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Ösophagusblutung (K22.81): Diagnostik, Differenzialdiagnosen & Therapie‑Standard
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In diesem Artikel
Übersicht
Eine Ösophagusblutung bezeichnet das Auftreten von Blutungen im Verlauf des Ösophagus, die zu klinisch relevanten Blutverlusten führen können. Historische Beschreibungen zeigen bereits seit den 1950er‑Jahren das Auftreten massiver Ösophagusblutungen, wobei die Inzidenz in modernen epidemiologischen Studien nicht umfassend quantifiziert ist. Die klinische Relevanz liegt in der potenziellen Gefahr von hämodynamischem Schock und der Notwendigkeit einer schnellen Diagnostik sowie Therapie.
Klinisches Erscheinungsbild
Patienten mit Ösophagusblutung präsentieren sich typischerweise mit akutem, makularem oder gerinnendem Blut im Erbrochenen (Hämatemesis) bzw. mit melänoiden Stühlen bei distal gelegenen Läsionen. Häufig begleitet von Dysphagie, retrosternalem Druck und in schweren Fällen von tachykarder Herzfrequenz sowie Hypotonie als Anzeichen eines Volumenverlusts. Der Verlauf kann abrupt sein, insbesondere bei massiven Blutungen, wie historisch beschrieben.
Diagnostik
Die Anamnese fokussiert auf Risikofaktoren wie gastroösophageale Refluxkrankheit, Alkoholmissbrauch, Antikoagulanzien und bekannte Ösophagusvarizen. Die körperliche Untersuchung beinhaltet die Beurteilung von Vitalparametern, Palpation des Abdomens und ggf. nasale Endoskopie. Laboruntersuchungen umfassen Blutbild (zur Abschätzung der Anämie), Gerinnungsstatus und Serumelektrolyte. Apparativ wird eine Ösophagogastroduodenoskopie (ÖGD) als Goldstandard zur Lokalisation und Beurteilung der Blutungsquelle empfohlen. Bildgebende Verfahren wie CT-Angiographie können ergänzend bei nicht endoskopisch kontrollierbaren Blutungen eingesetzt werden.
Differenzialdiagnosen
Wichtige abzugrenzende Diagnosen umfassen:
- Ösophagusvarizenblutung (typischerweise bei Leberzirrhose)
- Mallory‑Weiss-Läsionen (nach starkem Erbrechen)
- Ösophagitis mit erosiven Läsionen (z. B. durch NSAID)
- Maligne Tumoren des Ösophagus (Blutungen aus Ulzerationen)
- Blutungsstörungen aufgrund systemischer Gerinnungsdefekte
Die Unterscheidung erfolgt primär über endoskopische Befunde und Anamnese.
Therapie
Eine leitliniengerechte Therapie beginnt mit der Stabilisierung des Kreislaufs, einschließlich Volumenersatz und ggf. Transfusionen. Endoskopisch wird eine sofortige hämostatische Maßnahme angestrebt; hierzu zählen mechanische (Klammern), thermische (Koagulation) oder chemische (Sklerotherapie) Verfahren, je nach Läsionstyp. Bei erfolgloser endoskopischer Kontrolle kann ein transarterieller Embolisationsversuch oder chirurgische Intervention erforderlich sein. Zusätzlich wird die zugrundeliegende Ätiologie behandelt, etwa durch Antazida bei Ösophagitis oder medikamentöse Einstellung von Gerinnungsstörungen.
Besondere Populationen
Zu diesem Aspekt liegt in den geprüften Quellen keine belastbare Evidenz vor.
Sonderfälle & aktuelle Studienlage
Zu diesem Aspekt liegt in den geprüften Quellen keine belastbare Evidenz vor.
Verwandte Codes
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