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Perisplenitis (D73.8) – Diagnostik, Differenzialdiagnosen und Therapie‑Standard
Stärkste Quellenart: Fallbericht oder Meinungsbeitrag
- Fallbericht oder Meinungsbeitrag: 1
- Fachartikel ohne Angabe des Studientyps: 2
Einordnung laut PubMed bzw. Leitlinienregister. Zurückgezogene und nicht bestätigte Quellenangaben zählen nicht.
Die Quellenart sagt nicht aus, ob die Aussagen dieses Artikels geprüft und belegt sind.
In diesem Artikel
Übersicht
Perisplenitis bezeichnet eine Entzündung des perisplenischen Gewebes, also der Strukturen unmittelbar um die Milz herum. Die Pathogenese ist selten beschrieben und wird in Einzelfällen mit anatomischen Fehlstellungen wie einer Malrotation des Darms assoziiert. Epidemiologisch gibt es kaum belastbare Daten; die vorhandenen Publikationen beschränken sich auf einzelne Fallberichte bei älteren Patienten. Klinisch relevant ist die mögliche Assoziation zu anderen intraabdominellen Entzündungen, etwa im Rahmen des Curtis–Fitz‑Hugh‑Syndroms.
Klinisches Erscheinungsbild
Typische Leitsymptome umfassen rechtsseitige oder epigastrische Schmerzen, häufig mit Begleitung von Fieber und allgemeinem Krankheitsgefühl. In den berichteten Fällen zeigte sich ein subakutes bis chronisches Beschwerdebild, das sich im Verlauf zu einer akuten Abdomenlage verschärfen konnte. Der klinische Verlauf ist variabel; bei Vorliegen einer Darmmalrotation kann die Perisplenitis im Kontext einer sekundären Obstruktion oder Ischämie auftreten.
Diagnostik
Die Anamnese richtet sich nach unspezifischen abdominalen Beschwerden und möglicher Vorgeschichte von Fehlbildungen des Gastrointestinaltrakts. Klinisch wird ein Druckschmerz im linken Oberbauch gefunden, häufig ohne eindeutige Palpation einer Milzvergrößerung. Bildgebende Verfahren (Ultraschall, CT) können eine entzündliche Veränderung des perisplenischen Fettgewebes zeigen, wobei die Milz selbst meist unauffällig bleibt. Laborbefunde sind unspezifisch und können eine Leukozytose sowie erhöhte Entzündungsparameter umfassen. Definitive Diagnosekriterien existieren nicht; sie basieren auf dem Zusammenspiel von klinischem Bild, bildgebenden Befunden und Ausschluss anderer Ursachen.
Differenzialdiagnosen
Wichtige abzugrenzende Diagnosen sind:
- Splenitis (primäre Milzentzündung)
- Peritonitis mit linksseitiger Beteiligung
- Abszessbildung im linken Oberbauch
- Pankreatitis, insbesondere bei linksseitigem Schmerzverlauf
- Malrotation des Darms mit sekundärer Entzündung des perisplenischen Gewebes
Die Unterscheidungsmerkmale liegen in der Lokalisation der Schmerzen, bildgebenden Befunden (Milz vs. perisplenisches Fett) und dem Vorhandensein von Begleitpathologien wie Darmmalrotation.
Therapie
Aufgrund fehlender Leitlinien wird eine leitliniengerechte Therapie nach allgemeinen Prinzipien entzündlicher intraabdomineller Prozesse empfohlen. Dazu zählen zunächst eine breit angelegte antibiotische Abdeckung, die auf grampositive, gramnegative und anaerobe Erreger abzielt, sowie supportive Maßnahmen (Flüssigkeits- und Schmerztherapie). Bei Nachweis einer anatomischen Fehlstellung, etwa Malrotation, kann chirurgische Korrektur indiziert sein. In Einzelfällen wurde eine operative Exploration mit Entfernung des entzündeten perisplenischen Gewebes beschrieben.
Besondere Populationen
Zu diesem Aspekt liegt in den geprüften Quellen keine belastbare Evidenz vor.
Sonderfälle & aktuelle Studienlage
Die Literatur besteht ausschließlich aus einzelnen Fallberichten, die eine Assoziation von Perisplenitis mit Darmmalrotation bzw. dem Curtis–Fitz‑Hugh‑Syndrom beschreiben. Es gibt keine systematischen Studien oder aktuelle Leitlinienänderungen. Die Evidenzlage bleibt daher sehr dünn und erfordert weitere Forschung.
Verwandte Codes
Zu diesem Aspekt liegt in den geprüften Quellen keine belastbare Evidenz vor.
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