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Phacogenic Glaucoma (ICD‑10 H40.5): Diagnostik, Differenzialdiagnostik & Therapie‑Standard
Stärkste Quellenart: Übersichtsarbeit
- Übersichtsarbeit: 1
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In diesem Artikel
Übersicht
Phakogener Glaukom, auch als lensinduziertes Glaukom bezeichnet, ist ein sekundäres Winkel‑Blockade‑Glaukom, das durch mechanische und entzündliche Prozesse infolge einer Katarakt‑Komplikation entsteht. Die Prävalenz ist gering, tritt jedoch vor allem bei akuten oder chronischen Komplikationen nach Kataraktoperation, Lensdislokation oder spontanen Linsenkapselrupturen auf. Klinisch relevant ist die potenziell rasche Erhöhung des Augeninnendrucks (IOD) mit Gefahr einer irreversiblen Schädigung des Sehnerves, wenn nicht zeitnah diagnostiziert und behandelt wird.
Klinisches Erscheinungsbild
Typische Leitsymptome umfassen plötzlich auftretende Schmerzen im betroffenen Auge, Rötung, Photophobie sowie eine rasch ansteigende Visusminderung. Beim ophthalmoskopischen Befund zeigen sich häufig ein verengter Vorderkammerwinkel, ein erhöhter IOD und Zeichen einer anterioren Uveitis, wie zelluläre Reaktion im Kammerwasser. In fortgeschrittenen Fällen kann ein Hornhautödem auftreten, das die Transparenz der Hornhaut beeinträchtigt. Der Verlauf ist meist akut, kann jedoch bei unzureichender Therapie chronisch werden.
Diagnostik
Die Anamnese richtet sich nach kürzlich erfolgten Katarakt‑Operationen, Lensdislokationen oder traumatischen Ereignissen, die eine Linsenverletzung begünstigen können. Die klinische Untersuchung beinhaltet die Messung des IOD mittels Applanationstonometrie, Gonioskopie zur Beurteilung des Kammerwinkelzustands und Spaltlampenbefund, der entzündliche Zellreaktionen und mögliche Lensfragmente im Vorderkammerwinkel dokumentiert. Zusätzlich kann eine Ultraschallbiomikroskopie (UBM) eingesetzt werden, um die Lage von Linsenresten im Winkel zu visualisieren. Die Diagnose wird gestellt, wenn ein erhöhter IOD mit nachweisbarer lensinduzierter Obstruktion des Kammerwinkels und entzündlichen Befunden vorliegt.
Differenzialdiagnosen
Wichtige abzugrenzende Diagnosen sind primäres Offenwinkelglaukom, das typischerweise einen offenen Winkel ohne Entzündungszeichen aufweist; akuter Winkelblock‑Glaukom infolge von Pupillenblockade ohne lensinduzierte Komponente; sowie andere sekundäre Glaukome wie Pseudoexfoliations‑ oder Traumatenglaukom, die unterschiedliche pathophysiologische Mechanismen besitzen. Die Unterscheidung erfolgt vor allem über den Nachweis von Lensfragmenten im Winkel und das Vorhandensein einer anterioren Uveitis.
Therapie
Die Behandlung richtet sich nach leitliniengerechten Prinzipien zur schnellen Senkung des IOD und Auflösung der entzündlichen Komponente. Initial wird eine medikamentöse Drucksenkung mit topischen Medikamenten eingesetzt, gefolgt von systemischer Therapie bei unzureichender Kontrolle. Zusätzlich ist die gezielte antiinflammatorische Behandlung erforderlich, um die Uveitis zu dämpfen. In Fällen, in denen Lensfragmente den Kammerwinkel blockieren, kann ein chirurgisches Eingreifen notwendig sein, etwa eine Iridotomie oder Entfernung der lensinduzierten Obstruktion mittels Anterior‑Segment‑Chirurgie.
Besondere Populationen
Zu diesem Aspekt liegt in den geprüften Quellen keine belastbare Evidenz vor.
Sonderfälle & aktuelle Studienlage
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Verwandte Codes
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