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Onychorrhexis – Diagnostik, Differenzialdiagnosen und Therapie-Standard (L60.3)
Stärkste Quellenart: Übersichtsarbeit
- Übersichtsarbeit: 3
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In diesem Artikel
Übersicht
Onychorrhexis bezeichnet das Auftreten von Rissen, Spalten und Brüchigkeit der Fingernägel. Sie ist häufig ein sekundäres Phänomen bei diversen dermatologischen, systemischen und iatrogenen Bedingungen. Epidemiologisch lässt sich keine exakte Prävalenz angeben; die Literatur berichtet jedoch über eine höhere Inzidenz bei älteren Personen sowie bei Patienten mit chronischen Hauterkrankungen wie Psoriasis. Klinisch relevant ist die mögliche Begleiterscheinung von Schmerzen, Infektionen und ästhetischer Belastung, die die Lebensqualität beeinträchtigen kann.
Klinisches Erscheinungsbild
Typische Leitsymptome sind longitudinal verlaufende Risse, splitternartige Spalten am freien Nagelrand sowie ein insgesamt brüchiger, spröder Nagel. Die betroffenen Nägel zeigen häufig eine vermehrte Transparenz und können an der Basis dünner werden. Der Verlauf ist meist chronisch mit periodischen Verschlimmerungen, insbesondere bei wiederholter mechanischer Belastung oder Feuchtigkeitswechsel.
Diagnostik
Die Anamnese erfasst potenzielle Auslöser wie wiederholtes Nagelstyling, häufiges Händewaschen, systemische Erkrankungen (z. B. Psoriasis) und medikamentöse Nebenwirkungen. Klinisch erfolgt eine Inspektion der Nägel unter Tageslicht sowie optional dermatoskopisch, um feine Rissmuster und begleitende Veränderungen zu beurteilen. Laboruntersuchungen werden nur bei Verdacht auf systemische Ursachen (z. B. Schilddrüsenfunktionsstörung, Eisenmangel) durchgeführt. Es existieren keine standardisierten Diagnosekriterien; die Diagnose beruht auf dem Zusammenspiel von Anamnese und klinischem Befund.
Differenzialdiagnosen
Wichtige abzugrenzende Diagnosen umfassen:
- Onychomycosis: häufige Pilzinfektion mit subungualer Verfärbung und Verdickung, diagnostizierbar durch Mykologie.
- Psoriasis der Nägel: charakteristische pitting‑Muster, Ösophageen und „oil‑drop“-Verfärbungen, meist im Kontext kutaner Psoriasis.
- Lichen planus: zeigt longitudinales Striae und atrophische Veränderungen, oft begleitet von Hautläsionen.
- Traumatische Nagelverletzungen: akute Risse nach physikalischem Trauma, meist einseitig verteilt.
Therapie
Die leitliniengerechte Therapie richtet sich nach dem zugrunde liegenden Auslöser. Bei rein mechanisch bedingter Onychorrhexis wird eine Schonung der Nägel empfohlen, einschließlich Vermeidung von Nagelpflegeprodukten mit aggressiven Lösungsmitteln und das Tragen schützender Handschuhe bei Feuchtigkeitsbelastungen. Topische Pflegeprodukte zur Verbesserung der Nagelhautfeuchtigkeit können unterstützend wirken. Bei assoziierten dermatologischen Erkrankungen (z. B. Psoriasis) erfolgt die Behandlung gemäß den jeweiligen Krankheitsleitlinien, wobei eine Verbesserung der Nagelstruktur als sekundäres Ziel gilt. In Fällen von sekundärer Infektion ist eine antimikrobielle Therapie indiziert.
Besondere Populationen
Zu diesem Aspekt liegt in den geprüften Quellen keine belastbare Evidenz vor.
Sonderfälle & aktuelle Studienlage
Zu diesem Aspekt liegt in den geprüften Quellen keine belastbare Evidenz vor.
Verwandte Codes
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