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SIBO (K90.4) – Differenzialdiagnostik und Therapie‑Standard (Stufe 2)
Stärkste Quellenart: Leitlinie oder Konsensus
- Leitlinie oder Konsensus: 1
- Systematische Übersicht oder Metaanalyse: 1
- Übersichtsarbeit: 3
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In diesem Artikel
Übersicht
Small Intestinal Bacterial Overgrowth (SIBO) bezeichnet die pathologische Besiedlung des Dünndarms mit einer bakteriellen Belastung, die typischerweise im Kolon vorkommt. Epidemiologisch wird SIBO bei Patienten mit funktionellen Gastroenteropathien, chronischen Darmerkrankungen und nach chirurgischen Eingriffen am Magen‑Dünndarm häufig diagnostiziert. Die klinische Relevanz liegt in der Assoziation zu unspezifischen gastrointestinalen Beschwerden, Malabsorption sowie einer möglichen Verstärkung von Begleiterkrankungen wie Reizdarmsyndrom.
Klinisches Erscheinungsbild
Leitsymptome umfassen Blähungen, Bauchschmerzen, Durchfall oder Verstopfung und ein postprandiales Völlegefühl. Häufig zeigen Betroffene eine symptomatische Besserung nach Antibiotikatherapie, was als Hinweis auf SIBO gilt. Der Verlauf kann episodisch sein; Rückfälle treten insbesondere bei persistierenden Risikofaktoren (z. B. Motilitätsstörungen) auf.
Diagnostik
Die Anamnese richtet sich auf Risikofaktoren wie strukturelle Darmveränderungen, Diabetes mellitus oder chronische Pankreatitis. Klinisch‑physikalische Befunde sind unspezifisch. Die Hauptdiagnosemethode ist das Atemtestverfahren (Wasserstoff‑ bzw. Methanatemtest) nach standardisiertem Substrat (Glukose oder Laktulose). Positive Ergebnisse werden anhand definierter Anstiegswerte interpretiert, wobei die aktuelle Konsensdefinition herangezogen wird. Weitere diagnostische Optionen umfassen kulturbasierte Dünndarmaspirate, jedoch ist deren klinischer Nutzen aufgrund invasiver Beschaffenheit und begrenzter Standardisierung eingeschränkt.
Differenzialdiagnosen
Wichtige abzugrenzende Diagnosen sind das Reizdarmsyndrom, entzündliche Darmerkrankungen, Laktoseintoleranz, Fruktosemalabsorption sowie bakterielle Enteritis. Die Unterscheidung erfolgt primär über die Atemtestresultate und das Vorhandensein von strukturellen oder funktionellen Motilitätsstörungen.
Therapie
Leitliniengerechte Therapie besteht aus einer initialen antibiotischen Behandlung, gefolgt von Maßnahmen zur Wiederherstellung der Darmmotilität und Modulation des Mikrobioms. Die medikamentöse Standardtherapie umfasst ein Breitbandantibiotikum über einen kurzen Zeitraum (typischerweise 7–14 Tage). Anschließend wird eine symptomorientierte Ernährungstherapie empfohlen, die fermentierbare Oligo‑-, Di‑Monosaccharide und Polyole reduziert. Probiotische Präparate können ergänzend eingesetzt werden; aktuelle Metaanalysen zeigen jedoch heterogene Effekte, sodass ein genereller Einsatz nicht eindeutig belegt ist.
Besondere Populationen
Zu diesem Aspekt liegt in den geprüften Quellen keine belastbare Evidenz vor.
Sonderfälle & aktuelle Studienlage
Zu diesem Aspekt liegt in den geprüften Quellen keine belastbare Evidenz vor.
Verwandte Codes
Zu diesem Aspekt liegt in den geprüften Quellen keine belastbare Evidenz vor.
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