Zum Inhalt

HealthOSArtikel A–Z

Arbeitsbereiche

Nachschlagen

Wissensartikel · DE

Paraneoplastischer Pemphigus – Differenzialdiagnostik & Therapie‑Standard

Stärkste Quellenart: Übersichtsarbeit
  • Übersichtsarbeit: 1
  • Fallbericht oder Meinungsbeitrag: 2

Einordnung nach dem Studientyp der zitierten Quellen laut PubMed bzw. Leitlinienregister. Sie bewertet nicht, ob einzelne Aussagen des Artikels durch diese Quellen belegt sind. Zurückgezogene und nicht bestätigte Quellenangaben zählen nicht.

HOS-046226

In diesem Artikel
  1. Übersicht
  2. Klinisches Erscheinungsbild
  3. Diagnostik
  4. Differenzialdiagnosen
  5. Therapie
  6. Besondere Populationen
  7. Sonderfälle & aktuelle Studienlage
  8. Verwandte Codes

Übersicht

Paraneoplastischer Pemphigus ist ein seltenes autoimmunvermitteltes Blasenleiden, das im Kontext einer malignen oder benigne neoplasmenassoziierten Immunstimulation auftritt. Die Erkrankung tritt vorwiegend bei Patienten mit lymphoproliferativen Erkrankungen wie dem Morbus Castleman sowie bei soliden Tumoren, beispielsweise Schilddrüsenkarzinomen, auf. Klinisch ist sie durch schwere mukokutane Blasenbildung gekennzeichnet und kann zu erheblicher Morbidität führen.

Klinisches Erscheinungsbild

Typische Leitsymptome umfassen schmerzhafte, flüssigkeitsgefüllte Blasen an Haut und Schleimhäuten, häufig beginnend im Mund‑ und Pharynxbereich. Der Befund ist geprägt von großflächigen erosiven Läsionen, die sich schnell ausbreiten können. Die Erkrankung verläuft oft akut bis subakut mit einer raschen Verschlechterung, insbesondere wenn das zugrunde liegende Neoplasma nicht kontrolliert wird.

Diagnostik

Die Anamnese sollte gezielt nach bekannten neoplastischen Erkrankungen fragen, da ein signifikanter Zusammenhang besteht. Klinisch‑dermatologische Untersuchung dokumentiert die Ausdehnung und den Typ der Läsionen. Laboruntersuchungen zeigen häufig Autoantikörper gegen BP180, BP230 und Desmocolline; diese Antikörperprofile wurden in Fällen mit Morbus Castleman und Schilddrüsenkarzinom beschrieben. Histopathologisch finden sich suprabasale Blasenbildung und nekrotische Keratinozyten. Direkte Immunfluoreszenz enthüllt lineare oder körnige IgG‑ und C3‑Depositionen entlang der Dermis‑Epidermis-Grenze. Die Diagnose wird gestellt, wenn das klinische Bild mit den immunologischen Befunden und dem Nachweis einer assoziierten Neoplasie übereinstimmt.

Differenzialdiagnosen

Wichtige abzugrenzende Erkrankungen sind:

  • Pemphigus vulgaris (klassischer Autoantikörper gegen Desmoglein 3, meist ohne neoplastische Assoziation)
  • Bullöses Pemphigoid (vorwiegend IgG‑ und C3‑Depositionen gegen BP180/BP230, jedoch selten mit Tumoren verknüpft)
  • Stevens‑Johnson‑Syndrom / toxische epidermale Nekrolyse (akutere Systemreaktion, fehlende spezifische Autoantikörper)
  • Lichen planus bullosus (histologisch andere Entzündungszellinfiltrate)

Therapie

Die Behandlung richtet sich nach einem zweistufigen Ansatz: Kontrolle der zugrunde liegenden Neoplasie und immunmodulierende Therapie des Hautleiden. Leitliniengerechte Standardtherapie beinhaltet zunächst hochdosierte Kortikosteroide zur schnellen Blasenreduktion, gefolgt von steroid‑sparenden Immunmodulatoren, um eine langfristige Remission zu erreichen. Bei fehlender Tumorkontrolle wird zusätzlich eine onkologische Therapie des malignen Prozesses empfohlen, da die Dermatose häufig mit dem Aktivitätsgrad des Neoplasmas korreliert.

Besondere Populationen

Zu diesem Aspekt liegt in den geprüften Quellen keine belastbare Evidenz vor.

Sonderfälle & aktuelle Studienlage

Zu diesem Aspekt liegt in den geprüften Quellen keine belastbare Evidenz vor.

Verwandte Codes

Zu diesem Aspekt liegt in den geprüften Quellen keine belastbare Evidenz vor.

Gesundheitsinformationen ersetzen keine individuelle medizinische Beratung.