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Otitis externa – Differenzialdiagnostik und Therapie‑Standard (Stufe 2)

Stärkste Quellenart: Systematische Übersicht oder Metaanalyse
  • Systematische Übersicht oder Metaanalyse: 1
  • Übersichtsarbeit: 4

Einordnung nach dem Studientyp der zitierten Quellen laut PubMed bzw. Leitlinienregister. Sie bewertet nicht, ob einzelne Aussagen des Artikels durch diese Quellen belegt sind. Zurückgezogene und nicht bestätigte Quellenangaben zählen nicht.

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In diesem Artikel
  1. Übersicht
  2. Klinisches Erscheinungsbild
  3. Diagnostik
  4. Differenzialdiagnosen
  5. Therapie
  6. Besondere Populationen
  7. Sonderfälle & aktuelle Studienlage
  8. Verwandte Codes

Übersicht

Otitis externa bezeichnet eine Entzündung des äußeren Gehörgangs, die häufig durch bakterielle oder pilzliche Erreger ausgelöst wird. Die Inzidenz ist in warmen, feuchten Klimazonen sowie bei vermehrtem Schwimmen („Swimmer’s ear“) erhöht und betrifft überwiegend junge Erwachsene, kann jedoch in allen Altersgruppen auftreten. Klinisch relevant ist das potenzielle Fortschreiten zur chronischen Form oder zu komplikativen Verläufen wie der malignen Otitis externa, insbesondere bei immunsupprimierten Patienten.

Klinisches Erscheinungsbild

Typische Leitsymptome einer akuten Otitis externa sind Schmerzen im äußeren Ohr, die sich beim Ziehen am Ohrläppchen verstärken, sowie Juckreiz und ein unangenehmes Druckgefühl. Sichtbare Befunde umfassen Rötung, Ödem und eventuell seröse oder eitrige Sekretion des Gehörgangs; das Trommelfell bleibt in der Regel intakt. Der Krankheitsverlauf ist meist akut mit einer Dauer von wenigen Tagen bis zu zwei Wochen, sofern eine adäquate Therapie eingeleitet wird.

Diagnostik

Die Anamnese fokussiert auf Risikofaktoren wie Wasserkontakt, mechanische Irritationen (z. B. Wattestäbchen), Diabetes mellitus oder immunologische Defekte. Die klinische Untersuchung beinhaltet Otoskopie zur Beurteilung von Gehörgangssekretion, Schleimhautveränderungen und Trommelfellstatus. Bei Verdacht auf eine komplizierte Form (z. B. malignen Verlauf) können bildgebende Verfahren (CT oder MRT) sowie mikrobiologische Kulturen des Ausflusses zur Ermittlung des Erregers herangezogen werden. Diagnosekriterien beruhen primär auf den klinischen Befunden; Laboruntersuchungen sind in der Regel nicht erforderlich.

Differenzialdiagnosen

Wichtige abzugrenzende Diagnosen umfassen:

  • Mittelohrentzündung (Otitis media): Schmerzen gehen häufig mit Trommelfellveränderungen und fehlender Gehörgangssekretion einher.
  • Cerumenimpaktion: Verursacht ebenfalls Hörverlust und Druckgefühl, jedoch ohne entzündliche Schleimhautveränderungen.
  • Dermatologische Erkrankungen (z. B. Psoriasis, Seborrhoische Dermatitis): Präsentieren sich mit schuppiger Haut statt eitriger Sekretion.
  • Maligne Otitis externa: Charakterisiert durch starkes Schmerzempfinden, unheilbare Wunden und häufig bei diabetischen oder immunsupprimierten Patienten; Bildgebung ist entscheidend.

Therapie

Die leitliniengerechte Standardtherapie einer unkomplizierten akuten Otitis externa besteht aus lokaler Anwendung von antimikrobiellen Präparaten, die gegen die typischen Erreger (Staphylococcus aureus, Pseudomonas aeruginosa) wirksam sind. Zusätzlich wird eine trockene Umgebung des Gehörgangs empfohlen; hierzu können Ohrstöpsel oder das Vermeiden von Wasserkontakt beitragen. Bei Pilzinfektionen ist ein antimykotisches Gel indiziert. Schmerzmanagement erfolgt symptomatisch, beispielsweise mit nicht‑opioiden Analgetika. In komplizierten Fällen (z. B. malignen Otitis externa) wird eine systemische antibiotische Therapie und ggf. chirurgische Dekontamination notwendig.

Besondere Populationen

Für schwangere Patientinnen gelten die gleichen Prinzipien der lokalen Therapie, wobei die Anwendung von Wirkstoffen mit gesicherter Sicherheit für die Schwangerschaft bevorzugt wird. Bei Kindern ist die Dosierung von topischen Präparaten an das Körpergewicht anzupassen; die Grundprinzipien bleiben jedoch gleich. Ältere Patienten und Personen mit Nieren‑ oder Leberinsuffizienz benötigen häufig eine sorgfältige Auswahl des Wirkstoffs, um systemische Nebenwirkungen zu vermeiden.

Sonderfälle & aktuelle Studienlage

Seltene Konstellationen wie die malignen Otitis externa werden vorwiegend bei diabetischen oder immunsupprimierten Patienten beschrieben; hier zeigen neuere Studien ein verbessertes Outcome durch frühzeitige Kombination aus systemischer Antibiotikatherapie und chirurgischer Intervention. Aktuelle Evidenz aus dem Jahr 2023 betont die Bedeutung einer raschen mikrobiologischen Diagnostik, um gezielte Therapie zu ermöglichen und Resistenzentwicklungen zu minimieren.

Verwandte Codes

Zu diesem Thema liegen im ICD‑10‑Katalog benachbarte Kodierungen im H60‑H62‑Block vor, die Entzündungen des äußeren Ohres sowie spezifische Formen der Otitis externa abdecken.

Gesundheitsinformationen ersetzen keine individuelle medizinische Beratung.