Zum Inhalt

HealthOSArtikel A–Z

Arbeitsbereiche

Nachschlagen

Wissensartikel · DE

Os naviculare pedis – Diagnostik, Differenzialdiagnostik & Therapie-Standard (S92.21)

Stärkste Quellenart: Übersichtsarbeit
  • Übersichtsarbeit: 3

Einordnung laut PubMed bzw. Leitlinienregister. Zurückgezogene und nicht bestätigte Quellenangaben zählen nicht.

Die Quellenart sagt nicht aus, ob die Aussagen dieses Artikels geprüft und belegt sind.

In diesem Artikel
  1. Übersicht
  2. Klinisches Erscheinungsbild
  3. Diagnostik
  4. Differenzialdiagnosen
  5. Therapie
  6. Besondere Populationen
  7. Sonderfälle & aktuelle Studienlage
  8. Verwandte Codes

Übersicht

Das Os naviculare pedis ist ein keilförmiger Knochen im mittleren Fußrücken, der die Basis des medialen Längsgewölbes bildet und sowohl am Talus als auch an den Keilbeinen artikuliert. Frakturen dieses Knochens treten häufig im Rahmen von Chopart‑Frakturen auf, wobei sie meist durch indirekte Traumata wie Sturz aus geringer Höhe oder direkte Gewalteinwirkung entstehen. Aufgrund seiner zentralen Lage spielt das Naviculare eine wesentliche Rolle für die Stabilität des Mittelfußes und das biomechanische Zusammenspiel zwischen Talus, Calcaneus und den Metatarsalia.

Klinisches Erscheinungsbild

Patienten mit einer Naviculärfraktur klagen typischerweise über Schmerzen im medialen Fußrücken, die sich bei Belastung oder Druck verstärken. Häufig ist eine Schwellung und lokale Blutergüsse vorhanden. Bei Fehlstellungen kann ein sichtbarer Deformitätsgrad auftreten, insbesondere wenn das Naviculare mediale Verschiebungen erfährt. Der klinische Verlauf variiert: Unkomplizierte nicht‑dislozierte Frakturen zeigen meist einen günstigen Heilungsverlauf unter konservativer Therapie, während dislozierte oder komminutierte Verletzungen ein erhöhtes Risiko für Fehlstellungen und chronische Schmerzen bergen.

Diagnostik

Die Anamnese fokussiert auf das Trauma, die Art der Belastung und mögliche Vorerkrankungen des Fußes. Klinisch wird eine palpatorische Druckschmerzhaftigkeit über dem Naviculare sowie Einschränkungen in der Subtalar‑Gelenksbeweglichkeit gesucht. Bildgebend sind zunächst konventionelle Röntgenaufnahmen (anteroposterior, seitlich und oblique) erforderlich; sie ermöglichen die Identifikation von Frakturlinien und Dislokationen im Rahmen von Chopart‑Frakturen. Bei unklaren Befunden oder Verdacht auf komplexe Verletzungen empfiehlt sich eine Computertomographie, um die genaue Fragmentlage zu beurteilen. Magnetresonanztomografie wird selten eingesetzt, kann jedoch bei begleitenden Weichteilverletzungen hilfreich sein.

Differenzialdiagnosen

Wichtige abzugrenzende Diagnosen umfassen:

  • Stressfraktur des Naviculare, die typischerweise bei wiederholter Belastung ohne akutes Trauma auftritt.
  • Periostitis oder Osteomyelitis des Mittelfußes, insbesondere bei entzündlichen Befunden und systemischen Infektionszeichen.
  • Luxation oder Instabilität des Subtalar‑Gelenks, die ähnliche Schmerzen im medialen Fußrücken hervorrufen können.
  • Arthrose der Mittel- bzw. Sprunggelenke, die chronische Beschwerden verursacht.

Therapie

Die leitliniengerechte Therapie orientiert sich am Dislokationsgrad und an den begleitenden Verletzungen. Nicht‑dislozierte Frakturen werden in der Regel konservativ behandelt: Ruhigstellung mittels geschlossener Schiene oder Gipsverband für etwa sechs bis acht Wochen, gefolgt von physiotherapeutischer Mobilisation zur Wiederherstellung des Gelenkbewegungsumfangs und Kraftaufbaus. Dislozierte oder instabile Frakturen erfordern operative Stabilisierung, meist durch offene Reduktion und interne Fixation mit Schrauben oder Mini‑Platten, um eine anatomische Wiederherstellung zu gewährleisten und Fehlstellungen zu verhindern. Postoperativ wird eine kontrollierte Belastungsprogression unter physiotherapeutischer Begleitung empfohlen.

Besondere Populationen

Zu diesem Aspekt liegt in den geprüften Quellen keine belastbare Evidenz vor.

Sonderfälle & aktuelle Studienlage

Zu diesem Aspekt liegt in den geprüften Quellen keine belastbare Evidenz vor.

Verwandte Codes

(…) – Benachbarte ICD‑10‑Codes im selben Block.

Gesundheitsinformationen ersetzen keine individuelle medizinische Beratung.