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Pilzvergiftung (T62.0): Differenzialdiagnostik und Therapie‑Standard in der Orthopädie

Stärkste Quellenart: Übersichtsarbeit
  • Übersichtsarbeit: 2

Einordnung nach dem Studientyp der zitierten Quellen laut PubMed bzw. Leitlinienregister. Sie bewertet nicht, ob einzelne Aussagen des Artikels durch diese Quellen belegt sind. Zurückgezogene und nicht bestätigte Quellenangaben zählen nicht.

HOS-044229

In diesem Artikel
  1. Übersicht
  2. Klinisches Erscheinungsbild
  3. Diagnostik
  4. Differenzialdiagnosen
  5. Therapie
  6. Besondere Populationen
  7. Sonderfälle & aktuelle Studienlage
  8. Verwandte Codes

Übersicht

Pilzvergiftungen entstehen durch die Aufnahme von toxischen Pilzen, häufig aus dem Familienkreis der Amanitaceae, Cortinariaceae oder Russulaceae. In Deutschland sind sie selten, jedoch mit potenziell lebensbedrohlichen Verläufen verbunden, insbesondere bei den klassischen Amatoxin‑ und Orellanin‑Poisonings. Die klinische Relevanz liegt in der Notwendigkeit einer schnellen Diagnose und einer zeitkritischen Therapie, da die initiale Phase symptomfrei sein kann.

Klinisches Erscheinungsbild

Typisch ist ein biphasischer Krankheitsverlauf: Nach einer latenten Inkubationszeit von 6–24 Stunden treten unspezifische gastrointestinale Symptome (Übelkeit, Erbrechen, Durchfall) auf. Bei Amatoxin‑Poisoning folgt nach etwa 48 Stunden eine Phase mit Leberzellschädigung, gekennzeichnet durch Ikterus, erhöhten Transaminasen und möglicher hepatischer Insuffizienz. Orellanin‑Vergiftungen zeigen bereits frühzeitig neurologische Ausfälle (Sehstörungen, Halluzinationen) neben den gastrointestinalen Beschwerden.

Diagnostik

Die Anamnese fokussiert auf den Verzehr von Wildpilzen, Zeitpunkt des Konsums und mögliche Identifikationshilfen (Bilder, Pilzsammlung). Klinisch wird eine körperliche Untersuchung mit Schwerpunkt auf Abdomen und neurologischem Status durchgeführt. Laboranalytisch sind erhöhte Leberwerte (AST, ALT, Bilirubin) sowie ein Anstieg der Serum‑Amatoxin‑Konzentration diagnostisch relevant; letzteres kann mittels ELISA oder LC‑MS/MS nachgewiesen werden. Bildgebend wird in fortgeschrittenen Fällen eine Sonographie oder CT des Abdomens eingesetzt, um Zeichen einer Lebernekrose zu identifizieren.

Differenzialdiagnosen

Wichtige abzugrenzende Diagnosen umfassen akute virale Hepatitis, andere toxische Lebererkrankungen (z. B. Paracetamol‑Überdosierung), bakterielle Gastroenteritis sowie neurologische Notfälle wie Enzephalopathien infolge von Stoffwechselstörungen. Der Ausschluss einer bakteriellen Infektion erfolgt durch Blutkulturen und Stuhluntersuchungen, während die Unterscheidung zu anderen Mykotoxinen (z. B. Gyromitrin) anhand des klinischen Bildes und spezifischer Labortests erfolgt.

Therapie

Die leitliniengerechte Therapie besteht aus einer Kombination von dekontaminierenden Maßnahmen, unterstützender Intensivtherapie und spezifischer Antidotbehandlung. Bei Verdacht auf Amatoxin‑Poisoning wird sofort eine hochdosierte intravenöse Flüssigkeitstherapie eingeleitet, um die Nierenfunktion zu sichern. Zusätzlich erfolgt die Gabe eines hepato‑schutzenden Präparats, das die Aufnahme von Amatoxinen in Hepatozyten hemmt und deren Ausscheidung fördert. Bei fortgeschrittener Leberinsuffizienz kann eine frühzeitige Überweisung zur transplantationsmedizinischen Evaluation angezeigt sein.

Besondere Populationen

Zu diesem Aspekt liegt in den geprüften Quellen keine belastbare Evidenz vor.

Sonderfälle & aktuelle Studienlage

Zu diesem Aspekt liegt in den geprüften Quellen keine belastbare Evidenz vor.

Verwandte Codes

Zu diesem Aspekt liegen in den geprüften Quellen keine belastbaren Daten vor.

Gesundheitsinformationen ersetzen keine individuelle medizinische Beratung.