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Rissverletzung der Leber (ICD‑10 S36.12): Diagnostik, Differenzialdiagnostik & Therapie‑Standard

Stärkste Quellenart: Fallbericht oder Meinungsbeitrag
  • Fallbericht oder Meinungsbeitrag: 2

Einordnung nach dem Studientyp der zitierten Quellen laut PubMed bzw. Leitlinienregister. Sie bewertet nicht, ob einzelne Aussagen des Artikels durch diese Quellen belegt sind. Zurückgezogene und nicht bestätigte Quellenangaben zählen nicht.

In diesem Artikel
  1. Übersicht
  2. Klinisches Erscheinungsbild
  3. Diagnostik
  4. Differenzialdiagnosen
  5. Therapie
  6. Besondere Populationen
  7. Sonderfälle & aktuelle Studienlage
  8. Verwandte Codes

Übersicht

Eine Rissverletzung der Leber, nicht näher bezeichnet, umfasst sowohl traumatische als auch spontane Leberrupturen, die zu intra‑abdominellen Blutungen führen können. Sie tritt selten auf, ist jedoch klinisch relevant wegen des hohen Risikos für lebensbedrohliche Blutungen und sekundäre Organinsuffizienz. Die Inzidenz variiert je nach zugrundeliegender Ätiologie – penetrante Verletzungen im Rahmen polytraumatischer Ereignisse sowie spontane subkapsuläre Hämatome in der Peripartalzeit werden beschrieben.

Klinisches Erscheinungsbild

Typische Leitsymptome einer akuten Leberruptur sind plötzlich einsetzende, zunehmende abdominale Schmerzen, häufig im rechten Oberbauch, begleitet von Zeichen eines hypovolämischen Schocks (Tachykardie, Blutdruckabfall, kühle Extremitäten). Bei penetranten Verletzungen kann zusätzlich eine thorakale Beteiligung mit kardialem Tamponade‑Syndrom auftreten. In der postpartalen Situation können Frauen nach einer unkomplizierten Geburt plötzlich starke Oberbauchschmerzen und ein rasches Ansteigen des Abdomensonographiesignals aufgrund eines subkapsulären Hämatoms zeigen, das rupturiert.

Diagnostik

Die Anamnese richtet sich nach dem vermuteten Trauma (z. B. Stichverletzung) oder nach peripartalen Ereignissen. Klinisch wird ein schneller Blutdruckabfall und eine ausgeprägte Palpationssensitivität im rechten Oberbauch ermittelt. Labordiagnostisch zeigen sich häufig ein rascher Abfall des Hämoglobinwertes sowie erhöhte Leberwerte (AST, ALT). Bildgebend ist die Sonographie (FAST‑Exam) zum schnellen Nachweis freier Flüssigkeit in der Peritonealhöhle geeignet; bei unklarer Befundlage oder zur genauen Läsionscharakterisierung wird eine kontrastverstärkte Computertomografie des Abdomens eingesetzt, die sowohl das Ausmaß der Leberläsion als auch mögliche Begleitverletzungen (z. B. Zwerchfellruptur) darstellt.

Differenzialdiagnosen

Wichtige abzugrenzende Diagnosen umfassen akute Cholezystitis, perforiertes Ulkus, Bauchspeicheldrüsenentzündung sowie andere intraabdominelle Blutungen (z. B. Milzriss). Bei postpartalen Frauen muss zudem eine ektopische Schwangerschaft oder ein Uterusruptur berücksichtigt werden. Das Vorhandensein von thorakaler Beteiligung kann das Bild einer kardialen Tamponade imitieren, was durch Echokardiographie abgeklärt wird.

Therapie

Die Behandlung richtet sich nach dem klinischen Schweregrad und der Stabilität des Patienten. Bei hämodynamischer Instabilität ist ein sofortiger chirurgischer Eingriff indiziert, um die Blutung zu kontrollieren – häufig in Form einer hemostatischen Lappenresektion oder einer Pringle‑Manövrierung zur temporären Unterbrechung des portalvenösen Flusses. In stabilen Fällen kann eine konservative Therapie mit engmaschiger hämodynamischer Überwachung, Volumenersatz und ggf. interventioneller Radiologie (angioembolisation) gewählt werden. Bei postpartalen Patienten wird zusätzlich die geburtshilfliche Situation berücksichtigt; ein interdisziplinäres Management zwischen Gynäkologie, Chirurgie und Intensivmedizin ist empfehlenswert.

Besondere Populationen

Zu diesem Aspekt liegt in den geprüften Quellen keine belastbare Evidenz vor.

Sonderfälle & aktuelle Studienlage

Zu diesem Aspekt liegt in den geprüften Quellen keine belastbare Evidenz vor.

Verwandte Codes

Zu diesem Aspekt liegt in den geprüften Quellen keine belastbare Evidenz vor.

Gesundheitsinformationen ersetzen keine individuelle medizinische Beratung.