Zum Inhalt

HealthOSArtikel A–Z

Arbeitsbereiche

Nachschlagen

Wissensartikel · DE

Offene Wunde im Knöchel- und Fußbereich – Diagnostik, Differenzialdiagnostik & Therapie‑Standard (ICD‑10 S91.80)

Stärkste Quellenart: Fachartikel ohne Angabe des Studientyps
  • Fachartikel ohne Angabe des Studientyps: 3

Einordnung nach dem Studientyp der zitierten Quellen laut PubMed bzw. Leitlinienregister. Sie bewertet nicht, ob einzelne Aussagen des Artikels durch diese Quellen belegt sind. Zurückgezogene und nicht bestätigte Quellenangaben zählen nicht.

In diesem Artikel
  1. Übersicht
  2. Klinisches Erscheinungsbild
  3. Diagnostik
  4. Differenzialdiagnosen
  5. Therapie
  6. Besondere Populationen
  7. Sonderfälle & aktuelle Studienlage
  8. Verwandte Codes

Übersicht

Offene Wunden der Knöchelregion und des Fußes umfassen Verletzungen, bei denen die Hautintegrität durch ein Trauma verletzt ist und das darunterliegende Gewebe freigelegt wird. Sie entstehen häufig im Kontext von Frakturen, Weichgewebsverletzungen oder kontaminierten Traumata. Epidemiologisch sind offene Wunden an den unteren Extremitäten besonders relevant bei Unfällen mit hoher Energie (z. B. Verkehrsunfälle) sowie bei sportlichen Verletzungen und Fußpilgern. Klinisch bedeuten sie ein erhöhtes Risiko für Infektionen, verzögerte Heilung und mögliche Komplikationen wie Osteomyelitis.

Klinisches Erscheinungsbild

Typische Leitsymptome offener Wunden in der Knöchel- und Fußregion sind Schmerz, Blutungen, sichtbare Gewebeexposition (z. B. Sehnen, Knochen) sowie mögliche Kontamination durch Schmutz oder Fremdkörper. Der Befund kann je nach Größe und Tiefe variieren von kleinen Abrasionen bis zu großflächigen Defekten mit freiliegenden knöchernen Strukturen. Der Verlauf ist häufig durch ein erhöhtes Infektionsrisiko gekennzeichnet, insbesondere wenn die Wunde nicht adäquat versorgt wird.

Diagnostik

Die Anamnese umfasst das Trauma (Mechanismus, Kontaminationsgrad), Zeitpunkt des Auftretens und vorherige Versorgung. Die klinische Untersuchung richtet sich nach Größe, Tiefe, Lage und Zeichen einer beginnenden Infektion (Rötung, Schwellung, Eiter). Bildgebende Verfahren (z. B. Röntgen) dienen der Beurteilung von Begleitfrakturen; bei Verdacht auf tiefergehende Knochenbeteiligung kann eine Computertomographie indiziert sein. Mikrobiologische Abstriche werden bei kontaminierten Wunden zur Ermittlung des Erregers gezogen.

Differenzialdiagnosen

Wichtige abzugrenzende Diagnosen umfassen:

  • Kontaminierte Hautabschürfungen ohne Tiefenbeteiligung
  • Chronische Ulcera (z. B. diabetisches Fußsyndrom) mit sekundärer Infektion
  • Akute bakterielle Dermatitis ohne offene Läsion
  • Tiefe Sehnen‑ oder Muskelrupturen ohne Hautöffnung

Die Unterscheidungsmerkmale liegen primär in der Sichtbarkeit von Gewebe und dem Vorhandensein einer offenen Kontamination.

Therapie

Eine leitliniengerechte Therapie offener Wunden im Bereich des Knöchels und Fußes beinhaltet zunächst eine gründliche chirurgische Dekontamination, ggf. unter Anwendung eines Tourniquets, wobei aktuelle Daten keinen negativen Einfluss auf das Weichgewebe‑Outcome nach knöchernen Eingriffen zeigen. Anschließend erfolgt die frische Wundversorgung mit Debridement, ggf. temporärer Abdeckung und späterer definitiver Defektrekonstruktion. Bei begleitenden Frakturen wird eine ein‑stufige operative Versorgung empfohlen, um sowohl das Knochengerüst als auch die Weichteile zu stabilisieren. Der Einsatz von prophylaktischen Antibiotika erfolgt nach den üblichen Standards für kontaminierte Wunden.

Besondere Populationen

Zu diesem Aspekt liegt in den geprüften Quellen keine belastbare Evidenz vor.

Sonderfälle & aktuelle Studienlage

Zu diesem Aspekt liegt in den geprüften Quellen keine belastbare Evidenz vor.

Verwandte Codes

Zu diesem Aspekt liegt in den geprüften Quellen keine belastbare Evidenz vor.

Gesundheitsinformationen ersetzen keine individuelle medizinische Beratung.