Zum Inhalt

HealthOSArtikel A–Z

Arbeitsbereiche

Nachschlagen

Wissensartikel · DE

Parästhesie (R20.2) – Differenzialdiagnostik und Therapie‑Standard für das Fachpersonal

Stärkste Quellenart: Übersichtsarbeit
  • Übersichtsarbeit: 1

Einordnung nach dem Studientyp der zitierten Quellen laut PubMed bzw. Leitlinienregister. Sie bewertet nicht, ob einzelne Aussagen des Artikels durch diese Quellen belegt sind. Zurückgezogene und nicht bestätigte Quellenangaben zählen nicht.

HOS-033816

In diesem Artikel
  1. Übersicht
  2. Klinisches Erscheinungsbild
  3. Diagnostik
  4. Differenzialdiagnosen
  5. Therapie
  6. Besondere Populationen
  7. Sonderfälle & aktuelle Studienlage
  8. Verwandte Codes

Übersicht

Parästhesie bezeichnet ein verändertes somatisches Empfinden ohne objektiv nachweisbare Schädigung des betroffenen Nervengewebes. Sie kann als Kribbeln, Taubheitsgefühl oder Brennen auftreten und ist klinisch relevant, weil sie häufig als erstes Warnsignal für neuropathische Prozesse dient. Epidemiologische Daten aus deutschen Quellen liegen nicht vor; die Häufigkeit wird jedoch in der perioperativen Anästhesie als relevante Nebenwirkung von Regionalanästhesieverfahren berichtet.

Klinisches Erscheinungsbild

Typische Leitsymptome sind ein plötzliches oder schrittweises Auftreten von sensorischen Störungen, häufig begleitet von einem unangenehmen Kribbeln (Paresthesien) in den betroffenen Extremitäten. Der Befund kann isoliert sensibel sein, motorische Defizite bleiben meist aus. In der Regel verläuft die Symptomatik im Rahmen des postoperativen Verlaufs einer Regionalanästhesie und klingt innerhalb von Stunden bis Tagen ab; persistierende Parästhesien können jedoch auf eine Nervenverletzung hinweisen.

Diagnostik

Die Anamnese fokussiert auf den zeitlichen Zusammenhang zu invasiven Eingriffen, insbesondere zur Anwendung peripherer Regionalanästhesietechniken. Die körperliche Untersuchung umfasst die Prüfung von Sinnesmodalitäten (Berührung, Schmerz, Temperatur) und das Ausklammern motorischer Defizite. Labor- bzw. apparative Untersuchungen werden primär eingesetzt, um alternative Ursachen auszuschließen; bildgebende Verfahren oder neurophysiologische Tests finden bei anhaltenden Parästhesien Anwendung. Diagnosekriterien ergeben sich aus dem Vorhandensein sensorischer Symptome in direktem Zusammenhang mit einer regionalanästhetischen Intervention und dem Ausschluss anderer Differenzialdiagnosen.

Differenzialdiagnosen

Wichtige abzugrenzende Diagnosen umfassen:

  • Ischämische Neuropathien (z. B. Kompartmentsyndrom)
  • Entzündliche Neuropathien (z. B. Guillain‑Barré‑Syndrom)
  • Metabolische Ursachen (Diabetes mellitus, Vitamin‑B12‑Mangel)
  • Zentrale Läsionen (z. B. Schlaganfall, Rückenmarkserkrankungen)

Die Unterscheidungsmerkmale liegen vor allem im klinischen Kontext, dem Auftreten motorischer Ausfälle und den bildgebenden bzw. laborchemischen Befunden.

Therapie

Eine leitliniengerechte Therapie richtet sich nach der Ursache der Parästhesie. Bei iatrogen induzierter Parästhesie nach Regionalanästhesie wird zunächst eine symptomatische Behandlung empfohlen, die häufig auf physikalische Maßnahmen (z. B. Wärme, Schonung) und ggf. analgetische Optionen zurückgreift. Sollte ein neuropathischer Schmerz vermutet werden, erfolgt der Therapieansatz gemäß den allgemeinen Empfehlungen für neuropathische Schmerzen, wobei medikamentöse Standardtherapien in Betracht kommen. Bei persistierenden oder fortschreitenden Symptomen ist eine interdisziplinäre Evaluation angezeigt.

Besondere Populationen

Zu diesem Aspekt liegt in den geprüften Quellen keine belastbare Evidenz vor.

Sonderfälle & aktuelle Studienlage

Zu diesem Aspekt liegt in den geprüften Quellen keine belastbare Evidenz vor.

Verwandte Codes

Zu diesem Aspekt liegt in den geprüften Quellen keine belastbare Evidenz vor.

Gesundheitsinformationen ersetzen keine individuelle medizinische Beratung.