Wissensartikel · DE
Sepsis durch Streptokokken Gruppe B (ICD‑10 A40.1): Diagnostik & Therapie‑Standard
Stärkste Quellenart: Leitlinie oder Konsensus
- Leitlinie oder Konsensus: 1
- Übersichtsarbeit: 1
Einordnung nach dem Studientyp der zitierten Quellen laut PubMed bzw. Leitlinienregister. Sie bewertet nicht, ob einzelne Aussagen des Artikels durch diese Quellen belegt sind. Zurückgezogene und nicht bestätigte Quellenangaben zählen nicht.
In diesem Artikel
Übersicht
Sepsis durch Streptokokken der Gruppe B (GBS) stellt insbesondere im neonatalen Kontext eine bedeutende Ursache für schwere Infektionen dar. Die Inzidenz von frühkindlicher GBS‑Sepsis liegt in Deutschland im niedrigen einstelligen Prozentbereich, wobei die Mortalität trotz moderner Intensivtherapie weiterhin nicht vernachlässigbar ist. Das Krankheitsbild ist durch rasches Fortschreiten von systemischer Entzündung zu Organversagen gekennzeichnet und erfordert ein sofortiges Erkennen sowie eine zielgerichtete Therapie.
Klinisches Erscheinungsbild
Bei Neugeborenen manifestiert sich die GBS‑Sepsis häufig innerhalb der ersten 24 Stunden nach Geburt (frühkindliche Form) mit unspezifischen Zeichen wie Temperaturinstabilität, Atemnot, Tachykardie, Hypotonie und kutanen Ausschlägen. Häufige Laborbefunde sind eine erhöhte Entzündungsmarker‑Konzentration (CRP, Procalcitonin), Lymphopenie und Thrombozytopenie. Der klinische Verlauf kann rasch zu Schock, disseminierter intravasaler Koagulation und Multiorganversagen führen.
Diagnostik
Die Anamnese umfasst die Mutter‑GBS‑Kolonisationsstatus sowie das Vorhandensein von Risikofaktoren wie vorzeitiger Wehen oder vorangegangene Fehlgeburten. Klinisch ist eine gründliche körperliche Untersuchung erforderlich, um Zeichen einer systemischen Entzündung zu identifizieren. Die mikrobiologische Diagnostik basiert auf Blutkulturen, die bei Verdacht sofort entnommen werden sollten; ein positiver Nachweis von Streptococcus agalactiae bestätigt die Diagnose. Ergänzend können Liquor‑ und Urinkulturen angelegt werden, insbesondere wenn meningitische Symptome vorliegen. Die Diagnose wird nach den gängigen Kriterien einer Sepsis gestellt, wobei das Vorhandensein eines invasiven GBS‑Erregers als ätiologischer Nachweis gilt.
Differenzialdiagnosen
Wichtige abzugrenzende Diagnosen umfassen andere bakterielle Neonatalsepsen (z. B. durch Escherichia coli, Listeria monocytogenes), virale Infektionen (z. B. Herpes‑Simplex-Virus) und nichtinfektiöse Ursachen für Schockzustände (z. B. Atemnotsyndrom). Die Unterscheidung beruht auf dem mikrobiologischen Erregernachweis, spezifischen Laborparametern sowie klinischen Merkmalen wie Hautmanifestationen bei Herpes‑Infektion.
Therapie
Die initiale Behandlung erfolgt mit einer leitliniengerechten antibiotischen Standardtherapie, die bereits vor Bekanntwerden des Erregers begonnen wird. Sobald GBS im Kulturergebnis nachgewiesen ist, kann die Therapie auf das gezielte Wirkspektrum angepasst werden. Zusätzlich sind supportive Maßnahmen wie Flüssigkeitsresuscitation, Vasopressoren bei anhaltendem Schock und organunterstützende Therapien (z. B. Beatmung, Nierenersatz) integraler Bestandteil der Behandlung. Die Dauer der antibiotischen Therapie richtet sich nach dem klinischen Ansprechen und dem Vorhandensein von Komplikationen wie Meningitis.
Besondere Populationen
Zu diesem Aspekt liegt in den geprüften Quellen keine belastbare Evidenz vor.
Sonderfälle & aktuelle Studienlage
Zu diesem Aspekt liegt in den geprüften Quellen keine belastbare Evidenz vor.
Verwandte Codes
Zu diesem Aspekt liegt in den geprüften Quellen keine belastbare Evidenz vor.
Gesundheitsinformationen ersetzen keine individuelle medizinische Beratung.