Zum Inhalt

HealthOSArtikel A–Z

Arbeitsbereiche

Nachschlagen

Wissensartikel · DE

Patau-Syndrom (Trisomie 13) – Diagnostik, Differenzialdiagnostik & Therapie‑Standard (Stufe 2)

Stärkste Quellenart: Fallbericht oder Meinungsbeitrag
  • Fallbericht oder Meinungsbeitrag: 1
  • Fachartikel ohne Angabe des Studientyps: 4

Einordnung nach dem Studientyp der zitierten Quellen laut PubMed bzw. Leitlinienregister. Sie bewertet nicht, ob einzelne Aussagen des Artikels durch diese Quellen belegt sind. Zurückgezogene und nicht bestätigte Quellenangaben zählen nicht.

In diesem Artikel
  1. Übersicht
  2. Klinisches Erscheinungsbild
  3. Diagnostik
  4. Differenzialdiagnosen
  5. Therapie
  6. Besondere Populationen
  7. Sonderfälle & aktuelle Studienlage
  8. Verwandte Codes

Übersicht

Das Patau‑Syndrom, medizinisch Trisomie 13, ist eine chromosomale Fehlbildung, bei der ein zusätzliches Chromosom 13 in allen oder einem Teil der Zellen vorliegt. Die Prävalenz liegt weltweit bei etwa einer von 10 000 bis 20 000 Lebendgeburten; die Inzidenz variiert regional leicht. Aufgrund der hohen Morbidität und Mortalität stellt das Syndrom eine bedeutende Herausforderung für neonatologische, pädiatrische und palliative Versorgungsstrukturen dar.

Klinisches Erscheinungsbild

Typisch für Trisomie 13 sind multiple Fehlbildungen, die bereits im pränatalen Ultraschall erkennbar sein können. Zu den Leitsymptomen zählen schwere zentrale Gesichtsanomalien (z. B. Mikrozephalie, holoprosencephalische Anomalien, Lippen-Kiefer-Gaumenspalte), okuläre Fehlbildungen (Katarakte, Mikrophthalmie) sowie kardiale Defekte (ventrikuläre Septumdefekte, persistierender Ductus arteriosus). Zusätzlich treten häufig zentrale Nerven‑ und Sinnesstörungen, ein ausgeprägtes Nieren- und Harnwegssyndrom sowie Fehlbildungen der Extremitäten (Polydaktylie) auf. Der klinische Verlauf ist gekennzeichnet durch eine stark eingeschränkte Lebenserwartung; die meisten Patienten sterben im ersten Lebensjahr, häufig infolge von kardialen oder respiratorischen Komplikationen.

Diagnostik

Die Diagnose wird zunächst pränatal durch hochauflösenden Ultraschall und ggf. fetale Chromosomenanalyse (Chorionzottenbiopsie oder Amniozentese) gestellt. Postnatal erfolgt die Bestätigung mittels Karyotypisierung aus peripherem Blut, wobei ein kompletter Trisomie‑13‑Satz identifiziert wird. Ergänzend können molekulargenetische Methoden (FISH, CGH‑Array) eingesetzt werden, um Mosaikformen zu erkennen. Klinisch orientierte Untersuchung umfasst eine gründliche morphologische Bewertung aller betroffenen Organsysteme sowie bildgebende Verfahren (Echokardiographie, Ultraschall der Nieren). Die Diagnosekriterien basieren auf dem Nachweis einer zusätzlichen Kopie des Chromosoms 13 in Kombination mit den charakteristischen Fehlbildungen.

Differenzialdiagnosen

Wichtige abzugrenzende Diagnosen umfassen andere chromosomale Syndome mit multiplen Fehlbildungen, insbesondere Trisomie 18 (Edwards‑Syndrom) und Turner‑Syndrom bei weiblichen Patienten. Zusätzlich müssen isolierte kongenitale Anomalien wie holoprosencephalie ohne Chromosomenaberration, isolierte Lippen‑Kiefer‑Gaumenspalten sowie kardiale Fehlbildungen differenzialdiagnostisch berücksichtigt werden. Der Nachweis einer kompletten Trisomie 13 im Karyotyp ist das entscheidende Unterscheidungsmerkmal.

Therapie

Die therapeutische Vorgehensweise orientiert sich an leitliniengerechten, symptomorientierten Maßnahmen und einem frühzeitigen Einbezug palliativmedizinischer Strukturen. Akut wird die respiratorische Unterstützung (z. B. nicht‑invasive Beatmung) nach individueller Indikation eingesetzt; kardiale Fehlbildungen können chirurgisch korrigiert werden, wobei der Nutzen im Kontext der insgesamt sehr geringen Lebenserwartung kritisch abgewogen wird. Ernährungsmanagement umfasst enterale Ernährung bei Schluckstörungen. Schmerz- und Symptomkontrolle erfolgt gemäß palliativmedizinischen Standards. Insgesamt steht die Entscheidung für invasive Eingriffe in engem Austausch mit den Eltern und dem interdisziplinären Team, wobei ethische Überlegungen eine zentrale Rolle spielen.

Besondere Populationen

Zu diesem Aspekt liegt in den geprüften Quellen keine belastbare Evidenz vor.

Sonderfälle & aktuelle Studienlage

Zu diesem Aspekt liegt in den geprüften Quellen keine belastbare Evidenz vor.

Verwandte Codes

Zu diesem Aspekt liegt in den geprüften Quellen keine belastbare Evidenz vor.

Gesundheitsinformationen ersetzen keine individuelle medizinische Beratung.