Zum Inhalt

HealthOSArtikel A–Z

Arbeitsbereiche

Nachschlagen

Wissensartikel · DE

Römische Kamille (Chamomilla recutita) – Evidenz, Anwendung & Interaktionen in der Phytotherapie

Stärkste Quellenart: Systematische Übersicht oder Metaanalyse
  • Systematische Übersicht oder Metaanalyse: 1
  • Übersichtsarbeit: 4

Einordnung nach dem Studientyp der zitierten Quellen laut PubMed bzw. Leitlinienregister. Sie bewertet nicht, ob einzelne Aussagen des Artikels durch diese Quellen belegt sind. Zurückgezogene und nicht bestätigte Quellenangaben zählen nicht.

HOS-055740

In diesem Artikel
  1. Übersicht
  2. Substanz & Wirkstoffe
  3. Anwendung & Indikationen
  4. Evidenzlage
  5. Sicherheit & Wechselwirkungen
  6. Sonderfälle & aktuelle Studienlage
  7. Verwandte Codes

Übersicht

Römische Kamille (Matricaria chamomilla L.) ist eine einjährige Kräuterpflanze, die in gemäßigten Zonen Europas verbreitet ist. Die getrockneten Blüten werden traditionell als Tee, Tinktur oder Extrakt zur Unterstützung von leichten Schlafstörungen, Magen-Darm-Beschwerden und entzündlichen Hauterkrankungen eingesetzt. In der modernen Phytotherapie wird sie vor allem wegen ihrer beruhigenden und krampflösenden Eigenschaften verwendet.

Substanz & Wirkstoffe

Matricaria chamomilla gehört zu den Asteraceae und enthält ein komplexes Gemisch aus ätherischen Ölen (z. B. Bisabolol, Chamazulen), Flavonoiden (Apigenin, Luteolin, Quercetin) sowie Cumarinen. Das krampflösende Potential wird hauptsächlich dem Bisaboloxyd zugeschrieben, während die beruhigenden Effekte mit Apigenin in Verbindung gebracht werden. Die Kombination aus entzündungshemmenden und antioxidativen Substanzen bildet das pharmakologische Wirkprinzip.

Anwendung & Indikationen

In den europäischen Monographien (ESCOP/HMPC) wird römische Kamille für leichte Schlafstörungen, milde Magen-Darm-Krämpfe sowie zur äußerlichen Anwendung bei leichten Hautirritationen empfohlen. Übliche Zubereitungen sind Aufgüsse aus 1–2 g getrockneter Blüten pro 150 ml heißem Wasser, die 5–10 min ziehen gelassen werden. Für orale Anwendungen wird eine tägliche Einnahme von ein bis drei Tassen empfohlen; bei topischer Anwendung kann das ätherische Öl in einer Konzentration von ≤1 % in einer Trägerlösung verwendet werden.

Evidenzlage

Systematische Übersichtsarbeiten zeigen, dass klinische Studien zur Wirkung von römischer Kamille auf den Schlaf insgesamt geringe Stichprobengrößen und heterogene Methodik aufweisen. Die vorhandenen randomisierten kontrollierten Studien deuten auf eine mögliche Verbesserung der subjektiven Schlafqualität hin, jedoch ist die Evidenzlage als schwach zu bewerten. Für gastrointestinale Krämpfe gibt es keine randomisierten klinischen Studien; die Wirksamkeit beruht ausschließlich auf pharmakologischen Daten und traditioneller Nutzung. Hautirritationen wurden in wenigen kleinen offenen Studien mit positiver Tendenz beschrieben, jedoch fehlt eine belastbare Evidenz aus kontrollierten Versuchen.

Sicherheit & Wechselwirkungen

Römische Kamille gilt bei üblichen Dosierungen als gut verträglich. Allergische Reaktionen können insbesondere bei Patienten mit Sensibilisierung gegen Korbblütler auftreten. Kontraindikationen umfassen bekannte Überempfindlichkeit gegenüber den Inhaltsstoffen. Pharmakologisch kann Apigenin die CYP450-Enzyme (insbesondere CYP1A2) hemmen, was theoretisch zu Wechselwirkungen mit Medikamenten führen könnte, die über diese Wege metabolisiert werden. Klinische Daten zu relevanten Interaktionen liegen jedoch nicht vor; bei gleichzeitiger Einnahme von Arzneimitteln mit schmaler therapeutischer Breite sollte Vorsicht geboten sein.

Sonderfälle & aktuelle Studienlage

Zu diesem Aspekt liegt in den geprüften Quellen keine belastbare Evidenz vor.

Verwandte Codes

Zu diesem Aspekt liegt in den geprüften Quellen keine belastbare Evidenz vor.

Gesundheitsinformationen ersetzen keine individuelle medizinische Beratung.