Zum Inhalt

HealthOSArtikel A–Z

Arbeitsbereiche

Nachschlagen

Wissensartikel · DE

Pneumoperitoneum (K66.8) – Differenzialdiagnostik und Therapie‑Standard

Stärkste Quellenart: Leitlinie oder Konsensus
  • Leitlinie oder Konsensus: 1
  • Übersichtsarbeit: 4

Einordnung nach dem Studientyp der zitierten Quellen laut PubMed bzw. Leitlinienregister. Sie bewertet nicht, ob einzelne Aussagen des Artikels durch diese Quellen belegt sind. Zurückgezogene und nicht bestätigte Quellenangaben zählen nicht.

HOS-013856

In diesem Artikel
  1. Übersicht
  2. Klinisches Erscheinungsbild
  3. Diagnostik
  4. Differenzialdiagnosen
  5. Therapie
  6. Besondere Populationen
  7. Sonderfälle & aktuelle Studienlage
  8. Verwandte Codes

Übersicht

Ein Pneumoperitoneum bezeichnet das Vorhandensein von Luft oder Gas im Peritonealraum. Es kann primär iatrogen, beispielsweise nach laparoskopischen Eingriffen, oder sekundär durch perforation eines luftgefüllten Organs entstehen. Die Inzidenz iatrogener Fälle steigt mit der zunehmenden Nutzung minimal-invasiver Chirurgie, während spontane Pneumoperitoneen selten sind. Klinisch ist das Vorhandensein von freier Luft im Abdomen ein potenziell lebensbedrohliches Zeichen, das eine rasche Abklärung und ggf. operative Intervention erfordert.

Klinisches Erscheinungsbild

Typische Leitsymptome eines sekundären Pneumoperitoneums umfassen plötzliches, intensives abdominales Schmerzsyndrom mit häufigem Ausstrahlen in die Schulter (Kehlkopf‑Schmerz). Begleitend können Übelkeit, Erbrechen und ein Abwehrspannung des Bauchwalls auftreten. Bei einem iatrogenen Pneumoperitoneum nach laparoskopischer Operation sind Schmerzen meist lokalisierter und gehen mit einer postoperativen Phase von Blähungen und Distension einher. Der klinische Verlauf kann schnell eskalieren, wenn eine Perforation vorliegt, sodass ein progressiver Anstieg der Schmerzintensität und Zeichen einer Sepsis (Fieber, Tachykardie, Hypotonie) zu beobachten sind.

Diagnostik

Die Anamnese fokussiert auf kürzlich erfolgte endoskopische oder laparoskopische Eingriffe sowie mögliche Risikofaktoren für viszerale Perforationen (z. B. peptisches Ulkus, entzündliche Darmerkrankungen). Die körperliche Untersuchung prüft auf Abwehrspannung, Loslassschmerz und ggf. Tympanie bei perkutaner Luftansammlung. Laborbefunde können eine Leukozytose und Entzündungsparameter zeigen, sind jedoch nicht spezifisch. Bildgebend ist das Röntgen des Abdomen in aufrechter Lage oder ein CT‑Abdomen die Goldstandard-Diagnostik; beide zeigen charakteristische Luftlinien unter dem Zwerchfell. Die Diagnose wird gestellt, wenn freie intraperitoneale Luft nachweisbar ist und klinische Korrelate vorliegen.

Differenzialdiagnosen

Wichtige abzugrenzende Diagnosen umfassen ein postoperatives Ileus ohne Perforation, intra‑abdominelle Flüssigkeitsansammlungen (z. B. Aszites) die auf Röntgenbildern ähnlich erscheinen können, sowie subphrenische Luftansammlungen aus pulmonalen Ursachen (Pneumothorax, Pneumomediastinum). Ein spontanes pneumoperitoneales Syndrom ohne Perforation muss von einer echten perforativen Ursache unterschieden werden; hier fehlt typischerweise ein klinisches Bild einer akuten Abdomen-Entzündung.

Therapie

Die Behandlung richtet sich nach dem zugrunde liegenden Mechanismus. Bei iatrogenem Pneumoperitoneum ohne Hinweis auf Perforation erfolgt in der Regel eine konservative, leitliniengerechte Therapie mit Beobachtung, Analgesie und ggf. prophylaktischer Antibiotikagabe. Bei sekundärem Pneumoperitoneum infolge einer viszeralen Perforation ist eine sofortige chirurgische Intervention indiziert; die Wahl zwischen laparoskopischem oder offenem Zugang orientiert sich an den lokalen Gegebenheiten und der Erfahrung des Operateurs. Zusätzlich wird eine breitbandige antibiotische Therapie nach den Prinzipien einer intraabdominellen Sepsis eingeleitet.

Besondere Populationen

Zu diesem Aspekt liegt in den geprüften Quellen keine belastbare Evidenz vor.

Sonderfälle & aktuelle Studienlage

Zu diesem Aspekt liegt in den geprüften Quellen keine belastbare Evidenz vor.

Verwandte Codes

Zu diesem Aspekt liegt in den geprüften Quellen keine belastbare Evidenz vor.

Gesundheitsinformationen ersetzen keine individuelle medizinische Beratung.