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Sehnenscheidenentzündung (M65): Diagnostik, Differenzialdiagnostik & Therapie‑Standard

Stärkste Quellenart: Übersichtsarbeit
  • Übersichtsarbeit: 2

Einordnung nach dem Studientyp der zitierten Quellen laut PubMed bzw. Leitlinienregister. Sie bewertet nicht, ob einzelne Aussagen des Artikels durch diese Quellen belegt sind. Zurückgezogene und nicht bestätigte Quellenangaben zählen nicht.

In diesem Artikel
  1. Übersicht
  2. Klinisches Erscheinungsbild
  3. Diagnostik
  4. Differenzialdiagnosen
  5. Therapie
  6. Besondere Populationen
  7. Sonderfälle & aktuelle Studienlage
  8. Verwandte Codes

Übersicht

Sehnenscheidenentzündung (Tendovaginitis) bezeichnet die entzündliche Reaktion der fibrosen Sehnenscheide, häufig ausgelöst durch repetitive Belastung oder mikrotraumatische Überlastungen. Sie ist in den Hand‑ und Handgelenkregionen besonders verbreitet und stellt einen relevanten Anteil an muskuloskelettalen Beschwerden im ambulanten Facharztsetting dar. Die Erkrankung kann zu erheblichen funktionellen Einschränkungen führen, weil sie Schmerzen bei Bewegung und Kraftverlust der betroffenen Muskulatur verursacht.

Klinisches Erscheinungsbild

Typisch sind lokalisierte Schmerzen entlang des betroffenen Sehnenlaufs, die insbesondere bei aktiver Belastung (z. B. Greifen, Handbewegungen) zunehmen und in Ruhe meist abklingen. Palpatorisch zeigt sich häufig ein Druckschmerz über der Sehnenscheide; bei einigen Patienten ist eine leichte Schwellung oder ein knirschendes Geräusch (Crepitus) beim Bewegen zu spüren. Der Verlauf ist meist subakut, kann aber ohne adäquate Therapie chronifizieren und zu einer Tendinose führen.

Diagnostik

Die Anamnese fokussiert auf wiederholte Belastungen, berufliche oder sportliche Aktivitäten sowie frühere Traumata. Klinisch wird die Schmerzlokalisation exakt bestimmt; ein positiver „Finkelstein‑Test“ unterstützt die Diagnose bei betroffenen Daumensehnen. Bildgebende Verfahren (Ultraschall, ggf. MRT) dienen zur Bestätigung einer entzündeten Sehnenscheide und zum Ausschluss von Differentialdiagnosen wie Ruptur oder Verkalkungen. Laboruntersuchungen sind in der Regel nicht erforderlich, können jedoch bei Verdacht auf systemische Entzündungsprozesse (z. B. rheumatoide Arthritis) ergänzt werden.

Differenzialdiagnosen

Wichtige abzugrenzende Diagnosen umfassen:

  • Tendinose ohne entzündliche Komponente (chronische Degeneration der Sehne).
  • Tenosynovial‑Kalkablagerungen, die ähnliche Schmerzen verursachen können.
  • Rheumatoide Arthritis mit sekundärer Sehnenscheidenentzündung.
  • Nervenkompressionen (z. B. Karpaltunnelsyndrom), die ebenfalls ausstrahlende Schmerzen hervorrufen.

Die Unterscheidung basiert auf klinischen Befunden, Bildgebung und ggf. serologischen Markern.

Therapie

Leitliniengerechte Behandlung beginnt mit konservativen Maßnahmen: Belastungsreduktion, physikalische Therapie (z. B. gelenkschonendes Aufbautraining, manuelle Techniken) sowie lokale Kühlung zur Schmerzlinderung. Entzündungshemmende Medikamente werden nach Indikationsstellung eingesetzt; die Auswahl richtet sich nach individuellen Kontraindikationen und Verträglichkeit. Bei anhaltenden Beschwerden trotz optimaler konservativer Therapie kann eine gezielte Injektion von Kortikosteroiden in die Sehnenscheide erwogen werden, wobei das Risiko einer Tendinose‑Entwicklung berücksichtigt wird. Operative Eingriffe (z. B. Tenosynovektomie) sind nur bei Therapierefraktärität und klar definierten Indikationen vorgesehen.

Besondere Populationen

Zu diesem Aspekt liegt in den geprüften Quellen keine belastbare Evidenz vor.

Sonderfälle & aktuelle Studienlage

Zu diesem Aspekt liegt in den geprüften Quellen keine belastbare Evidenz vor.

Verwandte Codes

Zu diesem Aspekt liegt in den geprüften Quellen keine belastbare Evidenz vor.

Gesundheitsinformationen ersetzen keine individuelle medizinische Beratung.