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Placenta praevia – fetale und neonatale Schädigung (ICD‑10 P02.0)

Stärkste Quellenart: Fachartikel ohne Angabe des Studientyps
  • Fachartikel ohne Angabe des Studientyps: 3

Einordnung nach dem Studientyp der zitierten Quellen laut PubMed bzw. Leitlinienregister. Sie bewertet nicht, ob einzelne Aussagen des Artikels durch diese Quellen belegt sind. Zurückgezogene und nicht bestätigte Quellenangaben zählen nicht.

In diesem Artikel
  1. Übersicht
  2. Klinisches Erscheinungsbild
  3. Diagnostik
  4. Differenzialdiagnosen
  5. Therapie
  6. Besondere Populationen
  7. Sonderfälle & aktuelle Studienlage
  8. Verwandte Codes

Übersicht

Placenta praevia bezeichnet das Vorhandensein der Plazenta im unteren Uterussegment mit vollständiger oder teilweiser Überdeckung des internen Zervikalkanals. Die Prävalenz liegt bei etwa 0,3–0,5 % aller Schwangerschaften und steigt mit zunehmendem mütterlichen Alter sowie multiparer Gravität. Klinisch relevant ist das erhöhte Risiko für fetale Hypoxie, Frühgeburt und maternale Blutungen, die zu einer Schädigung des Fetus und Neugeborenen führen können.

Klinisches Erscheinungsbild

Typische Leitsymptome sind ab dem zweiten Trimester auftretende, schmerzlose vaginale Blutungen, häufig in Ruhephasen. Die Blutungen können plötzlich enden (sogenannte „blutende Pause“) oder zu einer anhaltenden Blutung führen, die eine sofortige ärztliche Abklärung erfordert. Bei fortgeschrittener Plazenta praevia kann es zu vorzeitigen Wehen kommen; das klinische Bild ist jedoch meist durch das Fehlen von Unterleibsschmerzen gekennzeichnet, was die Unterscheidung von vorzeitigem Blasensprung oder Ablösung erleichtert.

Diagnostik

Die Anamnese fokussiert auf Blutungsereignisse, vorherige Kaiserschnitte und mütterliche Risikofaktoren (hohes Alter, Mehrlingsschwangerschaft). Die körperliche Untersuchung ist meist unauffällig; ein abdominelles Palpieren kann jedoch eine verzögerte Uterusgröße bei fetaler Wachstumsrestriktion zeigen. Der diagnostische Goldstandard ist die transvaginale Sonographie, die bereits im ersten Trimester die Lage der Plazenta beurteilen kann. Kriterien für Placenta praevia umfassen die vollständige oder partielle Überdeckung des Zervixos durch das placentare Gewebe. Ergänzend können Doppler-Untersuchungen zur Abschätzung von fetalem Blutfluss und möglicher Hypoxie eingesetzt werden.

Differenzialdiagnosen

Wichtige abzugrenzende Diagnosen sind vorzeitiger Blasensprung, vorzeitige Wehen, vaginale Blutungen durch Gestationsdiabetes‑assoziierte Plazentainsuffizienz sowie mütterliche Gerinnungsstörungen. Im Unterschied zu einer vorderen Plazentaablösung (Abruptio placentae) fehlt bei Placenta praevia die typische Unterleibsschmerzsymptomatik und die Sonographie zeigt eine niedrige Lage der Plazenta statt eines retroplacentaren Hämatoms.

Therapie

Die therapeutische Vorgehensweise richtet sich nach dem Gestationsalter, dem Ausmaß der Blutung und dem fetalen Zustand. Bei asymptomatischer Placenta praevia ohne Blutungen wird in der Regel ein engmaschiges Monitoring mit regelmäßiger Sonographie und Bettruhe empfohlen. Bei symptomatischen Fällen mit anhaltender oder wiederkehrender Blutung ist eine stationäre Aufnahme indiziert, um hämodynamische Stabilität zu gewährleisten und die fetale Überwachung (CTG) sicherzustellen. Ein leitliniengerechter Ansatz beinhaltet die Vermeidung von vaginalen Untersuchungen, die Gabe von Antazida zur Reduktion von Magenrefluxsymptomen und ggf. die prophylaktische Verabreichung von Kortikosteroiden zur pulmonalen Reifungsförderung des Fetus bei drohender Frühgeburt. Der definitive Eingriff ist ein Kaiserschnitt, der in der Regel ab einer Schwangerschaftswoche 36 % bzw. bei fetaler Notlage früher durchgeführt wird.

Besondere Populationen

Zu diesem Aspekt liegt in den geprüften Quellen keine belastbare Evidenz vor.

Sonderfälle & aktuelle Studienlage

Zu diesem Aspekt liegt in den geprüften Quellen keine belastbare Evidenz vor.

Verwandte Codes

Zu diesem Aspekt liegt in den geprüften Quellen keine belastbare Evidenz vor.

Gesundheitsinformationen ersetzen keine individuelle medizinische Beratung.