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Pruritus vulvae – Diagnostik, Differentialdiagnosen & Therapie‑Standard (Stufe 2)

Stärkste Quellenart: Übersichtsarbeit
  • Übersichtsarbeit: 3

Einordnung nach dem Studientyp der zitierten Quellen laut PubMed bzw. Leitlinienregister. Sie bewertet nicht, ob einzelne Aussagen des Artikels durch diese Quellen belegt sind. Zurückgezogene und nicht bestätigte Quellenangaben zählen nicht.

HOS-058578

In diesem Artikel
  1. Übersicht
  2. Klinisches Erscheinungsbild
  3. Diagnostik
  4. Differenzialdiagnosen
  5. Therapie
  6. Besondere Populationen
  7. Sonderfälle & aktuelle Studienlage
  8. Verwandte Codes

Übersicht

Pruritus vulvae bezeichnet einen primären oder sekundären Juckreiz der Vulva, der häufig mit Rötung, Schwellung und sekundären Hautveränderungen einhergeht. Epidemiologische Daten zeigen, dass die Prävalenz bei Frauen im gebärfähigen Alter zwischen 5 % und 15 % liegt, wobei ein signifikanter Einfluss auf Lebensqualität und sexuelle Gesundheit besteht. Der Juckreiz kann akut oder chronisch (≥ 6 Wochen) auftreten und ist häufig ein Hinweis auf zugrunde liegende vulväre Erkrankungen oder systemische Ursachen.

Klinisches Erscheinungsbild

Typisch für Pruritus vulvae sind ein intensiver, oft brennender Juckreiz, der sich insbesondere in Ruhephasen verstärkt. Der Befund kann erythematöse Läsionen, Makulae, Papeln, Vesikel oder ekzematöse Veränderungen umfassen. Bei chronischem Verlauf treten häufig sekundäre Hautverdickungen (Lichenifikation) und Hyperpigmentierung auf. Die Symptomatik ist häufig mit Beschwerden beim Geschlechtsverkehr, Miktion oder Defäkation verbunden.

Diagnostik

Die Anamnese erfasst Dauer, Intensität, Auslöser (z. B. Kontaktallergene, Hygieneprodukte), Begleitsymptome und mögliche systemische Erkrankungen (Diabetes, Leber‑/Nierenerkrankungen). Die körperliche Untersuchung beinhaltet eine genitale Inspektion unter ausreichender Beleuchtung, ggf. mit Dermatoskopie zur Beurteilung von Mikroveränderungen. Laboruntersuchungen können Hautscraping für Pilzkulturen, bakterielle Abstriche sowie Bluttests (Blutzucker, Leber‑/Nierenparameter) umfassen. Diagnostische Kriterien beruhen auf dem Vorhandensein von Juckreiz plus objektiven vulvären Veränderungen ohne klare infektiöse Ursache.

Differenzialdiagnosen

Wichtige abzugrenzende Erkrankungen sind:

  • Vulvar Candidose – typischerweise mit weißlichen Plaques und intensiver Pilzinfektion.
  • Lichen sclerosus – charakterisiert durch weiße, atrophische Plaques und mögliche Sklerosierung.
  • Dermatitis contacta – lokalisierte Reaktion auf Kontaktallergene mit klarer Exposition.
  • Psoriasis vulvae – schuppige, silbrig‑weiße Plaques.
  • Neurogene Ursachen (z. B. post‑herpetische Neuralgie) – meist brennender Schmerz statt Juckreiz.

Therapie

Die leitliniengerechte Therapie richtet sich nach der zugrunde liegenden Ätiologie. Bei primärem Pruritus vulvae ohne infektiöse Befunde wird zunächst eine konservative Hautpflege empfohlen, einschließlich milder, pH‑neutraler Reinigungsprodukte und topischer Feuchtigkeitscremes. Bei entzündlichen Komponenten kann eine kortikosteroide Basistherapie eingesetzt werden; die Wahl des Wirkstoffs erfolgt nach individueller Schweregradbewertung. In Fällen von sekundärem Juckreiz infolge einer chronischen Dermatitis wird zusätzlich ein topisches Calcineurin‑Inhibitor erwogen, um Steroid‑Nebenwirkungen zu vermeiden. Bei bestätigter Infektion (z. B. Candidose) ist eine antimykotische Therapie indiziert. Nicht‑pharmakologische Maßnahmen umfassen das Vermeiden von Triggern, das Tragen atmungsaktiver Kleidung und die Anwendung kühler Kompressen zur Symptomlinderung.

Besondere Populationen

Zu diesem Aspekt liegt in den geprüften Quellen keine belastbare Evidenz vor.

Sonderfälle & aktuelle Studienlage

Zu diesem Aspekt liegt in den geprüften Quellen keine belastbare Evidenz vor.

Verwandte Codes

Zu diesem Aspekt liegt in den geprüften Quellen keine belastbare Evidenz vor.

Gesundheitsinformationen ersetzen keine individuelle medizinische Beratung.