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Tendinitis des Musculus biceps brachii – Diagnostik, Differenzialdiagnosen & Therapie-Standard (ICD‑10 M75.2)
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In diesem Artikel
Übersicht
Die Tendinitis des Musculus biceps brachii bezeichnet die entzündliche Veränderung der Sehne des Bizeps, meist im Bereich der proximalen Sulcus bicipitalis. Sie tritt vorwiegend bei wiederholten Überkopfab‑ oder Zugbelastungen auf und ist insbesondere bei Sportlern und Personen mit beruflicher Belastung des Oberarms häufig. Die klinische Relevanz liegt in Schmerzen, Funktionsverlust und möglicher Progression zu einer Ruptur der Bizepssehne.
Klinisches Erscheinungsbild
Typisch sind lokalisierte anteriore Schulterschmerzen, die bei aktiver Beugung und Supination des Unterarms verstärkt auftreten. Palpation über dem Sulcus bicipitalis offenbart Druckschmerzlichkeit. Der Schmerz kann in den Ellenbogen ausstrahlen. In frühen Stadien fehlt häufig eine ausgeprägte Bewegungseinschränkung; chronische Fälle können zu einer Schwäche beim Flexions‑ und Supinationsmoment führen.
Diagnostik
Die Anamnese fokussiert auf wiederholte Belastungen, Überkopfbewegungen und das Auftreten von Schmerzen bei spezifischen Bewegungsabläufen. Klinisch wird die Sehne durch Druck über dem Sulcus bicipitalis sowie durch den sogenannten „Speed‑Test“ (Aktivierung der Bizepssehne gegen Widerstand) geprüft. Bildgebend können Ultraschall oder Magnetresonanztomographie zur Darstellung von Sehnenschwellungen, Hyperämie und eventuellen Rissen eingesetzt werden. Laboruntersuchungen sind in der Regel nicht erforderlich, außer es besteht Verdacht auf systemische entzündliche Erkrankungen.
Differenzialdiagnosen
Wichtige abzugrenzende Diagnosen umfassen die Subakromial‑Bursitis, Rotatorenmanschettenruptur, Kalkschulter sowie eine Tendinose des Bizeps ohne entzündliche Komponente. Eine Lateralisation der Longus‑biceps‑Sehne oder ein Labrum‑Schaden (SLAP-Läsion) können ähnliche Schmerzen verursachen und werden durch Bildgebung differenziert.
Therapie
Die leitliniengerechte Standardtherapie beginnt mit konservativen Maßnahmen: Belastungsmodifikation, physikalische Therapie zur Kräftigung der Rotatorenmanschette und Dehnung des Bizeps, sowie nicht‑steroidale Antirheumatika bei Bedarf. Bei anhaltenden Beschwerden nach mehreren Wochen kann eine gezielte Injektion von Kortikosteroiden in die Sehnenscheide erwogen werden. Sollte die konservative Therapie versagen oder ein signifikanter Sehnenriss vorliegen, ist ein operativer Eingriff (z. B. Tenodesis oder Tenotomie) indiziert.
Besondere Populationen
Zu diesem Aspekt liegt in den geprüften Quellen keine belastbare Evidenz vor.
Sonderfälle & aktuelle Studienlage
Zu diesem Aspekt liegt in den geprüften Quellen keine belastbare Evidenz vor.
Verwandte Codes
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