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Spannungskopfschmerz (G44.2) – Diagnostik, Differenzialdiagnosen & Therapie‑Standard Stufe 2
Stärkste Quellenart: Übersichtsarbeit
- Übersichtsarbeit: 4
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In diesem Artikel
Übersicht
Spannungskopfschmerz (Tension‑type headache, TTH) ist die häufigste primäre Kopfschmerzerkrankung und stellt einen bedeutenden Anteil der neurologischen Konsultationen dar. Er zeichnet sich durch beidseitige, drückende oder ziehende Schmerzen aus, die typischerweise von milder bis moderater Intensität sind und nicht mit den ausgeprägten neurovaskulären Phänomenen einer Migräne einhergehen. Epidemiologisch wird berichtet, dass etwa 40 % der erwachsenen Bevölkerung im Laufe ihres Lebens mindestens einmal an Spannungskopfschmerz leiden; bei chronischem Verlauf liegt die Prävalenz bei rund 2–3 %. Die Erkrankung verursacht erhebliche Einschränkungen im Alltag und ist mit erhöhten Gesundheitskosten sowie Arbeitsausfällen verbunden.
Klinisches Erscheinungsbild
Das Leitsymptom des Spannungskopfschmerzes ist ein gleichmäßig drückender, bandartig empfundener Schmerz, der typischerweise beidseitig über Stirn, Schläfen oder Hinterkopf verteilt ist. Die Intensität wird meist als leicht bis moderat beschrieben; pulsierende Qualitäten fehlen weitgehend. Der Schmerz dauert von 30 Minuten bis zu mehreren Stunden (episodisch) bzw. mehr als 15 Tage pro Monat über mindestens drei Monate (chronisch). Begleitende Symptome wie Übelkeit, Erbrechen oder photophobe/phonophile Beschwerden sind selten und wenn vorhanden meist mild ausgeprägt. Der Verlauf ist häufig episodisch mit variabler Frequenz; bei chronischer Ausprägung kann ein konstanter Kopfschmerz ohne klare Remission vorliegen.
Diagnostik
Die Diagnose beruht primär auf einer gründlichen Anamnese, die das typische Schmerzprofil, Dauer und Häufigkeit erfasst sowie mögliche Trigger (Stress, muskuläre Verspannungen, Schlafstörungen) identifiziert. Die klinische Untersuchung ist meist unauffällig; keine fokalen neurologischen Defizite oder pathologischen Befunde im Bereich des Kopf‑ und Nackenbereichs werden erwartet. Bildgebende Verfahren (CT, MRT) sind nur indiziert, wenn atypische Merkmale (z. B. plötzlicher Beginn nach 50 Jahren, progressive Verschlechterung) vorliegen, um sekundäre Ursachen auszuschließen. Die Diagnosekriterien orientieren sich an den etablierten Definitionen für episodischen und chronischen Spannungskopfschmerz, wobei die Häufigkeit von ≥15 Tagen/Monat über mindestens drei Monate das Kriterium für die chronische Form darstellt.
Differenzialdiagnosen
Wichtige abzugrenzende Diagnosen umfassen Migräne (insbesondere migränöser Kopfschmerz ohne Aura), Cluster‑Kopfschmerz, sekundäre Kopfschmerzen aufgrund von Traumata, Infektionen (z. B. Sinusitis) oder vaskulären Ereignissen sowie Medikamentenübergebrauchskopfschmerz. Bei Spannungskopfschmerz fehlt die typische Migräne‑Aura und die pulsierende Schmerzqualität; Cluster‑Kopfschmerz ist meist einseitig, stark intensiv und mit autonomen Symptomen verbunden. Sekundäre Ursachen zeigen häufig fokale neurologische Defizite oder atypische Kopfschmerzmuster, die eine weiterführende Bildgebung rechtfertigen.
Therapie
Die leitliniengerechte Therapie von Spannungskopfschmerz kombiniert nicht‑pharmakologische Maßnahmen (z. B. Entspannungsübungen, physikalische Therapie, kognitive Verhaltenstherapie) mit medikamentöser Standardtherapie bei Bedarf. Bei episodischem Verlauf wird häufig ein Analgetikum aus der Gruppe der nicht‑opioiden Schmerzmittel eingesetzt; die Anwendung sollte auf das notwendige Minimum beschränkt werden, um einen Medikamentenübergebrauch zu vermeiden. Für chronische Formen stehen prophylaktische Optionen zur Verfügung, die nach individueller Indikationsstellung ausgewählt werden. Nicht‑medikamentöse Interventionen zeigen in mehreren Studien eine signifikante Reduktion der Kopfschmerzhäufigkeit und -intensität.
Besondere Populationen
Zu diesem Aspekt liegt in den geprüften Quellen keine belastbare Evidenz vor.
Sonderfälle & aktuelle Studienlage
Zu diesem Aspekt liegt in den geprüften Quellen keine belastbare Evidenz vor.
Verwandte Codes
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