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Puerperalfieber – Differenzialdiagnostik und Therapie‑Standard (Stufe 2)

Stärkste Quellenart: Fachartikel ohne Angabe des Studientyps
  • Fachartikel ohne Angabe des Studientyps: 3

Einordnung nach dem Studientyp der zitierten Quellen laut PubMed bzw. Leitlinienregister. Sie bewertet nicht, ob einzelne Aussagen des Artikels durch diese Quellen belegt sind. Zurückgezogene und nicht bestätigte Quellenangaben zählen nicht.

In diesem Artikel
  1. Übersicht
  2. Klinisches Erscheinungsbild
  3. Diagnostik
  4. Differenzialdiagnosen
  5. Therapie
  6. Besondere Populationen
  7. Sonderfälle & aktuelle Studienlage
  8. Verwandte Codes

Übersicht

Puerperalfieber bezeichnet das Auftreten von Fieber im Wochenbett, also innerhalb der ersten sechs Wochen nach Entbindung. Historisch wurde es vor allem mit bakteriellen Infektionen des Uterus oder der Genitalorgane assoziiert. Die Inzidenz ist in modernen Settings dank aseptischer Techniken und prophylaktischer Antibiotikagabe stark zurückgegangen, bleibt jedoch ein relevanter Risikofaktor für Morbidität und Mortalität, insbesondere bei komplikatorischen Verläufen wie Abszessbildung.

Klinisches Erscheinungsbild

Typisch beginnt das Fieber im Wochenbett innerhalb von 24–72 Stunden nach der Geburt. Die Temperatur steigt häufig über 38 °C und kann mit Schüttelfrost, allgemeinem Krankheitsgefühl sowie lokalen Schmerzen im Unterbauch einhergehen. Bei einer Beteiligung des Uterus äußert sich häufig eine uterine Tenderness bei Palpation. In schweren Fällen können systemische Entzündungszeichen wie Tachykardie, Hypotonie und organische Dysfunktionen auftreten. Historische Fallberichte beschreiben zudem das Auftreten von Sekundärkomplikationen wie Lungenabszessen im Rahmen einer disseminierten Infektion.

Diagnostik

Die Anamnese fokussiert auf den Zeitpunkt des Fiebers, Geburtsmodus (vaginal vs. Kaiserschnitt), intraoperative Komplikationen und prophylaktische Antibiotikagabe. Klinisch wird die Temperaturkontrolle wiederholt, und ein uteriner Fundus wird palpatorisch untersucht. Laborchemisch sind eine Leukozytose mit linksverschobener Differentialblutbild sowie erhöhte Entzündungsmarker zu erwarten. Mikrobiologische Abstriche aus dem Geburtskanal oder Blutkulturen dienen der Erregeridentifikation, wobei historisch häufig Streptokokken und anaerobe Bakterien nachgewiesen wurden. Bildgebende Verfahren (z. B. Sonographie) können bei Verdacht auf intraabdominelle Komplikationen eingesetzt werden.

Differenzialdiagnosen

Wichtige abzugrenzende Diagnosen umfassen:

  • Postpartale Thromboembolien: charakterisiert durch Dyspnoe, Thoraxschmerzen und ggf. rechtsventrikuläre Belastungszeichen ohne ausgeprägte Temperaturerhöhung.
  • Mastitis: lokalisierte Brustschwellung und -rötung mit Fieber, jedoch fehlende uterine Tenderness.
  • Harnwegsinfektion: Dysurie, flankierende Schmerzen und häufig isolierter Erreger im Urin, nicht primär uteral.
  • Lungenabszess: kann sekundär zu einer puerperalen Sepsis auftreten; charakteristisch sind lokalisierte pulmonale Konsolidierungen und ggf. cavitäre Läsionen im Bildgebungsbefund.

Therapie

Die Behandlung richtet sich nach dem Prinzip einer schnellen, leitliniengerechten antimikrobiellen Therapie kombiniert mit supportive Maßnahmen. Empfohlen wird eine initiale breit spektrumige intravenöse Antibiotikagabe, die anschließend je nach Erregernachweis und klinischem Verlauf de‑eskaliert werden kann. Zusätzlich sollten fiebersenkende Maßnahmen, Flüssigkeitszufuhr und Schmerztherapie erfolgen. Bei Nachweis einer fokalen Komplikation wie einem Abszess ist eine chirurgische Drainage indiziert.

Besondere Populationen

Zu diesem Aspekt liegt in den geprüften Quellen keine belastbare Evidenz vor.

Sonderfälle & aktuelle Studienlage

Zu diesem Aspekt liegt in den geprüften Quellen keine belastbare Evidenz vor.

Verwandte Codes

Zu diesem Aspekt liegt in den geprüften Quellen keine belastbare Evidenz vor.

Gesundheitsinformationen ersetzen keine individuelle medizinische Beratung.