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Tarsaltunnel‑Syndrom (G57.5): Diagnostik, Differenzialdiagnosen & Therapie‑Standard
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In diesem Artikel
Übersicht
Das Tarsaltunnel‑Syndrom ist ein Kompressionssyndrom des N. tibialis posterior im Bereich des medialen Fußgelenks, das zu sensorischen und motorischen Störungen der plantarseitigen Fußregion führt. Historisch wurde es bereits in den frühen 1960er Jahren beschrieben. Die Prävalenz wird als selten angegeben; klinische Relevanz besteht vor allem bei chronischer Belastung oder nach traumatischen Ereignissen, die zu einer Volumenvermehrung im Tarsaltunnel führen.
Klinisches Erscheinungsbild
Typisch sind Schmerzen, Brennen oder Taubheitsgefühle entlang der plantar‑medialen Fußfläche, häufig ausgelöst durch Belastung oder das Tragen von eng anliegenden Schuhen. Palpation des Tarsaltunnels kann ein Druckschmerz auslösen (Tinel‑Zeichen). Die Symptome können im Verlauf chronisch werden und zu einer Beeinträchtigung der Gehfähigkeit führen.
Diagnostik
Die Anamnese fokussiert auf belastungsabhängige Schmerzen, frühere Fußverletzungen oder prädisponierende Faktoren wie Rheuma. Klinisch wird ein lokaler Druckschmerz über dem Tarsaltunnel sowie ein positives Tinel‑Zeichen gesucht. Bildgebende Verfahren (z. B. Ultraschall, MRT) können eine Volumenvermehrung des Schleimbeutels oder entzündliche Veränderungen zeigen, dienen jedoch primär der Ausschluss anderer Pathologien. Die Diagnose wird gestellt, wenn die typischen klinischen Befunde vorliegen und andere Ursachen ausgeschlossen sind.
Differenzialdiagnosen
Wichtige abzugrenzende Diagnosen umfassen das Morton‑Neurom im Vorfuß, Plantarfasziitis, Stressfrakturen des Metatarsalknochens sowie rheumatologische Entzündungen der Fußgelenke. Das Vorhandensein eines positiven Tinel‑Zeichens und die Lokalisierung des Schmerzes im medialen Tarsaltunnel helfen, das Tarsaltunnel‑Syndrom von diesen Zuständen zu unterscheiden.
Therapie
Die leitliniengerechte Therapie beginnt mit konservativen Maßnahmen: Entlastung durch geeignete Schuhwerkmodifikation, orthopädische Einlagen zur Druckreduktion und physikalische Therapie (z. B. Dehnungs- und Kräftigungsübungen). Bei anhaltenden Beschwerden kann eine lokale Injektion von kortikosteroidhaltigem Präparat in den Tarsaltunnel erwogen werden, um die Entzündungsreaktion zu reduzieren. Refraktäre Fälle können chirurgisch behandelt werden, wobei ein Dekompressionsverfahren des N. tibialis posterior durchgeführt wird.
Besondere Populationen
Zu diesem Aspekt liegt in den geprüften Quellen keine belastbare Evidenz vor.
Sonderfälle & aktuelle Studienlage
Zu diesem Aspekt liegt in den geprüften Quellen keine belastbare Evidenz vor.
Verwandte Codes
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