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Pseudopterygium – Diagnostik, Differenzialdiagnose & Therapie‑Standard (ICD‑10 H11.8)
Stärkste Quellenart: Übersichtsarbeit
- Übersichtsarbeit: 3
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In diesem Artikel
Übersicht
Pseudopterygium bezeichnet eine periphere Hornhautverkrümmung, die aus einer sekundären Konjunktival‑zu‑Hornhaut‑Adhäsion resultiert und nicht mit der physiologischen Pterygium‑Entwicklung verbunden ist. Epidemiologisch ist das Phänomen selten und tritt vorwiegend nach entzündlichen oder traumatischen Hornhautschäden auf, etwa im Kontext von chronischer Hautvasculitis (z. B. Erythema elevatum diutinum) oder chemischen Verbrennungen. Klinisch relevant ist die potenzielle Gefahr einer fortschreitenden Keratolyse und der Fehlinterpretation als maligne Läsion der ocularen Oberfläche.
Klinisches Erscheinungsbild
Typische Leitsymptome umfassen ein scharf begrenztes, meist temporales Hornhaut‑Konjunktiva‑Band, das von der limbalen Schleimhaut aus in die transparente Hornhaut hineinragt. Patienten berichten häufig über Irritation, Fremdkörpergefühl und reduzierte Sehschärfe, wenn die Läsion den pupillaren Lichtweg beeinträchtigt. Der Verlauf ist meist chronisch; bei anhaltender Reizung kann eine progressive Keratolyse entstehen, wie im Kontext von Erythema elevatum diutinum beschrieben.
Diagnostik
Die Anamnese fokussiert auf vorherige Hornhautverletzungen, chemische Verbrennungen (z. B. Alkali‑Exposition) oder chronisch‑entzündliche Erkrankungen der Haut und Schleimhäute. Klinisch wird die Läsion mittels Spaltlampenuntersuchung beurteilt; charakteristisch ist das Fehlen einer fibroblastischen Stroma‑Infiltration, wie sie bei echten Pterygien vorkommt. Bildgebende Verfahren (z. B. Anterior Segment OCT) können die Tiefe der Adhäsion und eventuelle Hornhautdegradation darstellen. Laboruntersuchungen sind nur indiziert, wenn eine systemische Vaskulitis vermutet wird.
Differenzialdiagnosen
Wesentliche Abgrenzungen betreffen das echte Pterygium (mit limbalen fibroblastischen Veränderungen), die ocular surface squamous neoplasia (OSSN) sowie andere masquerader Läsionen der Hornhautoberfläche. OSSN zeigt typischerweise eine unregelmäßige, dysplastische Epithelschicht mit erhöhtem Gefäßnetz und kann fluoreszierende Angiographie‑Muster aufweisen, während das Pseudopterygium meist klar begrenzte, glatte Grenzen besitzt. Ein echtes Pterygium ist häufig nasal lokalisiert und weist eine progressive Vergrößerung über Jahre hinweg auf.
Therapie
Die leitliniengerechte Therapie richtet sich nach dem zugrunde liegenden Auslöser. Bei entzündlichen Erkrankungen wie Erythema elevatum diutinum steht die Behandlung der systemischen Vaskulitis im Vordergrund, kombiniert mit lokaler anti‑inflammatorischer Therapie zur Verhinderung weiterer Hornhautdegeneration. Nach chemischen Verbrennungen (z. B. Alkali‑Burn) ist eine sofortige spülende Dekontamination und anschließend eine intensive antiseptische sowie epithelialfördernde Behandlung angezeigt; bei fortgeschrittener Keratolyse kann ein chirurgischer Exzision des Pseudopterygiums erwogen werden, um die Hornhautintegrität zu sichern.
Besondere Populationen
Zu diesem Aspekt liegt in den geprüften Quellen keine belastbare Evidenz vor.
Sonderfälle & aktuelle Studienlage
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Verwandte Codes
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