Wissensartikel · DE
Präeklampsie (O14.9) – Diagnostik, Differenzialdiagnostik & Therapie‑Standard
Stärkste Quellenart: Sonstige Quelle
- Sonstige Quelle: 2
Einordnung laut PubMed bzw. Leitlinienregister. Zurückgezogene und nicht bestätigte Quellenangaben zählen nicht.
Die Quellenart sagt nicht aus, ob die Aussagen dieses Artikels geprüft und belegt sind.
In diesem Artikel
Übersicht
Präeklampsie ist ein hypertensives Syndrom, das erst nach der 20. Schwangerschaftswoche auftritt und durch neue Blutdrucksteigerungen sowie Proteinurie oder andere Organmanifestationen gekennzeichnet ist. Sie betrifft etwa 2–8 % aller Schwangerschaften und stellt eine der häufigsten Ursachen für mütterliche Morbidität und Mortalität sowie für fetale Komplikationen dar. Die Erkrankung liegt im Kontext einer gestörten Plazentafunktion und einer systemischen Endothelaktivierung, was zu einer erhöhten peripheren Gefäßresistenz und multiplen Organbeteiligungen führt.
Klinisches Erscheinungsbild
Typische Leitsymptome sind ein neu aufgetretener systolischer Blutdruck ≥ 140 mmHg oder diastolischer Blutdruck ≥ 90 mmHg, häufig begleitet von Kopfschmerzen, visuellen Störungen, Oberbauchschmerz und Ödemen. Die Proteinurie (≥ 300 mg/24 h) ist ein klassisches Laborzeichen, kann jedoch durch andere Organmanifestationen wie transiente Leberfunktionsstörung, Thrombozytopenie oder Niereninsuffizienz ersetzt werden. Der Krankheitsverlauf lässt sich in zwei Hauptformen unterteilen: eine frühe Form vor der 34. Schwangerschaftswoche mit höherer Morbidität und eine späte Form danach, die meist milder verläuft.
Diagnostik
Die Anamnese fokussiert auf das Auftreten von Blutdrucksteigerungen nach der 20. Schwangerschaftswoche sowie mögliche Vorbefunde wie chronische Hypertonie oder Nierenerkrankungen. Die körperliche Untersuchung beinhaltet Blutdruckmessung in sitzender Lage, Beurteilung von Ödemen und neurologischen Status. Laboruntersuchungen umfassen Urin‑Proteinbestimmung (24‑Stunden‑Sammlung oder Spot‑Albumin/Kreatinin‑Quotient), Serumkreatinin, Leberwerte, Hämoglobin, Thrombozytenzahl sowie ggf. Plasminogenaktivator‑Inhibitor‑1 und soluble fms‑like tyrosine kinase‑1 (sFlt‑1) zur Risikoabschätzung. Bildgebend wird die Doppler‑Sonographie der Uterusarterien eingesetzt, um eine pathologische Blutflussmusterung zu identifizieren. Die Diagnose beruht auf den kombinierten Kriterien von Bluthochdruck und entweder Proteinurie oder einer Organbeteiligung.
Differenzialdiagnosen
Wichtige abzugrenzende Diagnosen sind chronische Hypertonie mit Superimposition, akute Niereninsuffizienz, hepatische Erkrankungen (z. B. HELLP‑Syndrom), thrombotisch-thrombozytopenische Purpura und systemischer Lupus erythematodes. Chronische Hypertonie unterscheidet sich durch das Vorhandensein von Blutdruckerhöhungen bereits vor der 20. Schwangerschaftswoche ohne neu auftretende Proteinurie. Das HELLP‑Syndrom zeigt eine ausgeprägte hämolytisch-urämisches Bild mit erhöhten Leberenzymen und Thrombozytopenie, während Präeklampsie häufig erst später im Verlauf der Schwangerschaft manifest wird.
Therapie
Die leitliniengerechte Therapie zielt auf Blutdruckkontrolle, Verhinderung von Organverschlechterungen und letztlich die definitive Behandlung durch Entbindung ab. Bei moderaten Blutdruckwerten wird eine medikamentöse Standardtherapie mit gut verträglichen Antihypertensiva eingesetzt; bei schwerer Hypertonie oder akuten Organkomplikationen ist ein rascher Blutdruckabfall erforderlich, um weitere Schäden zu vermeiden. Magnesiumsulfat wird prophylaktisch zur Prävention von Eklampsien und zur Neuroprotektion des Fötus verwendet. Die Entscheidung über den Zeitpunkt der Entbindung richtet sich nach dem Schweregrad der Erkrankung, dem Schwangerschaftsalter und dem fetalen Wohlbefinden; bei schwerer Präeklampsie ist häufig eine vorzeitige Entbindung indiziert.
Besondere Populationen
Zu diesem Aspekt liegt in den geprüften Quellen keine belastbare Evidenz vor.
Sonderfälle & aktuelle Studienlage
Zu diesem Aspekt liegt in den geprüften Quellen keine belastbare Evidenz vor.
Verwandte Codes
Zu diesem Aspekt liegt in den geprüften Quellen keine belastbare Evidenz vor.
Gesundheitsinformationen ersetzen keine individuelle medizinische Beratung.