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Störungen von Geruch und Geschmack – Differenzialdiagnostik und Therapie‑Standard
Stärkste Quellenart: Systematische Übersicht oder Metaanalyse
- Systematische Übersicht oder Metaanalyse: 1
- Beobachtungs- oder Vergleichsstudie: 3
- Übersichtsarbeit: 1
- Fachartikel ohne Angabe des Studientyps: 1
Einordnung nach dem Studientyp der zitierten Quellen laut PubMed bzw. Leitlinienregister. Sie bewertet nicht, ob einzelne Aussagen des Artikels durch diese Quellen belegt sind. Zurückgezogene und nicht bestätigte Quellenangaben zählen nicht.
In diesem Artikel
Übersicht
Störungen des Geruchs‑ und Geschmackssinnes (Olfaktorik, Gustatorik) umfassen sowohl quantitative Defizite (Anosmie, Ageusie) als auch qualitative Veränderungen (Parosmie, Dysgeusie). Epidemiologische Studien zeigen, dass diese Funktionsstörungen häufig sind; sie treten in der Allgemeinbevölkerung mit einer Prävalenz von mehreren Prozent auf und können nach Infektionen, medikamentöser Therapie oder neurodegenerativen Erkrankungen persistieren. Die klinische Relevanz liegt in der Beeinträchtigung der Lebensqualität, des Ernährungsverhaltens und potenziell in Sicherheitsaspekten (z. B. Gefahr von Gas‑ oder Lebensmittelvergiftungen).
Klinisches Erscheinungsbild
Typische Leitsymptome sind ein Verlust oder eine Veränderung der Geruchs- bzw. Geschmacksempfindung, häufig begleitet von Fehlwahrnehmungen (parosmale Gerüche, dysgeusische Geschmäcker). Patienten berichten über verminderte Genussfähigkeit, Gewichtsverlust oder -zunahme und veränderte Essgewohnheiten. Der Verlauf kann akut nach einer viralen Infektion auftreten und in manchen Fällen chronisch persistieren; bei onkologischen Therapien (z. B. Immun‑Checkpoint‑Inhibitoren) können die Störungen ebenfalls langfristig bestehen bleiben.
Diagnostik
Die Anamnese umfasst die Erfassung von Auftreten, Dauer, Auslösern (Infektionen, Medikamente, Kopftrauma) und Begleitsymptomen (z. B. Nasennebenhöhlenentzündung). Standardisierte Tests zur quantitativen Messung der Olfaktion (Sniffin‑Sticks, UPSIT) sowie gustatorische Prüfungen (Taste Strips) werden empfohlen, um Schweregrad und Typus zu bestimmen. Laboruntersuchungen dienen dem Ausschluss von systemischen Ursachen (z. B. Schilddrüsenfunktionsstörung, Diabetes). Bildgebende Verfahren (MRT des Frontallappens) können bei Verdacht auf zentrale Läsionen indiziert sein. Diagnosekriterien beruhen auf der Kombination aus klinischem Befund und objektiven Testwerten.
Differenzialdiagnosen
Wichtige abzugrenzende Diagnosen umfassen nasale Obstruktionen (Polypen, chronische Rhinosinusitis), neurodegenerative Erkrankungen (Parkinson, Alzheimer), zentrale Läsionen (Tumoren, Schlaganfall) sowie medikamentinduzierte Dysfunktionen (z. B. nach Chemotherapie). Parosmie kann bei postviraler Olfaktorik auftreten und muss von psychogenen Störungen unterschieden werden.
Therapie
Die Behandlung orientiert sich an leitliniengerechten Standards und umfasst zunächst die Ursachenbehandlung (z. B. Entzündungshemmung bei Sinusitis, Anpassung der medikamentösen Therapie). Bei persistierenden postviralen Parosmien wird in klinischen Studien der Einsatz von Gabapentin untersucht; ein randomisiertes Placebo‑Kontrollstudium hat ein Protokoll zur Anwendung dieses Wirkstoffs veröffentlicht. Nicht‑pharmakologische Maßnahmen wie olfaktorisches Training (systematisches Riechen verschiedener Duftstoffe) werden als evidenzbasierte Option empfohlen, um die neuronale Plastizität zu fördern. In onkologischen Kontexten wird eine symptomorientierte Therapie nach Absetzen oder Anpassung der Immun‑Checkpoint‑Inhibitoren erwogen.
Besondere Populationen
Zu diesem Aspekt liegt in den geprüften Quellen keine belastbare Evidenz vor.
Sonderfälle & aktuelle Studienlage
Zu diesem Aspekt liegt in den geprüften Quellen keine belastbare Evidenz vor.
Verwandte Codes
Zu diesem Aspekt liegt in den geprüften Quellen keine belastbare Evidenz vor.
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