutungsquellen. Bei wiederholter Epistaxis sollte ein Blutdruckmessung durchgeführt werden, da ein Zusammenhang zwischen Hypertonie und Nasenbluten beschrieben wurde. Laboruntersuchungen sind nur indiziert, wenn systemische Ursachen (z. B. Gerinnungsstörungen) vermutet werden.

Differenzialdiagnosen

Wichtige abzugrenzende Diagnosen umfassen:

  • Primäre epistaxisbedingte Blutungen ohne mechanischen Auslöser (z. B. senile Gefäßfragilität)
  • Nasale Polypen oder Tumoren, die Blutungen verursachen können
  • Allergische Rhinitis mit sekundärem Kratzen der Schleimhaut
  • Systemische Gerinnungsstörungen (z. B. von Vitamin‑K-Mangel)

Unterscheidungsmerkmale liegen in der Lokalisation der Läsion, dem Vorhandensein von strukturellen Anomalien und Begleitbefunden wie systemischen Symptomen.

Therapie

Die leitliniengerechte Therapie richtet sich nach Schweregrad und Ursache des Nasenbohrens. Bei akuter Epistaxis wird zunächst eine lokale Druckbehandlung empfohlen, gefolgt von topischer Vasokonstriktion, falls erforderlich. Chronisches oder zwanghaftes Bohren erfordert Verhaltensinterventionen, ggf. in Kombination mit psychotherapeutischen Ansätzen zur Reduktion des Zwangsverhaltens. Bei nachgewiesenen Septumdefekten kann eine chirurgische Korrektur indiziert sein, um strukturelle Ursachen zu beheben und das Risiko von Wiederblutungen zu senken.

Besondere Populationen

Zu diesem Aspekt liegt in den geprüften Quellen keine belastbare Evidenz vor.

Sonderfälle & aktuelle Studienlage

Zu diesem Aspekt liegt in den geprüften Quellen keine belastbare Evidenz vor.

Verwandte Codes

Zu diesem Aspekt liegt in den geprüften Quellen keine belastbare Evidenz vor.

Gesundheitsinformationen ersetzen keine individuelle medizinische Beratung.