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Phototherapie bei Psoriasis (ICD‑10 L40): Diagnostik, Differenzialdiagnosen & Therapie‑Standard

Stärkste Quellenart: Übersichtsarbeit
  • Übersichtsarbeit: 2

Einordnung nach dem Studientyp der zitierten Quellen laut PubMed bzw. Leitlinienregister. Sie bewertet nicht, ob einzelne Aussagen des Artikels durch diese Quellen belegt sind. Zurückgezogene und nicht bestätigte Quellenangaben zählen nicht.

HOS-032615

In diesem Artikel
  1. Übersicht
  2. Klinisches Erscheinungsbild
  3. Diagnostik
  4. Differenzialdiagnosen
  5. Therapie
  6. Besondere Populationen
  7. Sonderfälle & aktuelle Studienlage
  8. Verwandte Codes

Übersicht

Phototherapie, insbesondere Breitband‑UVB (BB‑UVB) und PUVA, ist ein etablierter physikalischer Therapieansatz bei entzündlichen und proliferativen Hauterkrankungen. Sie nutzt die immunmodulierenden Effekte von ultraviolettem Licht, um pathologische Hautprozesse zu regulieren. In Deutschland wird sie vor allem in dermatologischen Fachpraxen und spezialisierten Zentren eingesetzt. Die Indikationslandschaft umfasst sowohl häufige als auch seltenere Dermatosen, wobei die Auswahl der jeweiligen Phototherapie‑Form (UVB vs. PUVA) von Krankheitsbild, Schweregrad und Patientenfaktoren abhängt.

Klinisches Erscheinungsbild

Typische Erkrankungen, für die UVB‑Phototherapie eingesetzt wird, zeigen sich durch erythematöse, schuppige oder hyperpigmentierte Hautareale mit chronischem Verlauf. Bei Psoriasis vulgaris dominieren plaqueartige, silbrig‑weiße Schuppen und stark ausgeprägte Rötung; beim atopischen Ekzem treten exzitierte, juckende Läsionen in typischer Flexurverteilung auf. Vitiligo präsentiert sich durch depigmentierte maculöse Areale, während kutane T‑Zell‑Lymphome häufig als erythematöse Plaques oder Tumoren mit möglicher Ulzeration auftreten. Der Krankheitsverlauf ist meist chronisch‑rezidivierend und reagiert nur unzureichend auf topische Standardtherapien.

Diagnostik

Die Diagnose beruht primär auf einer detaillierten Anamnese, klinischen Inspektion und ggf. histopathologischer Bestätigung. Bei Psoriasis wird die PASI (Psoriasis Area and Severity Index) zur Schweregradbestimmung herangezogen; beim atopischen Ekzem kommen SCORAD oder EASI zum Einsatz. Für Vitiligo erfolgt die Diagnose meist klinisch, unterstützt durch Wood‑Licht-Untersuchung. Kutane T‑Zell‑Lymphome erfordern eine Hautbiopsie mit immunhistochemischer Charakterisierung. Vor Beginn der Phototherapie ist stets ein Screening auf photosensible Erkrankungen und Kontraindikationen (z. B. Lupus erythematodes, aktive Hautinfektionen) durchzuführen.

Differenzialdiagnosen

Wichtige abzugrenzende Diagnosen umfassen seborrhoische Dermatitis, Lichen planus, kutane Mykosen sowie maligne Dermatome wie das spinozelluläre Karzinom. Bei Psoriasis müssen seborrhoische Dermatitis und Ekzem differenziert werden; beim atopischen Ekzem sind Kontaktdermatitis und ichthyotische Erkrankungen zu berücksichtigen. Vitiligo muss von hypopigmentierenden Störungen wie post‑inflammatorischer Hypopigmentierung oder albinotischem Phänomen abgegrenzt werden. Kutane T‑Zell‑Lymphome sollten von chronisch entzündlichen Plaques (z. B. Psoriasis) und anderen kutanen Neoplasien unterschieden werden.

Therapie

Für die genannten Indikationen gilt eine leitliniengerechte Phototherapie als Standardoption, wenn topische oder systemische Therapien nicht ausreichend wirksam sind oder unerwünschte Nebenwirkungen aufweisen. BB‑UVB ist die bevorzugte Modalität bei Psoriasis vulgaris und atopischem Ekzem aufgrund seiner guten Wirksamkeit und eines günstigeren Sicherheitsprofils gegenüber PUVA. PUVA wird insbesondere bei schweren Plaque‑Psoriasis, Mycosis fungoides (kutanes T‑Zell‑Lymphom im Frühstadium) und therapieresistenten Fällen eingesetzt. Die Therapie erfolgt in regelmäßigen Sitzungen (typischerweise 2–3 mal pro Woche), wobei die Dosis individuell titriert wird, um erythemaähnliche Reaktionen zu vermeiden. Bei Vitiligo kann BB‑UVB als monotherapeutische Option oder in Kombination mit topischen Calcineurin-Inhibitoren eingesetzt werden.

Besondere Populationen

  • Schwangerschaft: UVB‑Phototherapie gilt im Allgemeinen als sicher, solange die kumulative Dosis kontrolliert wird; PUVA ist kontraindiziert.
  • Kinder und Jugendliche: BB‑UVB kann bei schwerer atopischer Dermatitis oder Psoriasis eingesetzt werden, wobei das Alter und die Hautfläche sorgfältig berücksichtigt werden müssen.
  • Ältere Patienten: Die Therapie ist grundsätzlich möglich, jedoch sollte aufgrund der erhöhten Hautalterung ein geringeres Anfangsdosis‑Schema verwendet werden.
  • Nieren‑/Leberinsuffizienz: Da Phototherapie keine systemische Pharmakokinetik aufweist, gibt es keine spezifischen Dosisanpassungen; dennoch ist eine engmaschige klinische Kontrolle empfehlenswert.

Sonderfälle & aktuelle Studienlage

Für seltene Indikationen wie Lichen planus ruber, chronisch rezidivierende hämorrhagische Dermatitis und bestimmte genodermatosen liegen nur begrenzte Daten vor. Aktuelle Untersuchungen prüfen die Kombination von BB‑UVB mit neueren Biologika bei Psoriasis sowie die Rolle von PUVA in frühen Stadien des kutanen T‑Zell‑Lymphoms. Die Evidenzlage zu langfristigen Karzinomrisiken bleibt uneinheitlich; während einige Studien keinen signifikanten Anstieg zeigen, weisen andere auf ein potenzielles erhöhtes Risiko hin, insbesondere bei hoher kumulativer PUVA‑Exposition.

Verwandte Codes

Zu diesem Aspekt liegt in den geprüften Quellen keine belastbare Evidenz vor.

Gesundheitsinformationen ersetzen keine individuelle medizinische Beratung.