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Nichteitrige Otitis media – Diagnostik, Differenzialdiagnosen & Therapie‑Standard
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In diesem Artikel
Übersicht
Nichteitrige Otitis media bezeichnet eine Entzündung des Mittelohrs ohne begleitende eitrige Sekretion. Sie tritt häufig im Rahmen von viralen Infektionen der oberen Atemwege auf und kann zu einer transversalen Flüssigkeitsansammlung im Mittelohr führen. Epidemiologisch ist sie besonders bei Kindern unter fünf Jahren verbreitet, wobei die Inzidenz mit dem Alter abnimmt. Klinisch relevant ist das Risiko für sekundäre Komplikationen wie Trommelfellperforation oder chronische Otitis media.
Klinisches Erscheinungsbild
Typische Leitsymptome sind ein dumpfer Ohrenschmerz, Druckempfindlichkeit und eine reduzierte Hörschwelle auf dem betroffenen Ohr. Oft geht die Beschwerden von einer akuten Rhinitis oder Pharyngitis voraus. Bei der otoskopischen Untersuchung zeigt sich ein geröteter, aber nicht eitrig befleckter Trommelfellrand sowie ein bläulicher bis grauer Rückstau im Mittelohrraum. Der Krankheitsverlauf ist meist selbstlimitierend innerhalb von 7‑10 Tagen, kann jedoch bei fehlender Therapie zu einer Persistenz der Flüssigkeit führen.
Diagnostik
Die Anamnese fokussiert auf kürzlich erfolgte respiratorische Infektionen und das Vorhandensein von Ohrsymptomen. Die klinische Untersuchung umfasst die Otoskopie mit Beurteilung des Trommelfells, die Pneumatik zur Einschätzung der Beweglichkeit und ggf. eine Tympanometrie zur Quantifizierung des Drucks im Mittelohr. Laboruntersuchungen sind bei rein nicht-eitriger Entzündung in der Regel nicht erforderlich; ein Blutbild kann jedoch zur Ausschlussdiagnose einer bakteriellen Superinfektion herangezogen werden. Die Diagnose wird gestellt, wenn klinische Befunde und die Vorgeschichte eine nicht-eitrige Flüssigkeitsansammlung im Mittelohr bestätigen.
Differenzialdiagnosen
Wichtige abzugrenzende Diagnosen umfassen die eitrige akute Otitis media, bei der ein signifikanter Eiterausfluss sichtbar ist; seröse Otitis media, die sich durch rein seröse Flüssigkeit ohne Entzündungszeichen auszeichnet; Mastoiditis, die mit postauralen Schmerzen und eventuell erhöhter Temperatur einhergeht; sowie das ototoxische Hörverlustbild, bei dem keine entzündlichen Befunde vorliegen. Die Unterscheidung erfolgt primär über die Otoskopie und die tympanometrischen Messungen.
Therapie
Die leitliniengerechte Standardtherapie für nichteitrige Otitis media besteht zunächst aus einer symptomatischen Behandlung. Analgetika werden eingesetzt, um Schmerzen zu lindern, und abschwellende Nasensprays können die eustachische Tubenfunktion unterstützen. Bei fehlender bakterieller Superinfektion wird in der Regel von einer antibiotischen Therapie abgesehen. Beobachtung und Aufklärung des Patienten über den erwarteten Krankheitsverlauf sind zentrale Bestandteile. Sollte sich innerhalb von 48‑72 Stunden keine Besserung zeigen oder Anzeichen einer bakteriellen Sekundärinfektion auftreten, ist eine Reevaluation und ggf. Umstellung der Therapie indiziert.
Besondere Populationen
Zu diesem Aspekt liegt in den geprüften Quellen keine belastbare Evidenz vor.
Sonderfälle & aktuelle Studienlage
Zu diesem Aspekt liegt in den geprüften Quellen keine belastbare Evidenz vor.
Verwandte Codes
Zu diesem Aspekt liegen in den geprüften Quellen keine belastbaren Angaben zu ICD‑10-Codes vor.
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