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Pelvoperitonitis bei Frauen – Diagnostik, Differenzialdiagnosen & Therapie-Standard (ICD‑10 N73.5)

Stärkste Quellenart: Fallbericht oder Meinungsbeitrag
  • Fallbericht oder Meinungsbeitrag: 2
  • Fachartikel ohne Angabe des Studientyps: 1

Einordnung nach dem Studientyp der zitierten Quellen laut PubMed bzw. Leitlinienregister. Sie bewertet nicht, ob einzelne Aussagen des Artikels durch diese Quellen belegt sind. Zurückgezogene und nicht bestätigte Quellenangaben zählen nicht.

In diesem Artikel
  1. Übersicht
  2. Klinisches Erscheinungsbild
  3. Diagnostik
  4. Differenzialdiagnosen
  5. Therapie
  6. Besondere Populationen
  7. Sonderfälle & aktuelle Studienlage
  8. Verwandte Codes

Übersicht

Pelveoperitonitis bezeichnet eine entzündliche Reaktion des Peritoneums im Beckenbereich, die bei Frauen häufig sekundär zu gynäkologischen Ursachen entsteht. Die Inzidenz ist schwer zu quantifizieren, da die Erkrankung meist im Rahmen anderer abdominaler oder gynäkologischer Notfälle entdeckt wird. Klinisch relevant ist das hohe Risiko für septische Komplikationen und Mortalität, insbesondere wenn die Ursache nicht rasch identifiziert und behandelt wird.

Klinisches Erscheinungsbild

Typische Leitsymptome einer Pelveoperitonitis bei Frauen sind plötzlich einsetzende, diffuse Unterbauchschmerzen, häufig mit Ausstrahlung in den Rücken oder die Flanken, sowie Befunde von Abwehrspannung. Begleitend können Fieber, Tachykardie und ein allgemeiner Krankheitszustand auftreten. In den vorliegenden Fallberichten präsentierten sich Patienten mit perforiertem intraabdominellen Tumor bzw. einer rupturierten Pyometra bzw. einem pyomyomen Uterus, was zu einer akuten peritonitischen Symptomatik führte. Der Verlauf ist häufig schnell fortschreitend und erfordert eine sofortige chirurgische Intervention.

Diagnostik

Die Anamnese sollte nach gynäkologischen Vorgeschichten (z. B. Myome, frühere Operationen) sowie nach Zeichen einer Infektion (Fieber, Schüttelfrost) fragen. Klinisch wird die Abwehrspannung im Unterbauch geprüft; ein positiver Blumberg‑Zeichen ist häufig. Laborchemisch zeigen sich meist erhöhte Entzündungsparameter (Leukozytose, CRP). Bildgebend ist die Sonographie des Beckens erster Schritt, kann jedoch bei ausgedehnter Luftansammlung eingeschränkt sein. Computertomografie des Abdomens liefert detaillierte Informationen über mögliche Perforationsquellen, freie Luft, Flüssigkeit und organische Beteiligungen, wie im Fall einer retroperitonealen Desmoid‑Tumor-Invasion oder einer rupturierten Pyometra. Die Diagnose wird gestellt, wenn klinische Zeichen einer Peritonitis mit bildgebenden Hinweisen auf eine pelvine Quelle kombiniert werden.

Differenzialdiagnosen

Wichtige abzugrenzende Diagnosen umfassen:

  • Appendizitis mit sekundärer Beckenbeteiligung
  • Divertikulitis mit perforation im linken Unterbauch
  • Eileiterschwangerschaft (Ruptur)
  • Pelvic inflammatory disease (PID) ohne Perforation
  • Uterusmyome mit sekundärer Infektion oder Nekrose

Unterschiedliche Bildmorphologien, Laborparameter und gynäkologische Befunde helfen, diese Zustände zu separieren.

Therapie

Die Behandlung erfolgt leitliniengerecht in mehreren Schritten. Zunächst ist eine sofortige breitbandige antibiotische Therapie indiziert, um die septische Belastung zu reduzieren, gefolgt von einer gezielten Anpassung nach mikrobiologischen Ergebnissen. Gleichzeitig wird ein chirurgischer Eingriff zur Kontrolle der Quelle (z. B. Resektion eines perforierten Tumors, Drainage einer rupturierten Pyometra oder Myomektomie bei pyomyomaler Peritonitis) empfohlen. Bei hämodynamischer Instabilität ist eine Notoperation indiziert. Postoperativ wird die antibiotische Therapie fortgeführt und das klinische Bild eng überwacht.

Besondere Populationen

Zu diesem Aspekt liegt in den geprüften Quellen keine belastbare Evidenz vor.

Sonderfälle & aktuelle Studienlage

Zu diesem Aspekt liegt in den geprüften Quellen keine belastbare Evidenz vor.

Verwandte Codes

Zu diesem Aspekt liegt in den geprüften Quellen keine belastbare Evidenz vor.

Gesundheitsinformationen ersetzen keine individuelle medizinische Beratung.