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Penisfraktur – Diagnostik, Differenzialdiagnosen und Therapie‑Standard (ICD‑10 S39.80)
Stärkste Quellenart: Fallbericht oder Meinungsbeitrag
- Fallbericht oder Meinungsbeitrag: 1
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In diesem Artikel
Übersicht
Die Penisfraktur ist ein seltenes urologisches Trauma, das durch eine plötzlich auftretende Rissbildung des Corpora cavernosa infolge einer seitlichen Biegung des erigierten Penis entsteht. Epidemiologisch wird sie vorwiegend bei jungen, sexuell aktiven Männern beschrieben; die Inzidenz liegt im niedrigen einstelligen Prozentbereich der urologischen Notfälle. Klinisch ist die Fraktur von hoher Dringlichkeit, da ein verspätetes Eingreifen zu dauerhaften Funktionsstörungen wie erektiler Dysfunktion oder Deformation führen kann.
Klinisches Erscheinungsbild
Typische Leitsymptome sind das plötzliche Auftreten eines lauten Knallgeräuschs während des Geschlechtsverkehrs, gefolgt von starken Schmerzen und sofortiger Detumisation des erigierten Penis. Oft ist ein sichtbarer Hämatom („Eiscreme‑Haut“) entlang der dorsalen Penisschale zu beobachten. Der Patient berichtet häufig über einen sofortigen Verlust der Erektion. In den meisten Fällen folgt eine palpierbare Defektlinie, die auf die Rissstelle hinweist.
Diagnostik
Die Anamnese fokussiert das traumatische Ereignis, das Auftreten eines Knalls und die nachfolgende Detumisation. Klinisch wird die dorsale Penisschale entlang der erkennbaren Hämatomzone abgetastet, um eine Defektlinie zu lokalisieren. Bildgebend ist die hochauflösende Magnetresonanztomografie (MRT) im Notfallsetting von Nutzen, da sie den Riss des Corpora cavernosa sowie mögliche begleitende Harnröhrenverletzungen zuverlässig darstellt. Sonographische Untersuchungen können ergänzend eingesetzt werden, erreichen jedoch nicht die diagnostische Sicherheit der MRT.
Differenzialdiagnosen
Wichtige abzugrenzende Diagnosen umfassen das Peniskontusion‑Syndrom ohne Tunnenruptur, Penissklerose, Peyronie‑Krankheit und penile Hämatome infolge anderer Traumata. Das Fehlen eines hörbaren Knalls, einer sofortigen Detumisation oder einer klaren Defektlinie spricht eher gegen eine Fraktur. Bei Unsicherheit kann die Bildgebung helfen, insbesondere um eine mögliche Harnröhrenverletzung auszuschließen.
Therapie
Die leitliniengerechte Standardtherapie besteht in einem chirurgischen Sofortintervention, wobei ein dorsaler Penisschnitt zur Exploration und primären Naht des Risses gewählt wird. Ziel ist die anatomische Wiederherstellung des Corpora cavernosa sowie das Verhindern von Fibrosebildung. Bei begleitenden Harnröhrenverletzungen wird eine simultane Harnröhrensanierung durchgeführt. Postoperativ erfolgt ein kurzer Zeitraum der immobilisierenden Verbandapplikation und analgetische Versorgung; die weitere Nachsorge beinhaltet funktionelle Kontrollen zur Bewertung der Erektionsfähigkeit.
Besondere Populationen
Zu diesem Aspekt liegt in den geprüften Quellen keine belastbare Evidenz vor.
Sonderfälle & aktuelle Studienlage
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Verwandte Codes
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